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Wenn der Waldboden bebt

Von Christian Häderli. Aktualisiert am 03.07.2011 1 Kommentar

Am vergangenen Wochenende fand im Emmental zum 18. Mal das Woodrock-Festival statt. Mit ungefähr 1000 Besuchern hat sich der «ewige Geheimtipp» seit den Anfängen des Openairs nicht wirklich vergrössert. Und das ist gut so.

1/13 Bei der Anfahrt ans «Woodrock» wurde einem eine spektakuläre Aussicht geboten.
Christian Häderli

   

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Bei der Anfahrt ans «Woodrock» kann man sich nur schwer vorstellen, das in der Nähe ein Festivalgelände stehen und Bands auftreten sollen. Idyllisch liegt das Emmental in der Abenddämmerung, Kühe stehen am Strassenrand, die Sonne steht nur noch knapp über dem Horizont. Nur ein Wegweiser lässt darauf schliessen, dass das Openair in unmittelbarer Nähe sein muss. Tatsächlich: Zwischen Bäumen befinden sich zwei Bühnen, Bars, ein Imbiss- und gar ein Merchandisingstand. Auch ein kleiner Zeltplatz ist vorhanden. Am Woodrock ist alles zu finden, was ein Festival ausmacht. Nur ist alles kleiner, die Stimmung ausgelassen.

Klein bleiben

«Dies soll auch so bleiben», sagt Nick Werren, Hauptverantwortlicher des Festivals. «Wir können gar nicht grösser werden, der Platz hier oben lässt dies nicht zu». Werren geht es um die einmalige Atmosphäre, die beibehalten werden soll. Eine Atmosphäre, die etlichen Leuten viel Wert ist. «Am Festival arbeiten alle ehrenamtlich, sonst wäre eine Durchführung nicht möglich», so Werren. Weil das Festival nicht wachsen soll, werden seit einigen Jahren keine eigentlichen Headliner mehr gebucht. Der Fokus wird auf unbekanntere Bands und regionale Newcomer gerichtet.

«Danee Woo» ist eine davon. Sie spielt an jenem Samstagabend am Woodrock. Geschätzte 200 Leute hören ihr bei perfekten Wetterbedingungen zu. Einige von ihnen antworten ihr, als sie in Zusammenhang mit ihrem nächsten Song fragt, ob jemand schon einmal alleine Geburtstag habe feiern müssen. Die meisten Besucher stehen vor der Bühne, einige essen etwas, diskutieren miteinander oder stehen an der Bar. «Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, das Wetter spiele keine Rolle», erklärt Werren. «Dieses Jahr hatten wir enormes Glück. Andere Jahre hat es uns grauenhaft ». Trotzdem sind immer einige Leute gekommen: «Als wir am Woodrock einmal besonders schlechtes Wetter erwischten, kamen ein paar Jungs als Joke mit Flossen und Taucherbrillen auf den Hügel. Die Hartgesottenen kommen bei jedem Wetter», stellt Werren klar.

Tanzen und feiern zum Vreneli

Inzwischen ist es dunkel geworden über dem Emmental. Die Stimmung jedoch bleibt friedlich. «Traktorkestar» werden angekündigt. «Si chömä usem öschtlechschtä Teil vor EU – us Bärn». Mit diesen Worten macht der Speaker die Bühne frei.

Das Orchester vermag das Publikum mit ihrem Gypsy-Sound mitzureissen. Nahezu das ganze Publikum tanzt und feiert mit. Höhepunkt bildet eine Neuinterpretation des Volksliedes «Vreneli Ab Em Guggisbärg», zu dem die Zuschauer lauthals mitsingen. Am Woodrock werden Traditionen gelebt und beibehalten. Dies lässt darauf hoffen, das sich das Festival auch in den nächsten Jahren nicht verändert. Sondern sich selber bleibt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.07.2011, 21:48 Uhr

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1 Kommentar

Ralph Wittwer

04.07.2011, 09:56 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Es war super, Stimmung einmalig! Traktorkestar war genial, ich frage mich nur, ist die wirklich Gypsy-Sound? Antworten



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