Region
Was den höchsten Langnauer sauer macht
Von Markus Zahno. Aktualisiert am 09.02.2010 1 Kommentar
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2. Vizepräsidium
Gäbe es keine BDP, würde heuer die SVP turnusgemäss den 2. Vizepräsidenten des Langnauer Grossen Gemeinderates stellen. Nachdem die BDP bei den letzten Wahlen aber auf Anhieb drittstärkste Kraft geworden sind, haben sich die Parteien darauf geeinigt, in diesem Jahr der BDP das 2.Vizepräsidium – und damit das Präsidium im Jahr 2012 – zu überlassen. In das Amt gewählt wurde Hans Ulrich Hofmann. Johann Sommer (FDP) steigt vom bisherigen 2.Vize zum neuen 1.Vize auf. maz
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Ein Kollege habe kürzlich gesagt: «Es ist eigentlich schon erstaunlich, dass einer mit so einem frechen Mund wie du in ein solches Amt gewählt wird», erzählt Niklaus Müller schmunzelnd.
Gestern Abend wurde Müller einstimmig als neuer Präsident des Langnauer Grossen Gemeinderats (GGR) gewählt. In der Öffentlichkeit machte er sich bereits im Jahr 2000 einen Namen, als er, der junge Gewerkschaftssekretär, die Niedriglöhne von Oberemmentaler Grossfirmen anprangerte. Heute, zehn Jahre später und zwei Jahre nach einem kurzen Gastspiel als Chef des «Il Caffè», arbeitet er am Berufsvorbereitenden Schuljahr – dem ehemaligen «Zehnten» – in Burgdorf. Als Standortleiter (40 Prozent) koordiniert er ein Team von 25 Lehrkräften, als Lehrer (60 Prozent) unterrichtet er eine Integrationsklasse mit 16 Jugendlichen aus A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe
Gegen Nachteile kämpfen
Gewerkschafter und Lehrer: So unterschiedlich seien die beiden Berufe gar nicht, sagt Müller. «Die Leute, die unter den tiefen Löhnen gelitten haben, sind vergleichbar mit den Leuten, mit denen ich heute zu tun habe.» Junge Männer und Frauen, die meistens weit unten auf der Wunschliste der Arbeitgeber stehen. «Wir versuchen ihnen Selbstwertgefühl zu geben, ihnen aufzuzeigen, wie wichtig das Lernen der Sprache ist, sie für eine Lehre bereit zu machen. Dann können sie irgendwann auch zu einem anständigen Lohn arbeiten», sagt der 44-Jährige. Und für einen Augenblick blitzt sein Kampfgeist auf.
Niklaus Müller wuchs in Langnau auf und kehrte nach einem Bern-Abstecher 1996 zurück. 1998 kandidierte der SP-Mann für den GGR, 2000 rutschte er in den Rat nach, wo er mittlerweile der Amtsälteste ist. Er scheut sich nicht vor pointierten Äusserungen – für eine Dreifachturnhalle im Oberfeld, für Verkehrsberuhigungen oder gegen das Gemeindedarlehen für die SCL Tigers. Letzteres bekämpfte er, obwohl er seit Jahrzehnten mit dem SCL mitfiebert. «Mein Bauch hätte das Darlehen gesprochen. Aber der Kopf hat gesagt: Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, einem Unternehmen derart unter die Arme zu greifen.»
«Hey, so gehts nicht!»
Auch bei den härtesten Fights müssten stets Respekt und Anstand gewahrt werden, das ist Müller wichtig. So stand er nach hämischen Voten mehr als einmal auf und sagte: «Hey, so gehts nicht!» Oder: «So habe ich keine Lust, mit euch nachher ein Bier zu trinken.»
Dabei sitzt Niklaus Müller gern mit Leuten zusammen, spielt nächtelang Karten, kickt bei den Veteranen des FC Langnau oder schwingt sich aufs Bike. «Ohne Bewegung», sagt er, «werde ich giftig.» Aber noch wichtiger als der Sport sei die Familie – die Partnerin mit ihren beiden Söhnen und natürlich die beiden eigenen Töchter, für die er mit seiner Exfrau das Sorgerecht teilt. Unter der Woche verbringen sie zwei Abende bei ihm. «Diese Abende sind heilig.» Auch für die Politik würde er sie nicht opfern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.02.2010, 10:25 Uhr
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1 KOMMENTAR
Herzliche Gratulation zum grandiosen Wahlerfolg. Eine grosse Ehre, als "höchster Langnauer" amten zu dürfen . Vo nüt, chont nüt. Viel Glück und bleib dir treu
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