Berna und Urs in Frühlingslaune
Die zweieinhalb Monate alten Bärchen Berna und Urs hält es kaum mehr in ihrer Höhle im Bärenpark. Gestern genossen sie nach den ersten Audienzen vom Wochenende erneut am Eingang ihrer Höhle die exklusive Aussicht auf Aare und Berner Altstadt. Die Bärenmutter liess die beiden gewähren. «Das ist ein Zeichen, dass sich Björk wohl fühlt», sagt Bärenwärter Walter Bosshard. Eigentlich war der erste Ausgang erst für Ende März, Anfang April zu erwarten. Zu früh sei es aber nicht: «Das entscheidet Björk zusammen mit ihrer Jungmannschaft schon richtig», so Bosshard.
Die Jungen wachsen nun relativ zügig. Pro Tag legen sie rund 70 Gramm zu. Ob mit den Vorführungen vom Wochenende und von gestern bereits die Entdeckungsrunden mit drolligen Einlagen der beiden Pelzknäuel eingeläutet wurden, kann Bosshard nicht sagen. Gut möglich, dass sie kühle, regnerische Tage lieber weiterhin im heimeligen Strohnest verbringen.
Jungtiere verlieren Kragen
Bosshard kann die beiden Petze bereits voneinander unterscheiden; anhand ihrer weissen Kragen. «Der eine ist deutlich breiter als der andere. Ob es sich tatsächlich um ein Bärenmädchen und einen Bärenjungen handelt, weiss ich allerdings immer noch nicht.» Die weissen Kragen werden die Bären «auswachsen». «Mit rund vier Jahren werden sie geschlechtsreif. Über den Daumen gepeilt wird die weisse Färbung dann einem braunen Fell gewichen sein», weiss Bosshard. Wofür die weisse Zeichnung gut ist, darüber muss er allerdings spekulieren: «Auf jeden Fall ist sie ein visuelles Zeichen, das sie als Jungtiere kennzeichnet. Eventuell hilft es der Mutter in der dunklen Höhle dabei, die Kleinen zu erkennen.»
Weisse Kragen haben eigentlich alle Braunbärenunterarten zu Beginn ihres Lebens. Hie und da bleibt auch bei erwachsenen Tieren ein Teil des Jugendkleids erhalten: «Pedro und Dana, die letzten Bewohner des Bärengrabens, behielten bis am Schluss ihres Lebens an der Brust einen weissen Fleck», erzählt Bosshard.
Björk hat Appetit
Nicht nur bei den Jungen steigt der Tatendrang. Der neunjährigen Mutterbärin Björk bekommt die frühe Frühlingssonne ebenfalls bestens. Ihr Appetit wächst auf jeden Fall: «Ich füttere ihr Fenchel, Sellerie, Rüebli, Äpfel und Birnen», sagt Bosshard, um sofort zu ergänzen: «Besucherinnen und Besucher sollen die Bären nicht füttern.» Um einen Nachahmereffekt zu vermeiden, gebe es auch keine öffentlichen Fütterungen, wie sie in Zoos üblich sind. Wie früher im Bärengraben Futter zu verstecken, damit die Bären danach suchen können, liegt im Bärenpark nicht mehr drin. Denn die Bärenfamilie ist ständig im Park und wird nachts nicht eingesperrt.
Der Nachwuchs zieht bereits Jung und Alt an: Am Wochenende umrundeten laut Schätzungen des Bärenparks etwa 15000 Gäste die im Herbst eröffnete Anlage. Seit gestern kann der Bärenpark die Besucherströme dank einer neuen Zählanlage präziser erfassen (siehe Kasten). Christoph Aebischer>
Erstellt: 02.03.2010, 00:31 Uhr























