Region

«Heutige Linienführung ist optimal»

Für das geplante Tram von Köniz nach Ostermundigen sind die bestehenden Tramlinien in der Innenstadt die beste Lösung. Und: Die Hauptgassen können eine fünfte Tramlinie verkraften. Dies zeigen zwei Studien.

An der Linienführung des öffentlichen Verkehrs in der Innenstadt soll sich nichts ändern. Dies das Resultat von zwei Studien, welche alternative Linienführungen im Rahmen des Projekts «Tram Region Bern» prüften. Herzstück des Projekts, das die Agglogemeinden künftig besser erschliessen soll, ist der Ersatz der Buslinie 10 durch ein Tram. Dieses soll auf den bestehenden Schienen durch die Innenstadt fahren.

Wie die städtische Baudirektorin Regula Rytz (GB) gestern vor den Medien ausführte, seien die Hauptgassen der Innenstadt zwar bereits durch den öffentlichen Verkehr belastet. Die aktuelle Linienführung gewährleiste jedoch eine hohe Erschliessungsqualität. Dass diese wichtig sei, zeige die Tatsache, dass allein zwischen Käfigturm und Hirschengraben 20000 Arbeitsplätze liegen. Laut den Studien wäre die geplante fünfte Tramlinie tragbar, so Rytz.

Läden optimal erschlossen

Die geprüften Alternativen würden bei sehr hohen Kosten nur geringen Nutzen bringen, wie Marco Rupp, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz Bern-Mittelland, ausführte. So etwa die weiträumigen Umfahrungen Nord (Bollwerk–Lorrainebrücke–Viktoriarain) und Süd (Monbijoubrücke–Kirchenfeldstrasse). «Diese Varianten verschlechtern die Erreichbarkeit der Innenstadt und haben massive Auswirkungen auf die übrigen Verkehrsteilnehmer», so Rupp. Zudem käme es etwa beim Bundesplatz durch Demonstrationen und andere Anlässe immer wieder zu Behinderungen des Tramverkehrs. Schliesslich wären auch die städtebaulichen Konsequenzen gross: Bei den geprüften Varianten müsste der Bahnhofplatz erneut umgebaut werden, um die Verknüpfung mit dem Tramnetz zu ermöglichen. Würden die Linien links von den Hauptgassen geführt, würden zudem die historischen Gärten beim Waisenhaus durchschnitten.

Nicht zuletzt, so Rupp weiter, würde sich das Gewerbe dagegen wehren, wenn der öffentliche Verkehr und damit die Kunden in die Nebengassen verlegt würden. «Die Innenstadt generiert etwa 1,6 Milliarden Franken Umsatz pro Jahr», so Rupp. «Die Struktur des Detailhandels und der ÖV-Erschliessung sind heute optimal aufeinander abgestimmt.»

Bedürfnisse der Fahrgäste

Dies bestätigte Bernmobil-Direktor René Schmid. «Wir müssen die Leute dorthin bringen, wo sie hinwollen.» Dies werde bei der Diskussion um die richtige Linienführung gerne vergessen. Eine 2009 durchgeführte Kundenbefragungen zeige klar: «Die Erschliessung der Innenstadt via Markt- und Spitalgasse entspricht den Bedürfnissen der Fahrgäste», so Schmied.

Zu den beiden Studien findet bis am 6.April eine öffentliche Mitwirkung statt. Würde sich dabei eine der Varianten durchsetzen, bringe dies Probleme mit sich, wie die kantonale Verkehrsdirektorin Barbara Egger erklärte: «Das Köniz-Ostermundigen-Tram würde teurer, der für 2014 vorgesehene Baubeginn würde verschoben, wir würden den Beitrag des Bundes verlieren, und der Bahnhofplatz müsste wieder umgebaut werden.»

Andrea Sommer

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Erstellt: 16.02.2010, 00:30 Uhr

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