Region
Bediente Fumoirs gefordert
«Die These, dass mehr Nichtraucher ins Restaurant gehen, sobald ein Rauchverbot eingeführt wird, hat sich nicht bestätigt», zeigte sich Tobias Zbinden, Präsident des Wirteverbands Gastro-Freiburg, gestern vor den Medien gleichermassen beunruhigt und verärgert. Denn eine Umfrage von Gastro-Freiburg zeigt: 77 Prozent der befragten Wirte haben in den ersten vier Monaten dieses Jahres – seit der Einführung des Rauchverbots – einen Umsatzrückgang erlitten. Nur 23 Prozent konnten ein Umsatzwachstum verzeichnen. Vor allem Pubs und Bars beklagen eine massive Umsatzeinbusse.
Raucher stören
Wirte haben in der Umfrage, die von Marketingold durchgeführt wurde, noch weitere Sorgen angeführt. So stören die Raucher, die immer wieder zum Rauchen vor die Türe gehen, durch ihr Hin und Her die Atmosphäre im Restaurant. Auch das Rauchen vor dem Restaurant verursacht Kummerfalten: einerseits wegen des Lärms, andererseits wegen des Abfalls, den die Rauchenden hinterlassen. 24 Prozent der Befragten haben bereits Personal entlassen. Weitere 30 Prozent geben an, dass sie dies «nächstens» tun werden. Insgesamt wurden bisher laut Umfrage 58 Personen entlassen.
Fumoirs stossen bei den Wirten nicht auf grosse Gegenliebe. Von den 16 befragten Wirten, die ein Fumoir eingerichtet haben, sagen 10, die Gäste seien zwar zufrieden, doch rentiere das Fumoir nicht. 5 Wirte geben an, dass sie mit Gewinn oder kostendeckend arbeiten. Ein Wirt sagt, die Gäste seien unzufrieden. Von den 75 befragten Wirten, die kein Fumoir eingerichtet haben, sagt rund ein Drittel, sie könnten eine solche Einrichtung zurzeit nicht finanzieren. Ein anderes Drittel findet, in seinem Betrieb seien die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben.
Das Gesetz ändern
Tobias Zbinden beklagt die uneinheitliche Gesetzgebung in der Schweiz. «Viele Deutschschweizer Kantone haben bediente Fumoirs, in der Westschweiz gibt es nur unbediente.» Bediente Fumoirs seien Umsatzgaranten. Darum will Zbinden erreichen, dass es sie auch in Freiburg gibt: «Wir werden diese Umfrage dem Staatsrat vorlegen und Politiker kontaktieren, damit das Gesetz geändert wird.»
Eine etwas andere Sicht als die Wirte hat die Fachstelle Tabakprävention Cipret. Sie lobte in einer Mitteilung die Rauchfreiheit in öffentlichen Räumen. «Rauchfreie geschlossene öffentliche Räume entsprechen dem Wunsch der Mehrheit», schreibt Cipret. (Freiburger Nachrichten)
Erstellt: 26.06.2010, 11:05 Uhr







