Region
Ristorante soll Mitarbeiter entlassen haben – weil sie keine Italiener sind
Von Jon Mettler. Aktualisiert am 13.02.2010 3 Kommentare
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
In einem Communiqué wandten sich am Freitag die elf entlassenen Mitarbeiter des italienischen Restaurants Molino an die Öffentlichkeit. Ihre Anschuldigungen sind happig: Sie seien innerhalb eines Jahres wegen ihrer Herkunft entlassen worden, da sie nicht die italienische Nationalität besässen. Zehn der elf Betroffenen kämen aus Ländern ausserhalb der Europäischen Union.
Mit anderen Worten: Molino soll in Freiburg nur noch Italiener beschäftigen, um so den Schein des Ristorante zu wahren. «Die Leitung von Molino AG hat vor etwas mehr als einem Jahr entschieden, nur noch Personal mit italienischer Nationalität anzustellen», heisst es in der Medienmitteilung. In der Tat steht auf der Homepage von Molino: «Unsere MitarbeiterInnen sind ungezwungen und vorwiegend italienischer Herkunft.»
«Es ist richtig, dass die Rekrutierung neuer Mitarbeiter hauptsächlich in Italien geschieht», sagte Nicola Mongelli, Geschäftsleiter der Molino AG, auf Anfrage. «Das hat damit zu tun, dass wir Leute suchen, welche die Produkte und Spezialitäten kennen.»
Zwei oder elf Entlassungen?
Von den elf Entlassungen in Freiburg will Mongelli nichts wissen: «Es waren zwei Entlassungen. Und diese hatten andere Gründe als die Nationalität.»
Die entlassenen Mitarbeiter aus Freiburg sehen ihre Rechte als Arbeitnehmer und der in der Verfassung verankerte Schutz gegen Diskriminierung verletzt. Sie wollen nun die Molino AG bei der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus anzeigen.
Die Molino AG ist eine Restaurantkette, die schweizweit mit 17 Betrieben präsent ist, darunter auch in Bern. Sie gehört zur Investmentgesellschaft Athris Holding AG, einer ehemaligen Tochtergesellschaft der Jelmoli Holding. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.02.2010, 11:11 Uhr








Roland Peter
Tja, Rassismus kennt keine Grenzen. Wäre der Sachverhalt gerade umgekehrt, wäre ein Aufschrei quer durch Europa zu hören. Antworten