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...und die weniger schönen

Von Patrick Hordi. Aktualisiert am 10.02.2012

Nicht alle können Eis und Kälte etwas Gutes abgewinnen. In Thörigen musste ein Bauer trotz Verbot sein Feld düngen. Und in Langenthal drohte die Langete wegen des Eises über die Ufer zu treten.

1/6 «Gesundes Eis»: Auf dem Burgäschisee ist das Eis 10 bis 15 Zentimeter dick – gestern nutzten denn auch viele Menschen die idealen Bedingungen, um sich auf dem zugefrorenen See zu vergnügen.
Bild: Thomas Peter

   

Wenig zu lachen hat in der aktuellen Kälteperiode Landwirt Hansrudolf Sollberger aus Thörigen. Bei seinem Hof barst wegen der zweistelligen Minustemperaturen eine Leitung. Das Wasser sickerte in die Güllegrube und drohte, diese zum Überlaufen zu bringen. Sollberger musste rasch handeln.

Gülleverbot mit Hintertür

Kurzerhand brachte der Landwirt seine Gülle auf dem eisigen Feldboden aus. Und das, obschon dies Kanton und Bund verbieten. Liegt nämlich eine geschlossene Schneedecke und ist der Boden vereist, gilt ein Gülleverbot. Doch Bauer Sollberger sah das Schlupfloch. In Notsituationen und mit Spezialbewilligung von der Gemeinde dürfen Landwirte auch bei Minustemperaturen Gülle ausbringen. «Ich weiss, dass man das jetzt nicht darf und dass es stinkt», sagt Hansrudolf Sollberger. Bei ihm sei es jedoch nicht schlimm, da sich in der Nähe des Feldes kein Bach befinde, wo die Gülle hineinlaufen könne.

Trotzdem sind Landwirte gut beraten, das Verbot zu beachten. Bei unberechtigtem Ausbringen der Gülle können hohe Geldstrafen drohen, weiss Markus Cadisch vom Amt für Wasser und Abfall in Bern.

Auch sonst hat der Gewässerschutzinspektor wenig Freude an derartigen Aktionen. «Es bringt nichts, die Gülle jetzt auf die Felder zu bringen. Der Boden kann sie gar nicht aufnehmen.» Cadisch macht sich denn auch Sorgen um die Gewässer: «Wenn die Gülle in einen Bach kommt, tötet das jeden Fisch.» Ein Bauer müsse einfach in der Lage sein, seine Gülle in der kalten Jahreszeit während vier bis fünf Monaten zu lagern.

Gefährliche Langete

Alle Hände voll zu tun hatte gestern auch das Langenthaler Werkhofteam. Im Bereich des Rumiparks drohte die stark vereiste Langete über die Ufer zu treten. Dem wirkte ein Werkhofmitarbeiter entgegen, indem er mit einem Bagger die Eisschicht aufbrach. Doch damit war das Problem nicht gelöst. Die losgemachten Eisschollen trieben in Richtung Stadtzentrum. Es bestand die Gefahr, dass sich die Schollen beim Choufhüsi-Wehr stauten. Ein weiterer Werkhofmitarbeiter war dort postiert. Mit einem langen Stock entwirrte er das herantreibende Eis.

Für besonders viele Sorgenfalten sorgt die Langete allen voran bei Werkmeister Hanspeter Zingg. Für ihn ist sie derzeit das grösste Problem. «Den übrigen Winterdienst haben wir gut im Griff.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2012, 09:04 Uhr

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