Hochspannung im Grossen Rat
Darüber entscheidet der Grosse Rat am Montag. Anwohner kämpfen seit Jahren für eine Erdleitung.
«Die Annahme dieser Motion wäre für uns ein entscheidender Durchbruch», sagt Fritz Ohnewein, Präsident der IG Umweltfreundliche Hochspannungsleitung Mühleberg–Wattenwil. Der Grosse Rat entscheidet voraussichtlich am Montag über eine Motion, die von der Regierung verlangt, sich für die Verlegung der Hochspannungsleitung der BKW Energie AG zwischen Wattenwil und Mühleberg einzusetzen.
«Es ist wie der Kampf zwischen David und Goliath», so Fritz Ohnewein. Der Tierarzt kämpft seit fünf Jahren gegen die Pläne der BKW, welche die Leistung der bestehenden 32 Kilometer langen Freileitung auf dem Teilstück von gegenwärtig 132 Kilovolt auf 220 Kilovolt erhöhen möchte.
Gegner optimistisch
Wenn sich die Regierung für eine Erdleitung bei dem fraglichen Teilstück einsetzt, dann sind Ohnewein und seine Mitstreiter ihrem Ziel einen Schritt näher. Schliesslich ist der Kanton Mehrheitsaktionär der BKW, Regierungsrätin Barbara Egger und Regierungsrat Urs Gasche sitzen im BKW-Verwaltungsrat und wären so in einer idealen Position, um der Motion Geltung zu verschaffen. Ohnewein: «Es wäre das erste Mal, dass ein Parlament entscheidet, dass eine Leitung in den Boden verlegt werden muss.» Optimistisch stimmt ihn, dass die Regierung die Motion zur Annahme empfiehlt.
Im Januar 2004 wurde das Bauprojekt des Energiekonzerns öffentlich aufgelegt. Über 300 Einzelpersonen und 10 Gemeinden haben gegen dieses Vorhaben Einsprache erhoben. Die Einsprecher und weitere Sympathisanten haben sich in der IG Umweltfreundliche Hochspannungsleitung Mühleberg–Wattenwil zusammengeschlossen. «Wir sind keine Stromgegner», betont der Präsident. «Aber wir sind gegen diese Freileitung.» Und: «Wenn man will, kann man hier eine Erdleitung bauen.»
«Nur Nachteile»
Auf Seiten der BKW sieht man die Sachlage anders. «Es ist unsere Aufgabe, die Stromversorgung zu gewährleisten», sagt Sebastian Vogler, Mediensprecher der BKW. «Und dazu braucht es Leitungen.» Die Verlegung der Freileitung in den Boden bringe keine Vorteile, sondern nur Nachteile. «Bei einer Störung kann eine Freileitung in der Regel innerhalb eines Tages repariert werden», sagt Vogler. Bei einer Kabelleitung würde die Reparatur viel länger dauern. Eine Erdleitung stelle zudem einen weit grösseren ökologischen Eingriff dar als die projektierte Freileitung.
Nicht zuletzt sind die Kosten ein entscheidender Faktor. Der Preis für den Ausbau der Freileitung wurde BKW-intern auf 41 Millionen Franken veranschlagt, eine Erdleitung soll das Sechsfache kosten. Eine Zahl zum Vergleich: Der Reingewinn der BKW betrug im ersten Halbjahr 155,5 Millionen Franken.
Die Gegner bezweifeln, dass eine Erdleitung wirklich sechsmal so teuer ist. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass der Energieverlust bei einer Erdleitung geringer ist.
Entscheid im nächsten Jahr
Ob die Freileitung letztlich gebaut werden darf oder nicht, entscheidet das Bundesamt für Energie (BFE). Dort wird das Baugesuch zurzeit beurteilt. Gemäss BFE-Sprecherin Marianne Zünd soll der Entscheid Anfang nächstes Jahr fallen.
Für Fritz Ohnewein ist aber jetzt schon klar: «Wenn es sein muss, gehen wir bis vor Bundesgericht.»
Ralph Heiniger
>
Erstellt: 14.11.2009, 00:36 Uhr
Region
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!




