Ein Möbel für Kunst getauscht: Teo Jakobs Sammlung

Aktualisiert am 20.01.2010

«Teo Jakob» ist bekannt als Name eines Geschäfts für Design-Möbel. Doch der Berner Teo Jakob war auch Kunstliebhaber. Jetzt sind 61 Werke seiner Sammlung in Langenthal zu sehen – ein Blick auf

70 Jahre Schweizer Kunst.

Stichworte

Die Verbindung von Möbelstücken und Kunstobjekten springt bereits im Laubengang des Langenthaler Choufhüsi ins Auge. Ein Sessel aus massivem Beton verweist auf die Ausstellung «Amitié», die heute Abend im ersten und zweiten Stock des Kunsthauses eröffnet wird.

Freundschaften

Zu sehen sind Werke der Sammlung Teo Jakob. Er ist der Mann, den man besser als Gründer der Ladenkette mit hochwertigen Designmöbeln kennt. Teo Jakob (1923–2000) liebte aber nicht nur exklusive Tische, Schränke und Stühle; er liebte auch Kunst. Im Verlauf der Jahre schaffte sich Jakob rund 400 Werke an, besonders von Künstlern, zu denen er freundschaftliche Beziehungen pflegte (Ausstellungstitel «Amitiés»). Diese unterstützte er oft durch den Kauf eines Bildes oder Objekts. «Manchmal tauschte er auch ein Möbel gegen ein Kunstwerk, zum Beispiel ein Bett gegen ein Bild», erzählt Eveline Suter, Kuratorin der Ausstellung in Langenthal.

Kunst im Überblick

1999 wurde die Teo Jakobs Sammlung in eine Stiftung überführt, welche die Werke durch Ausstellungen wie in Langenthal öffentlich zugänglich macht. Die Stiftung kauft auch weiterhin aktuelle Kunstwerke.

Im Kunsthaus sind 61 Werke von 31 Künstlern zu sehen, darunter so bekannten wie Eva Aeppli, Alfred Hofkunst, Franz Gertsch, Bernhard Luginbühl, Schang Hutter und Franz Eggenschwiler. Die Bilder, Skulpturen und Objekte stammen aus der Zeit zwischen 1938 und 2006 und vermitteln einen interessanten Blick auf schweizerisches Kunstschaffen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Die Räume und Gänge im Kunsthaus strahlen durch die spezielle Kombination von Werken je eine eigene Atmosphäre aus.

Velosattel, Schoggistuhl

Bereits im Flur der ersten Etage überrascht der riesige Sattel eines Militärvelos die Besucher. Das fotorealistische Bild von Alfred Hofkunst ist eine Bleistiftzeichnung und diente einst als Schaufensterdekoration. Ein solches Dekorstück könnte auch der riesige schwarze Fuss aus Schaumstoff von Gaetano Pesco gewesen sein. Markus Raetz hat Eiger, Mönch und Jungfrau als Köpfe gemalt, fast wie die US-Präsidenten in Mount Rushmore – allerdings in verkehrter Berg-Reihenfolge. Nebst den vielen Bildern finden sich auch Skulpturen und Objekte wie der «Schoggistuhl» von Robert Hausmann, dessen Beine am Boden wegschmelzen.

Herbert Rentsch«Amitiés», Ausstellung Sammlung Teo Jakob. Vernissage: Mittwoch, 20. Janauar, 19 Uhr. Öffnungszeiten (bis 7. März): Mi/ Do 14 bis 17 Uhr, Fr 14 bis 19 Uhr, Sa/So 10 bis 17 Uhr. Kunsthaus Langenthal.>

Erstellt: 20.01.2010, 00:31 Uhr

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