Wegen Frankenstärke: Frama führt ab sofort Kurzarbeit ein
Von Philippe Müller. Aktualisiert am 08.02.2012 2 Kommentare
Thomas Haugg ist Geschäftsführer der Frama AG in Lauperswil, die Frankierungsmaschinen herstellt. (Bild: Thomas Peter)
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Oft ist die Einführung von Kurzarbeit ein Anzeichen dafür, dass in einer Firma wenig später Arbeitsplätze gestrichen werden. Thomas P. Haug, Geschäftsführer der Frama AG in Lauperswil, glaubt nicht, dass dies bei seiner Firma der Fall sein wird. «Im Moment haben wir ein Zwischentief beim Auftragseingang und führen deshalb Kurzarbeit ein. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Situation ab Sommer stabilisiert.» Die Prognosen für die zweite Jahreshälfte seien aus heutiger Sicht recht optimistisch und liessen auf bessere Zeiten hoffen, so Haug. Zudem stünden im Sommer diverse Projekte an, die eine gewisse Auslastung in Aussicht stellten.
Der Grund für das Zwischentief ist schnell gefunden: Die Frankenstärke. Diese führt dazu, dass bei Frama weniger Bestellungen für Frankiersysteme, Falzmaschinen oder Briefwaagen eingehen. «Die Bestellungen treffen sehr kurzfristig ein, was die Situation sehr unberechenbar macht», sagt Haug. In einer Woche könne die Auslastung in der Produktion bei 100 Prozent liegen, die Woche darauf noch bei 40 Prozent. Deshalb hat sich die Geschäftsleitung dazu durchgerungen, für die knapp 50 Angestellten der Produktionsabteilung ab sofort zu 40 Prozent Kurzarbeit einzuführen. Das bedeutet: Wer Vollzeit arbeitet, muss zwei Tage zuhause bleiben.
Klumpenrisiko im Euroraum
Frama ist sehr stark vom Ausland abhängig: 95 Prozent ihrer Postverarbeitungsmaschinen verkauft die Firma ins Ausland. Rund 80 Prozent des Jahresumsatzes von rund 50 Millionen Franken erwirtschaftet Frama allein in Europa und ist damit stark den Euro- und Pfundwechselkursen ausgesetzt. Dieses Klumpenrisiko will Haug minimieren: «In mittelbarer Zukunft möchten wir ein Gegengewicht schaffen und uns auf neuen Märkten in Position bringen.» Ihm schweben vor allem die asiatischen Märkte mit Fokus Indien, Singapur, Malaysia, Thailand und Vietnam vor. Seit einiger Zeit bemühe sich Frama in diesen Ländern um den Markteinstieg. «Das braucht Zeit. Gerade in Asien ist es wichtig, dass zuerst eine Vertrauensbasis herrscht, bevor zwei Partner miteinander ins Geschäft kommen.»
Lauperswil ist nicht gefährdet
Es ist nicht das erste Mal, dass die Frama AG Kurzarbeit einführen muss. Ziemlich genau vor zehn Jahren mussten die Lauperswiler aufgrund der Einführung der Euro-Währung auf dieselbe Massnahme ausweichen. Die neue Währung führte damals dazu, dass praktisch alle Kunden gleichzeitig bei Frama neue Frankiermaschinen bestellten, wenig später dann aber eine sechsmonatige Flaute Einzug hielt.
Auch wenn Thomas P. Haug in der abermals unsicheren Zeit nicht in die Zukunft blicken kann, so gibt er doch Entwarnung: «Der Firmenstandort in Lauperswil steht nicht zur Diskussion.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.02.2012, 06:01 Uhr
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