Zu viel Erotik für die EVP - Partei will Sexmesse verhindern

Von Nadja Noldin/Christian Liechti. Aktualisiert am 15.03.2010 25 Kommentare

Langenthal soll im April das Zentrum der Lust werden: Die Erotikmesse bringt jedoch das Blut vieler zum Kochen. Die EVP verlangt, dass die Stadt die Bewilligung zurückzieht.

Viel nackte Haut soll Mitte April im Oberaargau zu sehen sein.

Viel nackte Haut soll Mitte April im Oberaargau zu sehen sein.
Bild: Keystone

Daniel Steiner verlangt von der Stadt, dass sie die Bewilligung zurückzieht.

Daniel Steiner verlangt von der Stadt, dass sie die Bewilligung zurückzieht.

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Die EVP Langenthal ist entsetzt und wehrt sich heftig gegen die geplante Sexmesse vom 16. bis 18. April. Die Organisatoren versprechen, dass an den drei Messetagen «internationale Topmodels der Erotik-Szene» nach Langenthal kommen. Die Models zeigen ihre Kurven unter dem Dach der Markthalle. Zutritt nur für Erwachsene. Die Markthalle gehört der Stadt Langenthal und wird von dieser auch vermietet.

«Bedenklich ist, dass nach den Minarett- und Neonazi-Geschichten Langenthal wieder in negative Schlagzeilen gerät», empört sich Grossrat und Präsident der EVP Langenthal Daniel Steiner. Er befürchtet für die Stadt «einen Imageschaden». Steiner ruft die zuständigen Behörden deshalb zum Handeln auf. Die Markthalle sei eine stadteigene Liegenschaft, die vermietet wird – «hier kann die Stadt schon mitreden», ist Daniel Steiner überzeugt.

EVP fordert: Bewilligung zurückziehen

Steiner will nun mit dem Gemeinderat das Gespräch suchen. Denn: «Nicht einmal unsere Gemeinderätin Paula Schaub wusste von der Erotikmesse», sagt Steiner. Die Bewilligung, die die Stadt an die Organisatoren erteilt habe, soll der Gemeinderat wieder rückgängig machen, fordert der EVP-Mann.

Den Vorwurf, er betreibe auf Kosten der Erotikmesse billigen Wahlkampf, lässt Steiner nicht gelten. «Dann dürfte ich mich vor den Grossrats-Wahlen zu gar keinem Thema mehr äussern», erwidert er.

Und was sagt die Langenthaler Stadtregierung, dass unter ihrem eigenen Markthallendach Erotik, Sex und Entertainment angeboten werden soll? Stadtpräsident Thomas Rufener konnte für eine Stellungnahme noch nicht erreicht werden.

Höschen und BH vorgeschrieben

Das Regierungsstatthalteramt hat die Messe bereits bewilligt. Jedoch mit einigen Auflagen. So soll zum Beispiel Live-Sex verboten sein. Auch all zu viel nackte Haut dürfen die Frauen und Männer hinter den Verkaufsständen nicht zeigen: Höschen und BH sind Vorschrift.

Auch in Bern gabs Kritik

Schon vor drei Jahren sorgte die Erotikmesse «Amor» in Bern für Ärger. Vor allem die Ankündigung, dass während der Messe auf dem BEA-Gelände auch Livesex geboten werde, stiess bei Politikern, Teilen der Bevölkerung und christlichen Kreisen auf Kritik. Jetzt soll die umstrittene Sexmesse vom 16.April bis 18.April in der Markthalle Langenthal stattfinden. Die Bewilligung hat der Regierungsstatthalter bereits erteilt.

Lesen Sie in der Berner Zeitung vom Dienstag, was die Langenthalerinnen und Langenthaler auf der Strasse von der Sexmesse halten.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.03.2010, 15:04 Uhr

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25 Kommentare

Ben Müller

15.03.2010, 09:21 Uhr
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Na ja, ich sehe das anders als die EVP Langenthal eher als Image Pflege für die Region.. Antworten


Heinrich Schibli

15.03.2010, 10:13 Uhr
Melden

Die EVP Langenthal ist so etwas von prüde, dass es schon fast verdächtig ist. Sie nehmen offenbar den Lauf der Zeit nicht mehr wahr und haben auch keine "Heftli" abonniert. Sie gehen offenbar nie ins Kino und lesen auch keine Zeitungen. Eine arme Partei und dies in der aufgeschlossenen Schweiz! Antworten



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