74 Millionen fĂĽrs Spital Langenthal

Der Grosse Rat hat gestern den 74-Millionen-Kredit für den Um- und Ausbau des Spitals Langenthal mit knapper Mehrheit bewilligt. Das Ja der Politiker kam nach dem Auftakt der Debatte am Dienstag doch überraschend.Der Entscheid ist gefallen: Die Spital Region Oberaargau (SRO) AG bekommt die 74,5 Millionen aus dem Spitalfonds, der rund 470 Millionen enthält (siehe Zweittext). Im Februar oder März soll die Baueingabe erfolgen. Baustart könnte 2011 sein.

Im Unterschied zum Auftakt der Debatte am Dienstag machten die Grossräte bei der gestrigen Fortsetzung rasch vorwärts. Erst lehnten sie die Rückweisung des Geschäfts knapp mit 66 zu 62 Stimmen bei 5 Enthaltungen ab. Die Schlussabstimmung zum Kredit fiel dann mit 106 Ja- und 13 Nein-Stimmen deutlich aus. Nach der knappen Entscheidung zeigten sich die Oberaargauer Grossräte erleichtert – allen voran SRO-Verwaltungsratspräsident und BDP-Grossrat Dieter Widmer (Wanzwil): «Meine Freude ist riesig.» Gelöst war auch SRO-Direktor Hans Peter Kuert – «ich habe eine Riesenfreude». Dank dem Kredit seien die Aussichten für das Spital nun «sehr gut».

Verzögerung drohte

Am Dienstag hatte noch vieles darauf hingedeutet, dass der Kreditentscheid hinausgeschoben wĂĽrde. Mehrere Sprecher verlangten mehr Unterlagen und Auskunft ĂĽber die Strategie der Regierung, eine Gesamtschau zur Spitalplanung.

Anträge zur Verschiebung lagen mehrfach vor. Einen Antrag hatte Dieter Widmer gleich selber eingereicht. Auch SP-Grossrat Ueli Arm (Burgdorf), Willfried Gasser (EVP, Wabern) sowie Martin Friedli (EDU, Sumiswald) verlangten in einem gemeinsamen Vorstoss, der Kredit sei erst im März zu behandeln. Dafür plädierten die meisten Fraktionsmitglieder von BDP, FDP, SVP, EVP und EDU. Das Geschäft gleich beraten wollten am Dienstag lediglich die Fraktionen von SP und Grünen.

Spital wird aufgerĂĽstet

Mit den 74,5 Millionen will die SRO das Spital aufrüsten. Neu gebaut werden fünf Operationssäle, Labor, Radiologieabteilung sowie Therapieräume. Umgebaut werden Tagesklinik, Sprechstundenambulatorium und Notfallaufnahme. Das Projekt ist die zweite Etappe eines Masterplans, der Investitionen von 110 Millionen beinhaltet.

Mit dem gestrigen Entscheid ist auch das Ende des Akutspitals in Niederbipp besiegelt. Dominik Balmer

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Erstellt: 21.01.2010, 00:30 Uhr

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