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Süssen Geheimnissen auf der Spur

Aktualisiert am 08.09.2010

Woher stammt die Schokolade? Wie gelangte sie

in die Schweiz? Und, vor allem: Was lässt sich mit ihr alles anstellen? Diese und viele weitere Fragen lassen sich an einem Workshop in Heimiswil beantworten – Naschen inbegriffen.

Die Gruppe kam aus Kloten und wollte sich auf dem Firmenausflug das Emmental anschauen. Die Leute machten im «Löwen» in Heimiswil Halt, um den Geheimnissen der Schokolade auf die Spur zu kommen. In diesem Gebäude ist die Sweetinnovation GmbH eingemietet. Sie veranstaltet süsse Workshops.

Schon die Mayas

Gespannt lauschen die Damen und Herren in der Gartenlaube dem Vortrag von Geschäftsführer Marc Dähler. Schokolade sei «viel besser als ihr Ruf», sagt er. Die Mayas und Azteken – die Entdecker der Kakaobohne – benutzten den Stoff als Aufputschmittel und Mutmacher vor der Schlacht. Für Frauen und Kinder sei die Bohne verboten gewesen, erklärte Dähler. Auch als Zahlungsmittel war Kakao beliebt: Ein Sklave kostete 100 Bohnen.

Durch den Eroberer Herrmann Cortez gelangte der Kakao nach Europa. Zunächst diente er als bitter schmeckendes Heilmittel und war nur in Apotheken zu erstehen.

Später entdeckte die Firma Cailler den Kakao quasi zum zweiten Mal. Der Grundstein zum Schoggiland Schweiz war gelegt. Cailler verarbeitete Kakao als erste Firma. Später folgten Suchard, Tobler, Lindt und andere Unternehmen.

Glück aus Schoggi

Rudolf Lindt, damals noch in Bern tätig, führte die Schokoladenherstellung mit seinem drei Tage dauernden Rühren zur Vollendung. Durch Zucker, Milch und weitere Aromastoffe wurde die Schoggi weiter verfeinert. Nachweislich werde im Gehirn durch Schokolade Serotonin ausgeschüttet, was Glücksgefühle auslöse, sagte Dähler.

Dass der Fettanteil dick machen und zu Hautunreinheiten führen könne, vergesse man am besten. Die Schweizer seien mit 12,4 Kilogramm pro Jahr Weltmeister im Schokoladeessen.

Ausgerüstet mit diesen fundamentalen Kenntnissen, binden sich die Hobbyconfiseure eine Plastikschürze um und suchen eine Modellform aus. Der Chef greift zur Kuh, der Aussendienstler zum Samichlaus, die Sekretärin zum Hasen. Sweetinnovation-Mitinhaber Giacomo Weidmann hat Dressiertüten mit weisser Couvertüre gefüllt, womit die Form «geschminkt» wird.

Fröhlicher Unterricht

Nun ist Kreativität gefragt. Die Kuh erhält weisse Schecken, der Samichlaus Pelzbordüren und der Hase ein fröhliches Gesicht. Fröhlich geht es auch beim Werkunterricht zu und her, darüber hinaus ermuntert Dähler die Kursteilnehmer ständig zum Naschen.

Keiner verbrennt die Finger

Auf dem Kocher blubbert bei exakt 45 Grad die braune Masse, mit der man die Formen nun auspinselt. Unexaktes Arbeiten wird von Meister Weidmann sofort erkannt. Nach ein paar Minuten des Antrocknens darf man die Hohlräume der Form mit flüssiger Schokolade füllen. Anders als beim Kerzenziehen macht es nichts, wenn die Füllung über die Finger läuft – es brennt nicht, und man kann sie abschlecken.

Dann wird die Form entleert – sie soll nicht kompakt und kiloschwer werden. Bevor der Boden mit einer auf einem Backblech ausgebreiteten Masse angefügt wird, gibt es eine Pause. Es darf genascht werden, zum Beispiel am Schoggispringbrunnen, in den man Früchte tauchen kann. Dann werden die Kunstwerke in den Kühlschrank gestellt. Die Besucher verziehen sich zum Apéro in den Kräutergarten.

Schokolade als Botschafter

Marc Dähler hat sich sein Wissen zum Thema Schokolade selber angeeignet. In Giacomo Weidman, einem Confiseur, fand er den geeigneten Partner. Schokolade ist für die beiden mehr als eine Schleckerei: «Sie war seit jeher ein Botschafter, der das Herz des Beschenkten erobert» sagt Dähler.Gertrud Lehmannwww.sweetinnovation.ch

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Erstellt: 08.09.2010, 00:30 Uhr

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