Zwei Kühe sterben in Gülle-Welle

Häusernmoos300'000 ­Liter Bschütti ergossen sich über ein Feld bei Häusernmoos, weil eine Jauche­grube geborsten war. Acht ­Kühe wurden mitgerissen. Zwei ­haben das Unglück nicht überlebt.

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Schlammlawinen und mächtige Erdrutsche dürften im Gebiet Häusernmoos-Dürrenroth-Mühleweg eher ungewöhnliche Ereignisse sein. Besonders im Winter. Doch genau so etwas scheint sich bei einem Bauernhof im Gebiet Huebberg ereignet zu haben. Ein breites, braunes Band zieht sich über eine abschüssige Weide. Ein mitgerissener Baum. Verbogene Metallstangen.

Was sich von einem Bauernhof zwischen Häusernmoos und Mühleweg seinen Weg nach unten Richtung Kantonsstrasse gebahnt hat, ist allerdings nicht in Bewegung geratenes Erdreich. Sondern Gülle.

Ursache noch unklar

Noch ist nicht restlos klar, was sich genau am Montag noch vor dem Morgengrauen abgespielt hat bei einem Bauernhof im ­Gebiet Huebberg zwischen Häusernmoos und Mühleweg. Die polizeilichen Abklärungen sind noch nicht abgeschlossen. «Wir gehen aber davon aus, dass irgendwann zwischen 3 und 4 Uhr die Wand der Jauchegrube geborsten ist», erzählt Thomas Schär, dem der Hof bis Ende 2015 gehört hat.

Weshalb, wisse man aber nicht. Das Güllebehältnis befinde sich im untersten Geschoss des erst 2014 gebauten Kuhstalls. Die Ausmasse des Speichers sind eindrücklich: 25 Meter lang, 4 Meter hoch und 3 Meter breit. Unlängst habe man die Grube zum ersten Mal überhaupt vollständig aufgefüllt, erklärt Schär. 300'000 Liter Bschütti passen in die Grube.

«Die Tiere wurden das Feld hinuntergespült»

Als die Aussenwand der Jauchegrube barst, riss die Gülle alles mit, was ihr im Weg stand: Neben dem erwähnten Baum auch einen Teil des Aussenstalls – mitsamt acht Kühen. «Die Tiere wurden das Feld hinuntergespült», sagt Schär. Nach Angaben der Kantonspolizei sind vier Tiere verletzt worden. «Zwei konnten wir leider nicht mehr retten.» Bei einem Tier wurde ein Beinbruch festgestellt, ein anderes habe sich eine Sehne gerissen. «Ein Tier liessen wir einschläfern, das andere brachten wir dem Metzger.»

Insgesamt aber denkt Thomas Schär, dass man Glück im Unglück gehabt habe. Denn man ­habe in der Nacht nicht mitbekommen, wie das mehrere Quadratmeter grosse Wandstück kollabierte und sich Tausende Liter über das Vieh und auf das Feld ergossen. «Hätten wir etwas gehört, wären wir wohl nachschauen ­gegangen.» Wären sie dann zur falschen Zeit am falschen Ort ­gestanden, hätten womöglich nicht nur Tiere, sondern auch Menschen Schaden genommen. Alarm wurde schliesslich um Viertel vor sechs geschlagen, als der neue Hofbesitzer die Katas­trophe entdeckte.

Umliegende Gewässer gesichert

Vor Ort war die Dürrenrother Feuerwehr. «Das war schon ein ungewöhnlicher Einsatz für uns», erklärt Feuerwehrkommandant Jürg Flükiger. Seine Leute hätten die Kühe bergen und beim Melken helfen müssen. Die Gülle selber habe man mit Baggern beiseitegeschafft. Wichtig sei gewesen, die umliegenden Gewässer zu sichern. «Am Montagmorgen lag noch etwas Schnee. Das half, die Gülle zu binden», so Flükiger.

Der Einsatz der Dürrenrother Feuerwehrleute hat sich offenbar gelohnt: Gemäss aktuellem Erkenntnisstand bestehe für die Umwelt durch die ausgelaufene Jauche keine Gefahr, teilte die Kantonspolizei gestern auf Anfrage mit. Die Reparaturarbeiten auf dem Hof sind inzwischen in vollem Gange. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 27.01.2016, 08:16 Uhr)

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