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Letzter «Lötschberger» fährt

Aktualisiert am 13.02.2010

Gestern nahm die BLS den letzten von 21 «Lötschbergern» in Betrieb. Durch Nachbesserungen wurden ihre Kinderkrankheiten weitgehend ausgemerzt. Die Züge müssen Touristen und Pendlern gleichermassen genügen.

Stichworte

Nach starken Verzögerungen bei der Ablieferung und Inbetriebnahme konnten zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 nur die ersten beiden von 13 bestellten «Lötschbergern» den Betrieb aufnehmen. «Nach der ersten Serie erfolgte nun die Ablieferung der zweiten Serie von acht Fahrzeugen termingerecht und ohne Probleme», sagt BLS-Mediensprecher Hans Martin Schaer gegenüber dieser Zeitung.

Die zweite Serie verfügt laut Schaer über acht Sitzplätze weniger, hat dafür mehr Platz für Gepäck und Ski. Dazu kommen aufgrund der Erfahrungen und Kundenrückmeldungen verbesserte Festhaltemöglichkeiten beim Aus- und Einsteigen. Die erste Serie wird entsprechend nachgerüstet. Zudem überprüft die BLS den Einbau von Längsgepäckträgern und die Neugestaltung der Multifunktionsabteile (Klappsitze für Pendler, Stauraum für Sportler, Velos etc.).

Das Kuppeln funktioniert

«Die Kinderkrankheiten konnten weitgehend behoben werden», erklärt Hans Martin Schaer. Die Fahrgastinformation mit Bildschirmen wurde optimiert und funktioniere nun zuverlässig. Ebenso das automatische Kuppeln und Entkuppeln der Züge in Spiez beim sogenannten Flügelzugbetrieb. Dabei werden Züge aus Bern in Spiez geteilt für die Weiterfahrt nach Brig und ins Simmental und in umgekehrter Richtung wieder zusammen gefügt.

Die Störungen und Verspätungen seien stark zurückgegangen, so Schaer, «aber sie beschäftigen uns immer noch». Diesbezüglich erinnert der Mediensprecher an den Ausfall eines «Lötschbergers» ab Bern am Mittwoch im abendlichen Spitzenverkehr.

Die meisten Beschwerden erhält die BLS auf der Linie Bern– Brig. Hier macht sich der Spagat zwischen den Bedürfnissen der Pendler mit möglichst vielen Sitzplätzen und der Touristen mit viel Staufläche fürs Gepäck bemerkbar. Positiv äussern sich die Kunden dafür zum grosszügigeren Platzangebot und Raumgefühl im Vergleich zum Niederflur-Nahverkehrszug auf der S5 Bern Kerzers–Neuenburg.

Insgesamt erreichten die «Lötschberger»-Linien einen Zuwachs an Fahrgästen. Deshalb erweiterte die BLS das Platzangebot an Wochenenden: im Simmental durch zwei gekoppelte Züge statt der Einzelgänger und über den Lötschberg mit zusätzlichen Kursen.

Mediensprecher geht

Nach zwölf Jahren als Mediensprecher verlässt Hans Martin Schaer die BLS, um beim neu geschaffenen Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland eine neue Aufgabe zu übernehmen. Als letztes Statement bei der BLS, das unserer Zeitung gilt, sagt er: «Das im Mai 2009 lancierte Ausflugskonzept ‹Lötschberger› verbindet den öffentlichen Verkehr und die touristischen Leistungsträger, bündelt die Mittel, stärkt und fördert den Tagestourismus mit dem öffentlichen Verkehr und macht die Planung im Internet zum spielerischen Erlebnis.» Guido Lauper

•www.loetschberger.ch>

Erstellt: 13.02.2010, 00:32 Uhr

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