Weier

Tierische Gäste sorgen für Betrieb

WeierEinst standen in der Waldeck in Weier eine Schreinerei und ein Bauernhof – jetzt ist es ein Ferienheim für Tiere. Momentan herrscht Hochbetrieb: 65 Hunde, 70 Katzen und 50 Nager sorgen für viel Arbeit.

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«Achtung, jetzt wird es laut.» Die Warnung von Annemarie Schär ist gut gemeint, aber überflüssig – das Gebell aus der Hundestation ist schon vom Parkplatz aus zu vernehmen. «Wir haben Hochbetrieb», sagt die Leiterin des Tierferienhofes Waldeck in Weier bei Affoltern Emmental. 65 Hunde sind momentan hier zu Hause. Wobei nicht alles Ferientiere sind. «Ein paar gehören unseren Angestellten, und dann sind da auch noch die Zuchthunde meiner Mutter.»

Die Mutter und deren Liebe zu Hunden – damit fing es an. Früher standen in der Waldeck eine Schreinerei und ein Bauernhaus. Annemarie Schärs Eltern Ernst und Trudi Schär verdienten hier ihren Lebensunterhalt. Dann geschahen zwei Unglücke: Ernst Schär schnitt sich mehrere Finger ab, wenig später brannte das Bauernhaus nieder. Das Haus wurde wieder aufgebaut, und Ernst Schär fand eine Möglichkeit, trotz seiner Behinderung weiter­zumachen.

Als sich bei ihm aber auch noch Rückenprobleme einstellten, war Schluss mit dem eigenen Betrieb. Die Werkhalle wurde an eine Zimmerei vermietet. In einer Ecke des Areals aber begann Trudi Schär, die immer schon aktive Hündelerin gewesen war, sich ihren Traum von der eigenen Zucht und vom Ferienheim für Hunde zu erfüllen. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Und als die Zimmerei wegzog, wurde aus Bauernhof und Schreinerei nach und nach ein Tierheim.

Und wieder ein Unfall

Annemarie Schär öffnet die Tür zu einem weiteren Gebäude. Hier herrscht Ruhe. Niemand bellt und rennt in seiner Box herum, niemand schnüffelt aufgeregt an der Hand der Besucherin. Katzen sind auch dann noch erhaben, wenn sie nicht in ihren eigenen vier Wänden weilen. Momentan teilen sich auf der Waldeck 70 Stubentiger mehrere grosse Zimmer, die regelmässig umdekoriert werden. «So sind die Tiere beschäftigt, sie entdecken immer wieder etwas Neues», erklärt ­Annemarie Schär. Ansonsten aber sind Katzen wenig erpicht auf Veränderung.

Und was ist mit den Kätzchen, die in einem der Räume umhertapsen? Sind sie auch in den Ferien? Annemarie Schär verneint: «Wir haben immer Vierbeiner, die ein neues Zuhause suchen.» Zu ihnen gehören auch die über 20 älteren Katzen, die in einem separaten Raum untergebracht sind. Sie wurden aus einem Einfamilienhaus geholt, in dem jemand die Übersicht über all seine Tiere verloren ­hatte. «Auch das gehört zu unseren Aufgaben», sagt Annemarie Schär.

Annemarie Schärs Weg zur Leiterin eines Tierheimes verlief nicht ganz gerade, und wieder war es ein Unfall, der die Weichen stellte: Die heute 47-Jährige machte eine Lehre als Coiffeuse und arbeitete dann im Gastgewerbe. Als sie sich nach einem Beinbruch daheim erholte, stand bald fest: Sie würde bleiben, das Tierheim übernehmen und ausbauen. Und weil sie keine halben Sachen macht, holte Annemarie Schär die Ausbildung als Tierpflegerin nach. In verschiedenen Praktikumsstellen holte sie sich das ­nötige Wissen. Die Abschlussprüfung machte sie in der Wald­eck. Weil es hier aber nur Hunde gab, mussten für ein paar Tage Katzen, Nager und exotische Tiere her.

Annemarie Schär schaffte auch das, und 2010 übernahm sie den Betrieb. Heute beschäftigt sie vier Tierpflegerinnen, dazu fünf Auszubildende, und auch ihre Eltern helfen tatkräftig mit.

Im Reich der Nager

«Hier geht es hinauf», weist Annemarie Schär den Weg ins Reich der Kaninchen, Ratten, Meerschweinchen und Hamster. Wobei Reich ein grosser Name ist für das Zimmer, das sich die kleinen Nager in ihren Käfigen mit den Angestellten teilen. Nagerstation und Aufenthaltsraum sind momentan ein und dasselbe. Aber Abhilfe ist in Sicht. Annemarie Schär präsentiert den neuen grossen Raum, in dem die Tiere bald wohnen sollen. Mittendrin steht eine Glasvitrine, die für die Echsen reserviert ist. Sie gehören ebenso wie die Kornnatter zum Betrieb. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.08.2016, 09:05 Uhr

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