Berner werden zu «Flames»

Das Internationale Piccolo-Turnier von Freiburg ist ein Anlass der speziellen Art. Die Teams treten unter dem Namen von NHL-Vereinen an. Die «Flames» aus Bern unterlagen im Final den «Sharks» aus Augsburg mit 1:2.

«Wir haben nach dem Final viele Komplimente bekommen, wir seien die eigentlichen Sieger», sagte der SCB-Piccolo-Cheftrainer Kurt Bieri nach dem Turnier von Freiburg. Die «Flames» aus Bern waren im Endspiel den »Sharks« aus Augsburg mit 1:2 unterlegen. «Auch die Augsburger waren des Lobes voll, weil sie froh waren, gegen einen ebenbürtigen Gegner spielen zu können.» Die Berner Piccolos hatten die fünf Gruppenspiele verlustpunktfrei und mit einem Torverhältnis von 18:0 beendet. Im Final fehlte etwas das Glück. «Wir waren knapp vor dem Penaltyschiessen und kassierten kurz vor Schluss noch ein dummes Tor», haderte Bieri mit der Niederlage. Damit gingen die Piccolos erstmals in dieser Saison.bei einem grossen Turnier nicht als Sieger vom Eis. Der Turniersieg von 2000, als die «Oilers» Bern mit Roman Josi gewannen, bleibt der letzte Erfolg einer Berner Mannschaft. Das Freiburger Turnier ist ein spezieller Anlass. Alle Teams tragen Namen von Klubs der National Hockey League (NHL) – die «Sharks» aus Augsburg den der San Jose Sharks - und die Spieler werden in den entsprechenden Trikots eingekleidet. Der Anlass wurde 1995 von Junioren-Verantwortlichen des HC Gottéron ins Leben gerufen. Sie stellten fest, dass ihre Teams national und international an Wettkämpfen teilnahmen, aber in der Region ein Anlass dieser Art fehlte. Sie schrieben das Turnier international und für drei Jahrgänge aus. So nahmen in diesem Jahr Spieler teil, die 1999, 2000 und 2001 geboren wurden. Die gleichaltrigen Fünferblöcke spielen gegeneinander. «Das ist etwas vom Besten. Das sollte man mehr machen», meinte dazu Kurt Bieri. Der Traum von der NHL «Ich habe diese Woche schon häufig ans Turnier gedacht», sagte Philipp Kuraschew, der Captain der Flames Bern. Mit dem Leibchen der Calgary Flames war der Sohn von SCL-Tigers-Trainer Konstantin Kuraschew nur halbwegs zufrieden. «Ich hätte lieber dasselbe gehabt wie im letzten Jahr», antwortete er zögernd. Die Antwort gab seine Mutter Elena: «Sein grosses Vorbild ist Alexander Owetschkin, darum hätte er lieber wieder das Leibchen der Washington Capitals gehabt». Eine Idee des Turniers ist, die Piccolos von der NHL träumen zu lassen. Diesen Traum hatte auch der Ehrengast. «Es war eine grosse Sache in den NHL-Shirts zu spielen», blickte Julien Sprunger zurück, der 1995 dabei war. «Da träumt man schon von der NHL.» Nationalhymnen erklingen Die Turnierorganisatoren legen neben den NHL-Leibchen grossen Wert auf den Rahmen der Veranstaltung. In der St-Léonard-Halle hängen die Landes- und Kantonsfahnen sowie die NHL-Klubfahnen. In der Salle des Fêtes werden die Teams am Samstagabend vorgestellt und die Nationalhymnen erklingen. Der Einlauf für die Rangverkündigung erfolgt durch den Rachen des legendären Gottéron-Drachens. Und: jeder Spieler erhält einen Mini-Stanleycup-Pokal. Auf dass er zuhause weiter träumen kann - von der NHL.Kurt Henauer >

Erstellt: 30.03.2010, 00:30 Uhr

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