250 Millionen Franken für Deponie
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Auf der ehemals städtischen Deponie La Pila, die auf dem Gemeindegebiet von Hauterive an der Saane liegt, wurden bis in die 1970er-Jahre auch Fernsehgeräte, Kühlschränke und Batterien entsorgt. Die Entsorgung dieser Abfälle kommt Stadt und Kanton Freiburg – ihnen gehört das Waldstück – nun teuer zu stehen: Einige Bereiche der Deponie sind so stark verseucht, dass die ausgehobene Erde im Ausland entsorgt werden muss. «Das ist sehr teuer», sagt Staatsrat Pascal Corminboeuf. 250 Millionen Franken würde der Aushub der gesamten Deponie kosten – zu diesem Schluss kommt das Ingenieurbüro CSD in Granges-Paccot. Das Büro hat die ehemalige Deponie im Auftrag von Stadt und Kanton untersucht und ein Entsorgungskonzept erarbeitet.
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Staatsrat und Gemeinderat wollen nun eine detailliertere Analyse: «Wir möchten wissen, ob wir die Deponie auch nur teilweise ausheben könnten», sagt Corminboeuf. Darum werde eine Detailanalyse in Auftrag gegeben – wohl wieder an das gleiche Ingenieurbüro. «Bis Ende Jahr sollten die Ergebnisse vorliegen», sagt Corminboeuf. Er geht davon aus, dass auch ein abgespecktes Sanierungsprojekt «mindestens 100 Millionen Franken» kosten wird. Ihm gehe es darum, so schnell als möglich zu sanieren. «Je länger wir warten und je länger wir immer wieder Teilsanierungen vornehmen müssen, umso teurer wirds.»
Zwar ist das Land um die ehemalige Deponie nicht belastet, doch fliesst verschmutztes Wasser in die Saane. Gleich unterhalb der Deponie ist die Konzentration an PCB im Wasser rund tausendmal höher als sonst wo; in den Sedimenten der Saane ist die Konzentration rund fünfhundertmal höher. Nachdem vor zwei Jahren erste Massnahmen ergriffen worden waren, soll die Saane nun noch besser geschützt werden. So werden künftig die Grundwasserzuflüsse oberhalb der Deponie aufgefangen, und eine Spundwand zwischen Saane und Deponie sorgt dafür, dass kein Wasser mehr von der Deponie in den Fluss gelangt.
Zudem wird ein Filterbrunnen gebaut, und das gefasste Wasser soll behandelt werden. Die 6 Millionen Franken für diese Arbeiten sind in den 250 Millionen, welche das Sanierungsprojekt vorsieht, eingeschlossen.
Der Bund zahlt 40 Prozent an die Sanierung. Die Stadt Freiburg und der Kanton als Landbesitzer teilen sich die restlichen 60 Prozent der Kosten. Das macht bei den veranschlagten 250 Millionen Franken immerhin 75 Millionen für die Stadt Freiburg. Sie ist bereits ohne solche Sanierungskosten finanziell angeschlagen. «Eine so teure Sanierung würde der Stadt grosse finanzielle Probleme bereiten», sagt Vize-Syndic Jean Bourgknecht. «Die 250 Millionen Franken sind aber noch nicht definitiv.» Und vielleicht fänden sich ja noch Dritte, die sich an der Finanzierung beteiligten.
Denn die Gesetzgebung sieht vor, dass «die für eine Verschmutzung verantwortlichen Personen die Kostenverteilung untereinander bestimmen», teilen Kanton und Stadt Freiburg mit. So wird nun in den Archiven nach den Unternehmen geforscht, welche ihre Abfälle auf die Deponie La Pila brachten. «Einige gibt es heute nicht mehr, andere heissen anders», sagt Staatsrat Pascal Corminboeuf. Eine Zürcher Juristin klärt zurzeit in einem Gutachten ab, wer für die Verschmutzung zur Verantwortung gezogen werden kann. (Freiburger Nachrichten)
Erstellt: 19.02.2011, 10:52 Uhr






