Leiser Zug nervt mit lauter Hupe
Wenn der TPF-Zug der Marke Stadler Flirt hupt, tönt es laut durch die Freiburger Landschaft. Deutlich lauter als bei früheren Zügen, finden viele Murtnerinnen und Murtner entlang der Bahnlinie. Seit der Einführung der Züge im Herbst haben sich über 100 Einwohner bei den Freiburger Verkehrsbetrieben (TPF) beklagt. Nun hat der Murtner Gemeinderat mitgeteilt, er suche mit den TPF das Gespräch.
Nur eine Lautstärke
«Es ist wahr, dass die neuen Hupen laut sind», sagt Martial Messeiller, Mediensprecher der TPF. Die Lautstärke befinde sich allerdings innerhalb der gesetzlichen Norm. Messeiller bestätigt, dass Reklamationen aus Murten vorliegen. In der nächsten Woche ist ein Treffen mit den Gemeindebehörden vorgesehen.
Reklamationen erreichen die TPF auch aus anderen Regionen, etwa von Anwohnern entlang der neuen S-Bahn-Linie Freiburg–Bulle. Das Transportunternehmen hat dies der Firma Stadler Rail AG gemeldet, die die Züge geliefert hat. Eine Lösung habe man nicht gefunden, so Messeiller: Stadler Rail habe erklärt, es gebe für die Flirt-Züge nur diese eine Hupe. «Technisch ist wohl nichts zu machen», sagt Messeiller. Einen Lautstärkeregler gebe es in den Zügen nicht. Denn man müsse sich an europäische Standards halten.
Barrieren als Lösung
Gehupt wird in Murten an zwei kritischen Stellen. An diesen befinden sich Bahnübergänge ohne Barrieren: zwischen Irisweg und Long Vernez sowie im Zigerli. Ohne akustisches Signal dürfen die Züge dort nicht durchfahren. «Aus Sicherheitsgründen», wie Messeiller betont. Zudem müsse das Hupen auch für schwerhörige Personen hörbar sein. Eine Lösung wäre laut Mediensprecher Messeiller, die unbewachten Bahnübergänge entweder zu schliessen oder Barrieren anzubringen. Dies würde erlauben, lautlos zu fahren.
Die Gemeinde Murten hat sich indes schon lange vor dem Hupproblem der unbewachten Bahnübergänge angenommen, erklärt Stadtpräsident Christian Brechbühl (FDP). Im Löwenberg beispielsweise sei bereits einer verschwunden. Lösungen suche man nun auch für die beiden Übergänge an der Bahnlinie Richtung Freiburg. (mk/bz)
Erstellt: 21.01.2012, 09:58 Uhr






