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Hoffnung für Murtner Hanfbauer

Aktualisiert am 06.10.2011

Der wegen Hanfdelikten mehrmals verurteilte André Fürst hat nach einem Bundesgerichtsentscheid Aussicht auf eine finanzielle Entschädigung.

Der Hanfbauer aus Murten soll für die Vernichtung seiner Hanfernte entschädigt werden.

Der Hanfbauer aus Murten soll für die Vernichtung seiner Hanfernte entschädigt werden.
Bild: Keystone

André Fürst, Hanfbauer aus Murten, darf sich neue Hoffnungen machen, dass ihn die Freiburger Justiz für die Vernichtung seiner Hanfernte entschädigt. Fürst musste sich Ende 2008 vor dem Strafgericht des Seebezirks des Kantons Freiburg verantworten. Zwar wurde er wegen Hanfhandels in den Jahren 2003 bis 2005 verurteilt, zugleich aber vom Vorwurf des Anbaus von Hanf freigesprochen. Das Gericht kam zum Schluss, dass er den selbst angebauten Hanf für die – legale – Herstellung von ätherischem Öl nutzen wollte. 2007 war die Ernte und Destillation der Hanfernte unmittelbar bevorgestanden, als die Pflanzen beschlagnahmt und vernichtet wurden.

Hoher Gehalt an THC

Nach dem Teilfreispruch drehte Fürst den Spiess um: Er machte einen Ertragsverlust von fast 180'000 Franken durch die entgangene Ernte geltend und forderte zudem eine Entschädigung von 10'000 Franken für Anwaltskosten. Diese Forderung wies das Freiburger Kantonsgericht ab, unter Berufung auf Artikel 430 der Strafprozessordnung. Dieser verweigert eine Entschädigung, wenn ein «rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten» vorliege: Der THC-Gehalt des Hanfs sei hoch genug für Drogengewinnung gewesen.

Das Bundesgericht sieht das anders. Der Anbau von Drogenhanf sei nach dem damals geltenden Betäubungsmittelgesetz nicht grundsätzlich verboten gewesen. Die Verarbeitung zu Öl sei in den Vorjahren zudem unter behördlicher Aufsicht erfolgt. Fürst könne also kein rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten angelastet werden. Dass er sich in anderem Zusammenhang wegen Hanfhandels strafbar gemacht habe, ändere daran nichts. Die Freiburger Justiz müsse deshalb in Sachen Anwaltskosten nochmals über die Bücher.

Frage des Ertragsausfalls

Die Freiburger Richter hatten auch eine Entschädigung für den Ertragsausfall abgelehnt. Dabei stützten sie sich auf einen früheren Nichteintretensentscheid des Bundesgerichts. Die Richter in Lausanne hatten sich zum bereits vernichteten Hanf nicht äussern wollen. Ob die Vernichtung rechtmässig gewesen sei, habe man seinerzeit aber offen gelassen, präzisiert das Bundesgericht in seinem jüngsten Urteil. Dieser Aspekt müsse nun von der Vorinstanz eingehend geprüft werden – und damit stelle sich auch die Frage nach einer Ernteausfallentschädigung für den Hanfbauern. (mau/sda)

Erstellt: 06.10.2011, 07:41 Uhr

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