Zucht auf der Huskyfarm war illegal
Von Christian Liechti. Aktualisiert am 24.02.2010 23 Kommentare
Wolf Fritz Bühler mit einem seiner Huskys. Er verkauft Hundeschlittenfahrten an Touristen. (Bild: Claudia Langenegger)
Geschichte wiederholt sich
Wo sich Wolf Fritz Bühler mit seinen Huskys niederlässt, bringt er die Behörden auf Trab. Lange bleibt er nie an einem Ort. Von 1999 bis 2004 wohnte er in Hemberg SG. Von Hemberg zügelte Bühler nach Appenzell. Von Januar bis Mai 2007 wohnte er in Grosswangen LU. Nachbarn reklamierten über Lärm.
Im November 2007 verurteilte ihn das Kreisgericht Alttoggenburg-Wil SG wegen Tierquälerei und Übertretung des Tierschutzgesetzes. Im Sommer 2007 zog er ins Bernbiet nach Mamishaus, Rüschegg.
Im August 2008 liess die Gemeinde die illegal gebauten Zwinger zwangsräumen. Bühler suchte mit seinen Hunden vorher das Weite. Nach einem Abstecher in den Kanton Freiburg – hier fehlte ihm die Halterbewilligung – zog er nach Röthenbach. Der Musher fand mit seinen 29 Huskys bei einem pensionierten Bauern und seiner Frau Anschluss.
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Die «Huskyfarm Emmental» sorgt wieder für Schlagzeilen. Deren Besitzer Wolf Fritz Bühler hat illegal Huskywelpen gezüchtet und verkauft. Zudem hält der Schlittenhundeführer ohne die nötigen Bewilligungen und Papiere auf dem abgelegenen Bauernhof auf der Schyneggschwand am Schallenberg zu viele Hunde. Bühler hat bei der Gemeinde Röthenbach 29 Tiere gemeldet. Zudem liess er von März bis November des vergangenen Jahres 30 Welpen impfen und chippen. Bühler verkauft nicht nur Welpen, er bietet auch Hundeschlittenfahrten an.
Mit dem Leben bezahlt
Die unkontrollierte Zucht bezahlten einige Huskys mit dem Leben: Diese Zeitung weiss von mehreren Tieren, die von ihren Besitzern eingeschläfert werden mussten.
Fall 1: Dagmar Durtschi betreibt in Erlenbach im Simmental einen Verein für nicht vermittelbare Hunde und Katzen. Sie übernimmt von Bühler im Juli 2009 den vier Monate alten Huskywelpen Lee. Weil Lee schlecht gehen kann, vermutet sie anfänglich einen Bänderriss. Lees Gesundheitszustand verschlechtert sich bis im August stetig. Dann stirbt er. Im Oktober 2009 besucht Durtschi die «Huskyfarm Emmental» erneut und kauft Wolf Fritz Bühler aus Mitleid die Welpen Lomasie und Onawa ab. Bereits nach drei Tagen hat Lomasie Fieber. «Alles schien sich zu wiederholen», sagt Durtschi. Am 15.November folgt Lomasie dem Welpen Lee in den Hundehimmel. «Es war schlimm, mit anzusehen, wie die beiden gestorben sind», sagt sie. «Immer zwischen Hoffen und Bangen – das hat mich ein Stück meiner Seele gekostet.» Fall 2: Die Überraschung ist gelungen: Im Frühling 2009 erhält Rolf Wälti aus Aeschi SO die zehn Wochen alte Leika geschenkt. Zum 50.Geburtstag. Auf eine Quittung und Papiere von Wolf Fritz Bühler wartet der Wirt noch heute. Der Tierarzt stellt im Sommer bei Leika Verdauungsprobleme, eine Fehlstellung des Unterkiefers sowie falsch gewachsene Zähne fest. Er schläfert Leika Ende August ein.
