Widerstand gegen die Schalter-Schliessung
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«Kein Abbau des Service public», fordert die Unterschriftensammlung gegen die auf Ende März geplante Schliessung des BLS-Reisezentrums am Flamatter Bahnhof. Vor eineinhalb Wochen haben die SP und das Forum Freie Wähler Wünnewil-Flamatt mit der Unterschriftensammlung begonnen. Ende Februar wollen sie den Verantwortlichen der BLS ein möglichst grosses Paket an Unterschriften überreichen. «Von der geplanten Schliessung ist ein relativ grosses Einzugsgebiet betroffen», so Michael Perler, SP-Generalrat.
Die nächsten BLS-Schalter befinden sich in Düdingen und Bern. «Wir befürchten eine Salamitaktik und damit den schleichenden Abbau des Service public.» Michael Perler stört sich daran, dass sich die BLS «gemäss unseres Wissensstandes» gar nicht nach anderen Lösungen umgeschaut hat. Er schlägt der BLS eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe vor: einen Schalter integriert in ein Café oder einen Laden.
Gemeinden wehren sich
Auch die Gemeinden Wünnewil-Flamatt, Ueberstorf und Neuenegg haben der BLS in einem Brief ihre Enttäuschung über den Entscheid mitgeteilt. «Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden», sagt Doris Bucheli-Betschart, Gemeindepräsidentin von Wünnewil-Flamatt. Die Gemeinde wolle alle Möglichkeiten ausschöpfen. Der Bahnhof in Flamatt sei auch der Bahnhof der Ueberstorfer, sagt deren Gemeindepräsidentin Christine Bulliard-Marbach. «Es ist eine super Dienstleistung, die uns abhandenkommt.» Auch in Neuenegg ist das Unverständnis über die Schalterschliessung gross.
Die BLS ihrerseits verhehlt nicht, dass sie für die Zukunft des Reisezentrums in Flamatt gar keine Alternativen geprüft hat. «Dies hängt primär mit dem fehlenden Entwicklungspotenzial des Schalters und dem Kundenverhalten zusammen», sagt Mediensprecher Michael Blum. Der Umsatz gehe zwar nicht zurück, stagniere jedoch seit mehreren Jahren. Dabei spiele auch die Entfernung zum Dorfkern eine Rolle. Viele Pendler würden ihre Tickets am Arbeitsort statt am Wohnort kaufen. Zum Gewicht, das die BLS dem Widerstand beimisst, meint Blum: «Am meisten hilft es, wenn die Leute die Reisezentren frequentieren.» (Freiburger Nachrichten)
Erstellt: 07.02.2012, 09:11 Uhr
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