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Steht Bad Bonn vor dem Aus?

Von pj/bol. Aktualisiert am 03.05.2010 1 Kommentar

Seit Samstag, 1. Mai, ist das Bad Bonn geschlossen. Geöffnet wird es nur noch für Konzerte. Die Betreiber kommen damit der angedrohten Schliessung durch die Behörden zuvor.

Hat das Bad Bonn freiwillig geschlossen: Konzertveranstalter Daniel Fontana fordert nun eine Stellungnahme der Behörden – es geht ums Rauchverbot und die Politik zur Verteilung von Kulturgeldern.

Hat das Bad Bonn freiwillig geschlossen: Konzertveranstalter Daniel Fontana fordert nun eine Stellungnahme der Behörden – es geht ums Rauchverbot und die Politik zur Verteilung von Kulturgeldern.
Bild: Aldo Ellena

Sie fordern Lösungsvorschläge vom Staatsrat. Die Betreiber haben das Bad Bonn geschlossen und sind damit nach eigenen Angaben den Behörden zuvorgekommen. Anstehende Konzerte und die international geschätzte Bad-Bonn-Kilbi vom letzten Maiwochenende seien gefährdet gewesen, so die Verantwortlichen, deshalb hätten sie sich zu diesem Schritt entschlossen. In einem Brief, der an alle zuständigen Behörden sowie die Kulturverantwortlichen geschickt wurde, wenden sich die Betreiber an den Freiburger Staatsrat und fordern eine Stellungnahme.

Rauchverbot umschifft

Dabei hinterfragen die Verantwortlichen zwei Punkte: das Rauchverbot in ihrem Lokal sowie die Kulturpolitik in Freiburg und den umliegenden Orten. Die Unterzeichner des Briefs, Daniel Fontana und Patrick Boschung, erklären, dass sie seit dem 1. Januar keine öffentliche Gaststätte mehr führen. «Wir betreiben ein Vereinslokal, und dieses ist nur unseren Vereinsmitgliedern offen», schreiben sie. Damit falle das Lokal unter ein anderes Gesetz als eine Gaststätte, so der Standpunkt der Betreiber. Um diesen Punkt werden sich die Parteien vor dem Verwaltungsgericht streiten. Angesichts der Entwicklung in Basel, wo sich über hundert Beizen im Verein Fümoar zusammengeschlossen haben, geben sich Boschung und Fontana zuversichtlich.

Neben dem Rechtsstreit bemängeln die Verantwortlichen aber noch einen zweiten Punkt. Als Kulturveranstalter – über 1500 Konzerte in 20 Jahren Tätigkeit – fühlen sich Boschung und Fontana benachteiligt. «Unser Schaffen wird nicht mit den gleichen Ellen gemessen, wie dies bei unseren Kollegen in der Stadt Freiburg der Fall ist.» Die Kulturförderbeiträge würden ungleich verteilt.

Bisher hätten sie Konzerte durch die Einnahmen an den anderen Abenden quersubventionieren können. Dass dies nicht mehr möglich sei, liege auch an der Herabsetzung der Promillegrenze im Strassenverkehr, dem Verbot von Glücksspielautomaten und am Rauchverbot, so die Betreiber.

Geld wird sofort gebraucht

Als Lokal an der Peripherie – nicht umsonst prangt der Spruch «Where the hell is Bad Bonn?» am Lokal – sei das Bad Bonn durch all diese Massnahmen hart getroffen worden, halten Daniel Fontana und Patrick Boschung fest. Um weiterhin ein qualitativ und quantitativ hochstehendes Programm zu bieten, müssten daher die Beiträge der Kulturförderung erhöht werden, fordern sie.

In der Vergangenheit hat das Bad Bonn von Coriolis jeweils 15'000 Franken erhalten. Zum Vergleich: Das Fri-Son erhält jährlich 145'000 Franken. Die Agglo habe eine schrittweise Anpassung der Fördergelder versprochen. «Wir veranstalten aber hier und heute», entgegnen die Betreiber. «Bisher haben wir 90 Prozent unserer Finanzierung selber gedeckt.» Das sei nun nicht mehr möglich. Die Loterie Romande unterstütze das Lokal immerhin mit 80'000 Franken jährlich, schreiben die Träger des Prix Atec. Das Jahresbudget des Bad Bonn betrage 1,95 Millionen Franken, so die Betreiber.

Nun müsste sich der Staatsrat für das Schaffen des Bad Bonn einsetzen, fordern die Betreiber, um der Ungleichbehandlung ein Ende zu setzen. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 03.05.2010, 10:37 Uhr

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1 Kommentar

daniel hofer

04.05.2010, 06:38 Uhr
Melden

...grundsätzlich ist es nicht Aufgabe des Steuerzahlenden, Kultur zu subventionieren. Aber wenn schon hätten Institutionen wie das Bad Bonn Unterstützung verdient. Ganz im Gegensatz zu den unsäglich peinlichen Schweizer Filmproduktionen, dem Statdtheater Bern oder dem mausetoten Zentrum Paul Klee. Vom Staatsfernsehen ganz zu schweigen! Antworten