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Grossprojekt für 200 Millionen

Von Carolin Foehr. Aktualisiert am 24.01.2012

Der Kanton Freiburg soll endlich ein olympisches Schwimmbad erhalten. Es soll auf dem früheren Schlachthof-Gelände gebaut werden und ist Teil eines Mammutprojekts.

Der Schlachthof muss dem neuen Schwimmbad weichen. Das geplante Bad dürfte frühestens 2017 eingeweiht werden.

Der Schlachthof muss dem neuen Schwimmbad weichen. Das geplante Bad dürfte frühestens 2017 eingeweiht werden.
Bild: Charles Ellena/FN

«Die Chancen, dass das Hallenbad und die Renovierung der Eishalle zustande kommen, liegen über 50 Prozent – das reicht mir», erklärte Pascal Kuenlin gestern vor den Medien. Als Präsident der Stiftung Sportstätten St.Leonhard hatte er gerade erklärt, wofür die Stadt Freiburg, der Kanton und die umliegenden Gemeinden in den nächsten fünf Jahren rund 90 Millionen Franken aufbringen müssen.

Eisstadion und Hallenbad

Zum Grossprojekt gehören mehrere Baustellen. Erstens erhält das Eisstadion seine dringend benötigte Renovierung. 30 Millionen Franken kosten die 2000 zusätzlichen Sitz- und Stehplätze, der Bau von Nebenflächen für Empfang, Restaurant und Ticketverkauf sowie die Anpassung des Stadions an die Richtlinien der Eishockeyliga. Die Sanierung solle über zwei Saisons laufen und den Spielbetrieb des HC Fribourg-Gottéron nicht behindern, beteuerte Kuenlin.

Zweitens soll auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs das neue Hallenbad zu stehen kommen. Klar ist, dass mit rund 34 Millionen Franken das 50 Meter lange olympische Becken sowie mehrere kleine Becken finanziert werden. Weniger sicher ist der Bau einer Sprungturmanlage, was bereits an der Pressekonferenz für Kritik gesorgt hat. «Wir wollen keine halben Sachen», sagte Carmen Stritt-Burk, Trainerin bei Fribourg Natation und Mitglied von Pro Piscine. Wenn die Jugendlichen ins Schwimmbad kommen sollten, brauche es einen Sprungturm.

Weiter soll über dem Schwimmbad eine rund 20'000 Quadratmeter grosse Bürofläche entstehen. Weil ein Grossteil für kantonale Behörden bestimmt ist, könnten so verschiedene Dienste an demselben Ort untergebracht werden. Zudem sind ein Parkhaus und ein Park&Ride auf der St.-Leonhard-Ebene geplant.

Die Kosten für das Mammutprojekt belaufen sich auf insgesamt 200 Millionen Franken, für mehr als die Hälfte müssen noch private Investoren gefunden werden.

Gemeinden reagierten positiv

Trotz dieser ehrgeizigen Planung zeigten sich die Beteiligten zuversichtlich, diesmal auf der richtigen Seite zu stehen. Denn einerseits entspricht der Kostenanteil der umliegenden Gemeinden weit mehr deren Vorstellungen als noch das Projekt auf dem Boxalgelände von 2009. Damals lagen die Betriebskosten bei 21 Franken pro Einwohner, nun sollen es 16 Franken sein. «Die Reaktionen waren sehr positiv», sagte Oberamtmann Carl-Alex Ridoré, der letzte Woche die Gemeinden des Saanebezirks informiert hatte. Über die genaue Beteiligung verhandle man zurzeit noch.

Zudem sind die Stadt und der Kanton Freiburg nunmehr bereit, sich substanziell an den Kosten und an der späteren Nutzung des Schwimmbades zu beteiligen. Die Stadt würde das Schlachthof-Gelände sowie 4 Millionen Franken beisteuern, der Kanton will sich mit maximal 20 Millionen Franken beteiligen. Beide wären Hauptmieter des Bades.

Stimmen die Gemeinden und das Stimmvolk den Investitionen zu, könnten die Arbeiten Ende 2013 beginnen. Der Bau an sich dürfte zwei Jahre dauern, erklärte Pierre Kuenlin. Somit könnten das 50-Meter-Becken und das Hockeystadion 2017 eingeweiht werden. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 24.01.2012, 06:28 Uhr

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