Wie im Berner Oberland die Gletscher schmelzen
Von Jon Mettler. Aktualisiert am 06.10.2011 2 Kommentare
Simon Oberli während der Arbeit im Gelände. (Bild: Daniela Oberli)
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Aus seiner grossen Auswahl von 515 Panoramabildern hat Simon Oberli Bernerzeitung.ch/Newsnet sechs Vergleichsfotografien von drei Gletschern aus dem Berner Oberland zur Verfügung gestellt. Die aktuellste Fotografie stammt vom 30. September 2011. Sie zeigt den Kanderfirn. Auf allen Vergleichsaufnahmen in der Bildstrecke oben ist zu sehen, wie sich die Gletscher zurückbilden.
Dabei überlässt es Oberli jedem einzelnen, die für ihn richtigen Schlüsse zu ziehen. Das macht den 47-Jährigen aus Hasle-Rüegsau sympathisch. Er vermeidet Alarmismus und strahlt auch keinen missionarischen Eifer aus. «Auf den Fotos halte ich das fest, was ich in der Natur sehe», sagt Oberli. «Der Betrachter soll sich selber Gedanken zu den Vergleichen machen.»
Oberli indes hat sich seine eigene Meinung schon gebildet: Er glaubt, dass der Mensch verantwortungslos mit der Natur umgeht: «Viele Indizien deuten für mich darauf hin, dass eine Kurskorrektur nötig und im Interesse aller sinnvoll wäre.» Technologie allein könne die anstehenden Probleme nicht lösen.
Bilder im Internet frei zugänglich
Oberli macht seine Bilder einem breiten Publikum zugänglich: Er publiziert die Fotografien auf den beiden Webseiten naturpanorama.ch und bergfotos.ch. 1984 hat er damit begonnen, den ersten Gletscher zu fotografieren. Seitdem hat der Ingenieur 1530 Bilder von 250 Gletschern eingepflegt.
Die Idee mit den Vergleichsbildern kam ihm, als er auf seinen zahlreichen Bergtouren beobachtete, dass die Gletscher ihre Formen über die Jahre änderten sowie kürzer und dünner wurden.
Politiker informiert
Beim Betreiben von Webseiten ist es aber nicht geblieben. Per Mail machten Oberli und seine Frau Daniela Politiker und verschiedene Umweltschutzorganisationen auf ihre Beobachtungen in den Alpen aufmerksam. Die Reaktionen fielen laut Oberli sehr unterschiedlich aus. Die Bandbreite habe von «Kein Problem, die Alpen waren früher auch schon eisfrei» über Zweifel an der Mitschuld der Menschen an der Klimaerwärmung bis zu echter Besorgnis gereicht, berichtet Oberli.
Er ist sich durchaus bewusst, dass seine Tätigkeit nicht ganz unproblematisch ist: «Wir leben im Emmental, die Gletscher befinden sich in den Bergen. Das heisst: Auch wir produzieren selber Lärm und Verkehr, wenn wir in die Berge reisen, um die Gletscher-Vergleichsbilder aufzunehmen.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.10.2011, 06:18 Uhr
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2 Kommentare
Der 1751 erstmals beim unteren Grindelwaldgletscher erwähnte Marmorbruch wurde kurze Zeit später vom vorrückenden Gletscher bedeckt. "Überraschend" tauchten 1865 im Eis grössere behauene Marmorblöcke und 1867 einige Werkzeuge auf. 1868 ging der Bruch wieder in Betrieb. - Soviel zum Thema der ständigen Fluktuation der Temperatur seit Jahrmillionen! Wie sonst will man die Erosion erglären? Äbe... Antworten
Wer die Schule besucht hat, sollte mitbekommen haben dass vor Jahrtausenden Eiszeit war, folglich wären wir nicht hier, hätte es kein Klimawandel gegeben. Das ganze Geschrei ist eine reine Geldmacherei und dient Politikern zum Profilieren. Die Natur ist nun mal stärker als der Mensch. Antworten
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