Als Rückwärtsläufer auf den Kopf gefallen?
am Sonntag beim Könizer Steinhölzlilauf. Er läuft rückwärts. Und verdreht dabei sogar Tieren den Kopf.
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Herr Inäbnit, ticken Sie nicht richtig?
Rinaldo Inäbnit: Nun, so ganz normal ist rückwärts laufen tatsächlich nicht.
Müssen Sie oft Fragen nach Ihrem Geisteszustand beantworten?
Ja, ich reagiere gelassen und bin auch nicht beleidigt.
Wenn der Liebe Gott oder die Evolution rückwärts laufen vorgesehen hätten, würden wir Augen im Hinterkopf haben.
Schon möglich. Aber rückwärts laufen fördert die Koordination.
Es ist aber gefährlich. Um Zusammenstösse zu vermeiden, benützen Sie einen Rückspiegel.
Nicht immer. Wenn ich auf Waldwegen laufe, brauche ich ihn nicht.
Sind Sie noch nie in eine Tanne reingerasselt?
Selten. Überraschender ist, wie sich die Tiere verhalten. Kühe und Hunde reagieren offensichtlich erstaunt. Ich habe erlebt, wie sich ein Hund bei meinem Anblick drei Mal umgedreht hat, selbstverständlich rückwärts.
Geniessen Sie es, bei Mensch und Tier so viel Aufmerksamkeit zu erregen?
Nein, es geht ja auch nicht in erster Linie um mich, sondern um mein Anliegen: Indem ich rückwärts laufe, will ich den Kampf gegen den Kindsmissbrauch in der Schweiz unterstützen.
Das ist gewiss verdienstvoll. Fürchten Sie nicht, dass so etwas Schräges die gute Sache in Schieflage bringt?
Das habe ich mir auch überlegt. Ich glaube allerdings, dass der Nutzen überwiegt. Auf diese Weise erhält unsere Botschaft die nötige Aufmerksamkeit.
Beim Steinhölzlilauf haben Zuschauer und Wettkämpfer Sie allerdings kaum beachtet.
Ja, leider. Aus technischen Gründen misslang auch ein Interview des Speakers mit mir.
Sind Sie wenigstens mit Ihrem sportlichen Resultat zufrieden?
Mir geht es weniger um Rang und Zeit. Ich bin nicht voll gelaufen. Am Schluss hatte ich genügend Reserven, um einen Rang gutmachen zu können. Doch hätte ich eine Juniorin überholen müssen. Deshalb habe ich verzichtet. Sie lief knapp vor mir, das heisst hinter mir.
Interview: Peter Steiger
Beim Steinhölzlilauf in Köniz lief Rinaldo Inäbnit am 6.Dezember die 4,4 Kilometer lange Kurzstrecke in 25:34. Er erreichte damit in seiner Kategorie den Rang 41. Der Gewinner Daniel Hubmann war nach 14:03 am Ziel.
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Erstellt: 08.12.2009, 00:32 Uhr
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