Burgdorf

Herrlich gefährlich

Burgdorf Alle Jahre wieder: Vor dem Start der Tournee zeigt der Theaterzirkus Wunderplunder sein neues Werk «Die Odyssee» im Winterquartier.

Auf dem Meer: Noch sind die Irrfahrer weit von zu Hause entfernt.

Auf dem Meer: Noch sind die Irrfahrer weit von zu Hause entfernt. Bild: Olaf Nörrenberg

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Nichts mehr von Heldentaten und Playboyallüren. Nach zehn Jahren Weltenbummelei wollen Odysseus und seine beiden Freunde nur noch heim. Heim nach Ithaka. Mit süffigem Lächeln betrachtet Göttervater Zeus aus dem Olymp die von Heimweh geplagten Reisenden. Aber einfach so werden Zeus und seine Mitstreiter aus Himmel und Hölle, Meer und Lüften dem Trio die Heimkehr nicht erlauben.

Zarte Farben, tolle Show

Zuerst gilt es, die Tücken der Grenzkontrolle zu überwinden und sich mit einem Franken bei jedem Durchgang loszukaufen. Der bösartige Zyklop mit nur einem furchteinflössenden Riesenauge will die drei subito fressen; mit List entfernen sie das schwebende Auge. Wutentbrannt schickt Poseidon nun mächtige (Netz-)Wellen, um das leichte Schiffchen kentern zu lassen.

Eine tolle Show samt Musik und Rapsong zu «Take It Easy» begeistert. Die Herrin der Lüfte mit ihren Gespielinnen in üppig duftigen Schleiergewändern verzaubert mit sanften Bewegungen und zarten Farben, bevor vier verführerische Sirenen (und ein männliches Exemplar) vor blutrotem Hintergrund mit Gesang und Körpereinsatz punkten.

Gottlob hat sich Odysseus rechtzeitig angegurtet – und die beiden Reisegenossen sind ohnehin auf einer anderen Insel gestrandet. Ob es da wohl endlich Cervelats mit Speck und Käse für den ewig hungrigen Freund gibt? Nichts da – gespenstische Gestalten aus der Unterwelt tauchen auf. Der hohe Zylinder und die weisse Felljacke verleihen dem schwarz gewandeten Herrscher des Hades samt Entourage einschüchternde Allüren.

Auch die rosa Schweinchen von Zauberin Circe sind keine wirkliche Erholung, denn ursprünglich waren sie alle Menschen. Nur ein Zauberstab kann Odysseus noch retten; seine beiden Freunde bleiben auf der Schweincheninsel ­zurück.

Umgeschrieben und entstaubt

Endlich lassen sich Poseidon und die Windgöttin von Zeus (und einem verängstigten Odysseus) zur Hilfe bewegen. Sie schicken ruhige Wellen und erwünschte Winde, sodass der Irrfahrer nach all den Abenteuern und Gefahren wohlbehalten am Strand von Ithaka bei seiner Familie landet. «D Odyssee isch jetzt verbi», singt zum Abschluss das ganze Team, das sehr professionell auf und neben der Bühne agiert.

Nahtlos wechseln die elf Akteure von Musik mit Instrumenten, Gesang und Geräuschen zu Bühnenauftritten und interpretieren verschiedene Rollen. In nur sieben Wochen haben die Wunderplündeler unter der Doppelregie von Manuel Schunter und Josune Goenaga sowie der Musikregie von Julian Schunter die Odyssee umgeschrieben und entstaubt.

Das mächtige Tor eines eisernen Schiffcontainers öffnet sich auf der Bühne und lässt die Protagonisten ihre Reise von der Antike bis in die Gegenwart mit Bravour und eindrücklichen Lichteffekten unternehmen.

18 Stationen

Bald rollt der ganze Tross mit sechs Wohnwagen, einem Küchenwagen, vier Materialwagen und einem LKW zur Tournee an 18 verschiedene Orte los. Wie seit 32 Jahren macht der Theaterzirkus Wunderplunder halt an verschiedenen Schulen, um mit Kindern und auch Erwachsenen mit Beeinträchtigungen ein eigenes Zirkusprogramm einzustudieren.

Theatervorstellungen der «Odyssee» finden an denselben Aufführungsorten statt. Nach Burgdorf zurück ins Winterquartier kommt der Zirkus Wunderplunder Ende Oktober 2017.


Infos: www.wunderplunder.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 10:27 Uhr

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