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«Wir tun alles, damit es gut läuft mit dieser Asylunterkunft»

Von Imelda Ruffieux. Aktualisiert am 03.02.2012

Rund 380 Personen liessen in Wünnewil sich über die geplante Asylunterkunft informieren. Vor allem in Bezug auf die Sicherheit im Dorf wurden viele Ängste geäussert. Negative und positive Bemerkungen hielten sich etwa die Waage.

Das Untergeschoss des Feuerwehrlokals Wünnewil wird zur Bleibe für rund 50 Asylsuchende. An einer Infoveranstaltung äusserte die Bevölkerung dazu ihre Sorgen und Gedanken.

Das Untergeschoss des Feuerwehrlokals Wünnewil wird zur Bleibe für rund 50 Asylsuchende. An einer Infoveranstaltung äusserte die Bevölkerung dazu ihre Sorgen und Gedanken.
Bild: Aldo Ellena/FN

Schnell war am Mittwochabend absehbar, dass die 200 bereitgestellten Stühle in der Aula der OS Wünnewil nicht ausreichen würden, um dem grossen Andrang an Besuchern des Informationsabends rund um das geplante Asylzentrum gerecht zu werden. Eilends wurden weitere Sitzgelegenheiten herbeigeschafft und um die zahlreichen Fernsehkameras platziert: Das Interesse von Bürgern und Medien war gross.

In den vielen Voten wurde vor allem die Befürchtung geäussert, wie sich die Anwesenheit der 50 Asylbewerber auf die Sicherheit im Dorf auswirken werde. Deutlich war der Frust über die Asylpolitik des Bundes zu spüren sowie der Ärger, von den Behörden übergangen worden zu sein.

Gemeinde hatte keine Wahl

«Die Gemeinde steht vor einer grossen Herausforderung», sagte Doris Bucheli-Betschart in ihrer Begrüssung. «Der Gemeinderat hat diese Herausforderung aber nicht gesucht, sie wurde uns übertragen.» Die Gemeindepräsidentin machte klar, dass der Kanton nicht mit einer Bitte an den Gemeinderat herangetreten war. «Es war eine Aufforderung.» Staatsrätin Anne-Claude Demierre gab dies auch ohne weiteres zu: «Es war keine Zeit mehr zum Verhandeln.» Der Kanton habe auf Druck des Bundes dringend handeln müssen. «Der Kanton Freiburg ist per Bundesgesetz verpflichtet, 3,3 Prozent der Asylbewerber aufzunehmen», erklärte auch Staatsrat Beat Vonlanthen, der nach Wünnewil gekommen war, um die Argumente des Staatsrates auf «Seislertütsch ù dütlich» klarzumachen. Die beiden Amtsträger baten um Verständnis und appellierten an die Solidarität. «Diese Leute sind verletzlich. Sie mussten ihre Heimat verlassen. Das war nicht einfach, sie haben vielleicht die schlimmste Zeit ihres Lebens hinter sich», sagte die Vorsteherin der Direktion für Gesundheit und Soziales.

Verlegung bei Problemfällen

Stefan Moll-Thissen, Direktor der Firma, die für Freiburg und fünf weitere Kantone die Betreuung von Asylsuchenden organisiert, versuchte die Anwesenden zu beruhigen und die Situation zu erklären: «Die Asylsuchenden werden im Dorf sichtbar sein. Sie können sich frei bewegen.» Asylsuchende seien grundsätzlich nicht kriminell. «Eine allerletzte Sicherheit können wir jedoch nicht geben.» Er versicherte, dass Straftaten oder Verstösse sofort geahndet würden. Möglich sei in Problemfällen auch eine Verlegung in andere Asylzentren.

Gute Erfahrungen in Sugiez

Sein Unternehmen betreibe auch Asylunterkünfte in direkter Nachbarschaft zu Schulen, und es sei gut gegangen. Er erinnerte daran, dass die gleichen Ängste vor zwei Jahren auch in Sugiez geäussert worden waren, als dort ein Asylzentrum eingerichtet worden war. «Dort verlief am Ende alles viel, viel ruhiger als befürchtet.» – «Wir tun alles, was möglich ist, damit es gut läuft mit dieser Asylunterkunft», versprach Anne-Claude Demierre. Deshalb sei der Kanton auch auf alle Forderungen des Gemeinderates eingegangen. Dieser hatte unter anderem eine Beschränkung auf 50 Plätze verlangt sowie die Einrichtung einer Hotline. Diese ist ab Montag rund um die Uhr in Betrieb. Auch vermehrte Polizeipräsenz gehört dazu.

Einige Bürger riefen dazu auf, die Anwesenheit der Asylbewerber als Chance zu sehen und auf die Leute zuzugehen. «Habt keine Angst vor diesen Leuten», sagte eine Bürgerin. Gemäss Doris Bucheli-Betschart haben sich bereits Leute gemeldet, die analog zum Beispiel Sugiez eine Kontaktgruppe aufbauen möchten. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 03.02.2012, 06:40 Uhr

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