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Erich Gnägi gibt den Kochlöffel ab

Aktualisiert am 24.12.2009

Der ehemalige Spitzenschwinger Erich Gnägi

legt den Kochlöffel auf die Seite. Nach 17 Jahren als Wirt im Restaurant «Drei Tannen» in Studen soll per Ende Februar Schluss sein. Konkrete Zukunftspläne hat er noch nicht.

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Blickt Erich Gnägi heute von seinem Arbeitsort, der Küche des Restaurants Drei Tannen in Studen, zum Fenster hinaus, erblickt er den Jaissberg und hört die Autos und Züge vorbeirauschen. In drei Monaten wird alles anders aussehen. «Im Süden werden wir den Frienisberg sehen, im Norden den Chasseral.» Erich Gnägi, der Eidgenössische Kranzschwinger, zieht mit seiner Familie einen Schlussstrich. Der Zeitpunkt sei gekommen, um aufzuhören. «Die Kapazität im Betrieb war ausgeschöpft», begründet er. Gnägi will nach Bühl ziehen und einen Neuanfang wagen. Was genau er machen wird, weiss er noch nicht. «Es wird sich schon etwas ergeben.»

Das Ende der Schwingerkarriere war zugleich der Beginn der Karriere als Beizer einer Dorfwirtschaft. «Es war damals unser Traum, eine Wirtschaft zu übernehmen. Wir haben es nie bereut», sagt Gnägi rückblickend. Vieles gehe bei diesem Beruf aber auch verloren oder in der Arbeit unter. «Freundschaften zu pflegen ist sehr schwer, wenn man ein Restaurant führt.»

Offen für Neues

Vieles wollen er und seine Frau jetzt nachholen. Mehr Zeit für sich selbst haben und vielleicht öfter die Natur geniessen. «In Zukunft muss ich nicht mehr nach dem dritten Gang eines Schwingfestes nach Hause eilen, für die Gäste kochen und erst wieder auf dem Platz erscheinen, wenn alles vorbei ist.»

Was der neue Lebensabschnitt bringt, ist noch offen. «Zuerst werden wir uns erholen und schauen, was auf uns zukommt.» Mit der Gastronomie hätten er und seine Frau aber ein für alle Mal abgeschlossen. «Wir werden keine Entzugserscheinungen haben und in kein Loch fallen», habe er seinen fragenden Gästen schon mehrfach sagen müssen. Angst vor der Zukunft hätten sie keine, beteuert Erich Gnägi. Auch drei Tage vor Weihnachten sitzt der Kranzschwinger nach getaner Arbeit gelassen an einem Tisch. Die vielen Glocken, die im «Drei Tannen» hängen, zeugen von seinen sportlichen Erfolgen. Er wirkt gelöst und lacht viel. Die kräftigen Oberarme und die breiten Schultern unter dem weissen Stoff des Küchenkittels verraten einiges über die Vergangenheit des heute 52-Jährigen. Das Schwingen war dabei nicht die einzige Leidenschaft. Lange Jahre spielte Erich Gnägi Eishockey beim EHC Bellmund, wo er auch Gründungsmitglied ist. So erfolgreich wie im Schwingen war Erich Gnägi nicht. «Über die dritte Liga hinaus brachte ich es nicht. Dafür war ich ausser als Torhüter überall einsetzbar.»

Noch bleiben Erich Gnägi zwei Monate, um, wie er sagt, «sich von den vielen Vögeln zu verabschieden», welche er in all den Jahren kennen gelernt hat. bt/rah

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Erstellt: 24.12.2009, 00:30 Uhr

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