FDP lehnt Werkhof-Kauf ab
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Die Bolliger Gemeindeversammlung vom Dienstag verspricht spannend zu werden. Zum geplanten Kauf der Gewerbeliegenschaft an der Rörswilstrasse als Werkhof gehen die Meinungen auseinander. Am Donnerstagabend entschied die lokale FDP an einer Mitgliederversammlung, diesen vom Gemeinderat gefassten Beschluss nicht zu bestätigen. Die Partei möchte, dass der Mietvertrag für den Werkhof an der Krauchthalstrasse verlängert wird.
FDP: «Zu teuer»
Laut Parteipräsident Urs Klaeger waren vor allem die Argumente in Bezug auf das neue Gebäude und die Finanzen ausschlaggebend für das Nein. «Das Gebäude an der Rörswilstrasse ist nicht als Werkhof, sondern als Produktionsgebäude gebaut worden», sagt er. Zudem sei es riskant für die Gemeinde, die Büroräume vermieten zu müssen.
Vergleichsrechnungen hätten ergeben, dass es Bolligen doppelt so teuer käme, das Gebäude zu kaufen, als am bisherigen Ort zu bleiben. Das könne sich die Gemeinde in der heutigen finanziellen Situation nicht leisten. Teurer werde der Kauf deshalb, weil der Eigentümer des bisherigen Standorts bessere Bedingungen in Aussicht gestellt hat, als es zuvor der Fall war. So soll der Mietzins nun nicht erhöht werden.
BP: «Ideale Gelegenheit»
Anders entschied der Vorstand von Bolligen Parteilos (BP) an seiner Sitzung von ebenfalls Donnerstagabend. «Der Standort des heutigen Werkhofs in einem Wohngebiet ist nicht ideal», sagt Vorstandsmitglied Richard Moser. Es sei die ideale Gelegenheit, den Werkhof an der Peripherie des Ortes unterzubringen.
Die Büroräume, welche die Gemeinde an der Rörswilstrasse zu vermieten hätte, betrachtet Bolligen Parteilos als Chance. Der Gemeinde würden so beträchtliche Mieteinnahmen zufliessen, findet die Partei.
Das heutige Werkhofgebäude müsste zudem auf Kosten der Gemeinde saniert werden. Dass der Eigentümer der Liegenschaft an der Krauchthalstrasse nun bessere Bedingungen in Aussicht gestellt habe, sei zwar ein gewichtiges Argument für einen Verbleib. «Diese Bedingungen sind aber noch nicht vertraglich geregelt», gibt Moser zu bedenken.
2,6 Millionen Franken
Die SVP konnte sich am Montag nicht auf eine Position einigen und hat Stimmfreigabe beschlossen, die SP unterstützt den geplanten Werkhofkauf (wir berichteten).
Der Gemeinderat hat beschlossen, die Liegenschaft an der Rörswilstrasse für 2,2 Millionen Franken zu kaufen. Er musste schnell handeln, um noch vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen zu können. Die Gemeindeversammlung vom Dienstag muss diesen Kauf aber noch bestätigen. Zudem beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 400000 Franken für Anpassungsarbeiten am neuen Werkhof. Sandra RutschiGemeindeversammlung: Dienstag, 26.Januar, 20 Uhr, Reberhaus, Bolligen. >
Erstellt: 23.01.2010, 00:30 Uhr
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