Langnau

Harmony trifft den Nerv der Zeit

LangnauErst seit einem halben Jahr führt Ursula Arm das Harmony im ehemaligen BZ-Gebäude. Doch nun hat sie erneut ein Baugesuch publiziert: Die Terrasse soll erweitert werden.

Ursula Arm, Inhaberin vom Harmony, ist mit ihrem Konzept auf Erfolgskurs.

Ursula Arm, Inhaberin vom Harmony, ist mit ihrem Konzept auf Erfolgskurs. Bild: Olaf Nörrenberg

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Ursula Arm kann von der Bürokratie profitieren. Sie ist Inhaberin des Harmony in Langnau. Der Secondhandladen mit dazugehörendem Café ist bereits letzten Oktober von der Schlossstrasse an die Dorfstrasse 5 umgezogen.

Dafür wurde der Raum im Blettli, wie das ehemalige BZ-Gebäude immer noch genannt wird, um­gebaut und ein Zugang auf die Aussenterrasse inklusive Vordach erstellt. Doch nun erschien im Anzeiger des oberen Emmentals erneut ein Baugesuch. «Viele Kunden haben mich gefragt, ob ich den Laden schon wieder erweitern möchte», sagt Ursula Arm.

Es handle sich dabei aber um ein Missverständnis: «Mir wurde Anfang Jahr mitgeteilt, dass die ausgestellte Bewilligung nicht meinem Gesuch entspreche.» Denn im ursprünglichen Baugesuch von 2016 habe sie 30 Plätze für das Café beantragt. Diese wollte sie flexibel auf den Aussen- und den Innenbereich verteilen. Doch bewilligt wurden ihr dann sogar 30 Innen- und 15 Aussenplätze.

«Ich habe nicht gewusst, dass ich auch ohne Wirteprüfung mehr als 30 Plätze hätte beantragen können», sagt die Geschäftsführerin. Sie habe sich über die zusätzlichen Plätze gefreut. «Wegen des Bewilligungsfehlers bestand die Gemeinde aber darauf, dass das Baugesuch nochmals im Anzeiger publiziert wird», erklärt sie.

«Heute besuchen auch Touristen mein Geschäft.»Ursula Arm, Inhaberin Harmony

Die Bürokratie habe aber nun auch ihr Gutes, denn gleichzei­tig wurde eine Projektänderung ­veröffentlicht: Erhöhung der Zahl der Aussenplätze auf 30 Stück. Die zusätzlichen Plätze kann das Harmony gut gebrauchen, denn der Laden läuft gut.

«Ich habe den Umzug noch keinen Tag bereut», sagt Ursula Arm. All ihre Erwartungen seien übertroffen worden. Der Standortwechsel habe ihr wie erhofft mehr Laufkundschaft verschafft. «Heute besuchen auch Touristen mein Geschäft.»

Die 46-Jährige ist überzeugt, dass die Kombination Boutique, Secondhandladen und Café eine Bereicherung ist. In der Boutique können Geschenk- und Dekorationsartikel, aber auch Konfitüren und Sirup mit teils ungewohnten Geschmacksrichtungen erstanden werden.

Café lockt Kunden an

Den Hauptumsatz erziele sie zwar mit dem Verkauf der Secondhandkleider, aber das Café bringe ihr die Kunden ins Haus. «Frauen haben gerne Kleider, aber auch gerne Kaffee.» Doch nicht nur das weibliche Geschlecht trifft sich im Harmony zum Kaffeekränzchen.

Es würden auch vermehrt Paare, Familien und Männer aller Altersklassen bei ihr einkehren. «Wir hatten auch schon Besucher aus Bern, Thun oder Solothurn, die extra für uns nach Langnau gereist sind», freut sich Ursula Arm. Denn ihr Secondhandangebot habe sich einen Namen gemacht.

600 Verkäufer in der Kartei

Die Kleidung nimmt sie von ­Privatpersonen in Kommission. «Ich habe nun schon 600 Verkäufer in meiner Kartei.» An Ware mangelt es ihr deshalb nie, sie musste die Annahmemenge auf 20 Stück pro Übergabe beschränken. Oft kann sie Artikel nicht annehmen, weil der Stil oder der Zustand nicht in ihr Sortiment passen.

«Das ist meine schwierigste Aufgabe: Kleider abzulehnen, ohne die Kunden zu verärgern», sagt die gelernte Detailhandelsfachfrau. Auch Männermode steht zum Verkauf. «In dem Bereich würde ich mir aber noch mehr Interessenten wünschen.»

Trotz mehr Kundschaft wurde Ursula Arm durch den Lokalwechsel eher entlastet, wie sie sagt. Denn sie konnte ihr Team auf sieben Teilzeitangestellte erweitern und viele Büroarbeiten abgeben. «Wir versuchen, die Zuständigkeiten nach Talenten zuzuordnen.» Die Inhaberin kümmert sich hauptsächlich um den Verkauf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.04.2017, 09:59 Uhr

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