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«Ja, ich habe die Kreuze zerstört»
Aktualisiert am 16.03.2010 8 Kommentare
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Monatelang suchte die Polizei im Kanton Freiburg den Mann, der die Bergkreuze auf den Gipfeln von Vanil-Noir und Merlas zerstört hatte. Gestern verhaftete sie Patrick Bussard, 48-jähriger Bergführer aus dem Greyerzerland. Bussard gestand und konnte noch am Nachmittag wieder nach Hause. Er wird sich wegen Sachbeschädigung und Verletzung der Religionsfreiheit vor dem Richter verantworten müssen.
Einen Tag später erklärt der ausgebildete Bergführer, warum er die weitherum sichtbaren Kreuze zerstört hat: Wegen seiner ideologischen Überzeugung. «Die Natur gehört keiner Religion», sagt er gegenüber «Le Matin». «Sie soll ein freier Raum sein». Seit Jahren hofft der nicht praktizierende Katholik nach eigenen Angaben darauf, dass religiöse Symbole aus dem Kanton Freiburg verschwinden. Mit seiner Tat habe er endlich einen Dialog provozieren wollen: «Ich habe mein Ziel erreicht – die Debatte läuft.»
Mitten in der Nacht den Gipfel bestiegen
Bussard hatte bereits monatelang über seine Aktion nachgedacht, als er in einer kalten Nacht im letzten Oktober den Vanil-Noir bestieg. Gegen Mitternacht kletterte er durch den ersten Schnee hinauf auf den Gipfel, den Weg beleuchtete er mit einer kleinen Taschenlampe. Oben angekommen, schraubte Bussard das Kreuz aus seinem Betonfuss. «Ich habe keinen Moment gezögert», sagt er gegenüber «Le Matin». Die Zeitung hatte bereits im Oktober gross über den Vandalenakt berichtet.
Diesen Februar schlug Bussard erneut zu. Am helllichten Tag bestieg er den Gipfel Merlas. Es stürmte heftig, sodass der Bergführer keine Begegnung mit anderen Kletterern fürchten musste. In seinem Rucksack trug Bussard eine Säge. «Das Kreuz hatte ich in wenigen Minuten umgesägt», sagt er. Das Holz sei ganz weich gewesen.
«Ich bin kein Krimineller»
Patrick Bussard wartet nun auf sein Urteil. Weil er keinerlei Vorstrafen hat, könnte er gemäss dem zuständigen Richter mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Bussard betont die guten Absichten hinter seiner Tat: «Ich bin kein Krimineller.» Angesichts der grossen medialen Aufmerksamkeit erwägt er eine Initiative, die das Aufstellen von Kreuzen in der Bergwelt verbietet. Er werde weiterhin für seine Idee kämpfen: «Ich lasse mich nicht kreuzigen.» (oku)
Erstellt: 16.03.2010, 15:54 Uhr
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8 Kommentare
Nicht nur religiöse Symbole sollen verschwinden, sondern die gesamten Religionen! Warum können wir nicht einfach an die Menschheit, Tiere und Natur, an unsere Erde glauben, anstatt an etwas, deren Existenz man nicht beweisen kann? Warum an etwas surreales glauben, wenn man an reales glauben kann? Antworten
Daniel Kettiger,Was glauben Sie,wieso wurde der Bergführer verhaftet und befragt.Wohl weil niemand zuständig ist.Gehe nicht davon aus,dass Sie ein Rechtsgelehrter sind.Es ist Ihnen unbenommen gegen Kreuze zu sein.Sie aber scheinen diese Taten vielmehr noch gut zu finden,unterstützen diese Sachbeschädigung noch.Ein Sprichwort sagt,sage mir mit wem Du gehst,dann sage ich dir wer Du bist.Liebe Grüsse Antworten
Sachbeschädigung wird nur auf Antrag des Eigentümers bestraft. An Gipfelkreuzen gibt es aber m.E. kein Eigentum. Ein Gipfelkreuz ist weder ein Kultusgegenstand noch ein Ort eines Kultus. Auch der Tatbestand der Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit ist nicht erfüllt. Die Strafverfolgung sollte eingestellt werden. Antworten
Patrick Bussard, was sind Sie nur für ein Bergführer.Steigen auf Gipfel um Gipfelkreuze zu zerstören.Gerade Sie sollten wissen,wie wichtig Gipfekreuze sind für Gipfelfotos Was ist nur mit Ihnen los.Woher kommt dieser unsägliche Hass.Was sollen wir noch gläubigen Menschen von Ihnen halten.Ein nicht mehr praktizierender Katholik geht nicht mehr in die Kirche,Sie sind nicht mal dies,Ihre Entscheidung Antworten
Vor allem sollte Bussard nicht mit der Schweizer Geiseln nehmenden auslaendischen Politmoerderbanditen geschenkten Beguenstigung rechnen. Diskriminierte Schweizer wandern schon fuer gewaltfreie Meinungs"freiheit" in den Politkerker. Ein Jurapatriot brachte es fuer blossen Sachschaden auf sieben Jahre Zuchthaus (denen er nur mit Jahrzehnten als politischer Fluechtling im Ausland entging).... Antworten




Marion Müller
@Paul Rohner: Sie irren sich! Herr Kettiger ist einer der besten und engagiertesten Juristen in der Region Bern. Antworten