Fall 3: Der 62-Jährige Andres Inäbnit hat sich zum Führer von Lawinensuchhunden ausbilden lassen. Er arbeitete jahrelang mit Deutschen Schäferhunden zusammen. Im Sommer 2008 kauft er Bühler den Welpen Mingam ab. Mingam wird nur acht Monate alt. Der junge Hund konnte nicht mehr schlucken, und seine Speiseröhre war vergrössert. «Bühler züchtet planlos», so Inäbnits Vorwurf. «Er hat keine Ahnung, wer der Vater der Welpen ist.»
Tierärztin Margret Küttel aus Oey-Diemtigen hat fünf Hunde aus der «Huskyfarm Emmental» behandelt. Sie vermutet, dass die Geh- und Koordinationsstörungen sowie die Muskelschwächen auf Inzucht zurückzuführen sind. «Das Einschläfern der Junghunde war eine triste Sache», sagt sie.
Mehrmals kontrolliert
Der Veterinärdienst des Kantons Bern hat die Huskyfarm 2009 mehrmals unangemeldet kontrolliert. Die letzte Kontrolle fand Anfang Monat statt. Auch die Fachstelle für Tierdelikte der Kantonspolizei ist involviert. Diese will jedoch ein Verfahren weder bestätigen noch dementieren. Der Veterinärdienst habe Wolf Fritz Bühler nahegelegt, seinen Bestand zu reduzieren, erklärt Kantonstierarzt Reto Wyss. Denn die Haltung von mehr als 19 Hunden gelte als gewerbsmässig. Dafür sei wiederum eine Ausbildung als Tierpfleger nötig. Diese habe Bühler aber nicht.
Weil Bühler mit dem Verkauf der Huskywelpen ein Einkommen erzielte, gilt auch seine Zucht als gewerbsmässig. Dafür werde wiederum die Bewilligung als gewerbsmässiger Halter vorausgesetzt. Der Veterinärdienst hat Bühler nun die Zucht stark eingeschränkt. Er darf nur noch so viele Tiere züchten, wie für den Erhalt seines Rudels nötig sind.
Trotz all der Vorwürfe: Kantonstierarzt Wyss hält Bühler zugute, dass die Hundehaltung und der Zustand der Tiere bei den Kontrollen nicht beanstandet werden mussten.
Kein Kommentar
Diese Zeitung wollte Wolf Fritz Bühler die Gelegenheit geben, zu den Vorfällen und Vorwürfen Stellung zu nehmen. Er verzichtete jedoch auf jeglichen Kommentar. Der Druck des Veterinärdienstes scheint teilweise gewirkt zu haben: Bühler hat im letzten Jahr sieben trächtigen Hündinnen eine Spritze verabreichen lassen, um den bevorstehenden Hundenachwuchs abzutreiben. Auf seiner Homepage bietet er jedoch immer noch «super schöne Sibirian Huskys und Alaska-Welpen» zum Verkauf an. Von Ende Dezember bis Ende Januar versteigerte ein Teammitglied der Huskyfarm auf der Internetauktionsbörse Ricardo ebenfalls Welpen. In Bühlers Zwinger begrüssten noch letzte Woche sechs Welpen schwanzwedelnd die Gäste. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.02.2010, 07:19 Uhr
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23 Kommentare
An es alle die das lesen ich habe selber vier Hunde von Wolf Bühler alle sind gesund. geht doch selber vorbei und schaut euch die Anlage an und die Tiere .Und entscheidet dann ob er wirklich so ein schlechter halter ist. Weil ich weiss dass er es nicht ist aus eigener erfahrung. Antworten
Ich möchte hier mal einiges klar stellen, Wir haben vier kleine, einen grossen Hunde von Herrn Wolf Fritz Bühler. 1. Alle unsere Hunde sind laut unserem Tierartzt in Thusis bei besster Gesundheit. 2. Wir als Familie waren mehrere male Gast bei Herrn Bühler, er war stehts anständig zu uns und den Hunden. 3. Wir haben Herr Bühler nie seine Hunde quälen sehen. 4. Herr Bühler ist gelernter Biologe. Antworten





















