Wahlkampf total

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 17.03.2010 2 Kommentare

Noch nie waren Parteien und Kandidaten der Regierungs- und Grossratswahlen im Oberaargau so präsent wie in diesem Jahr. Doch die Auftritte unterscheiden sich stark – so wie auch die Wahlbudgets.

Plakatwald vor den Wahlen: Wie hier am Ortseingang von Huttwil stehen im Oberaargau Dutzende von Plakaten an den Strassenrändern - auf privaten Grundstücken.

Thomas Peter

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Plakate, Plakate, Plakate. Entlang der Strassen im Oberaargau lächeln die Köpfe der Kandidierenden für die Wahlen vom 28. März 2010 – in einer Zahl wie nie zuvor. Vom Zentrum Langenthals bis nach Herzogenbuchsee sind es allein 32 Stück. Ähnlich sieht es auf allen Ausfallstrassen der Stadt und rund um Huttwil, Roggwil, Wangen und Niederbipp aus. Der Wahlkampf läuft auf vollen Touren. Das zeigt auch ein Blick in Zeitungen und Anzeiger. Überall Köpfe und Namen von Kandidierenden, vielleicht noch ein Wahlslogan daneben. Auch viele Wahlanlässe haben im Oberaargau stattgefunden, jede Woche lud zumindest eine Partei ein zu einem Podium, einem Abend mit Gastredner oder einer Vorstellungsrunde derjenigen, die sich zur Wahl stellen.

SP ist weniger präsent

Praktisch alle Parteien zeigen sich so im öffentlichen Raum, bei Veranstaltungen oder in Druckerzeugnissen – mit einer Ausnahme: Die SP ist deutlich weniger auf Plakaten an Strassenrändern und in Zeitungsinseraten präsent. Auch Anlässe hat die Partei nicht veranstaltet. Warum?

«Es stimmt, im gekauften Raum sind wir nicht so stark vertreten», sagt Markus Meyer, Präsident der SP Oberaargau. «Doch die Behauptung, wir seien nicht präsent, ist eine Fehlinterpretation.» Meyer verweist auf etliche Standaktionen, welche die SP in den Dörfern, vor Grossverteilern und an Märkten durchgeführt habe. «Unsere Kandidatinnen und Kandidaten gehen hinaus zu den Leuten, suchen den Kontakt zu ihnen und verteilen Plüschtierchen und Gummibärchen.» Die Zurückhaltung in Sachen Plakate und Inserate erklärt sich gemäss Meyer mit den hohen Kosten. Auf Wahlanlässe hingegen habe man «bewusst verzichtet», so der SP-Präsident. Meyer begründet dies mit fehlendem Interesse: «Wir haben festgestellt, dass dorthin fast nur Leute kommen, die schon wissen, wen sie wählen werden.»

Einige der Anlässe geben ihm Recht. Das von der EVP organisierte Podium mit allen Oberaargauer Parteipräsidenten zum Beispiel lockte gerade mal 50 Personen in die Alte Mühle Langenthal. Doch andere Parteianlässe bringen den Gegenbeweis: Zum Abend der SVP Herzogenbuchsee vorgestern Montag mit Gastredner Christoph Blocher kamen rund 200 Personen. Auch die anderen Anlässe der SVP waren gut besucht. Und das Podium der FDP bei der Merkur Druck in Langenthal verzeichnete 150 Besucher. Es zeigte sich: Ist ein interessanter Redner dabei oder geht es um brennende Themen, so sind die Säle gut besetzt.

Anlässe teils gut besucht

Vom Aufmarsch zu den sechs Saalanlässen seiner Partei ist Christian Hadorn, Präsident der SVP Oberaargau, jedenfalls «sehr befriedigt». Vor allem durch interessante Themen habe die SVP «viele Leute angelockt, die sonst nicht an einen Wahlanlass gehen. Wir haben noch nie so stark mobilisiert wie diesmal.» Ähnliches gilt für die vier FDP-Wahlabende. «Ich bin sehr zufrieden, total kamen rund 700 Personen», sagt FDP-Präsident Hans Baumberger. Erreicht wurde dies durch aktuelle und aufs Lokale bezogene Diskussionsthemen.

Standaktionen führte die FDP Oberaargau nicht durch, doch waren Kandidaten in Eigenregie in Dörfern und in Langenthal vor Ort. Dagegen organisierten Sektionen der SVP vielerorts Standaktionen oder gingen mit Unterschriftensammlungen auf Stimmenfang. Auch andere Parteien machten so Wahlkampf.

Nebst öffentlichen Auftritten verteilten oder verschickten die meisten Parteien Kandidatenzettel, Wahlprospekte oder anderes Propagandamaterial. Bei der SVP sandte ein Teil der Kandidierenden Tausende von Doppelkandidatur-Karten an Bekannte, Freunde und Geschäftspartner.

Unterschiedliche Budgets

Für solche Aktionen fehle bei der SP das Geld, sagt Präsident Markus Meyer. Das Wahlkampfbudget der SP beträgt, inklusive Druck des Wahlversandes, 20'000 Franken. Die beiden andern grossen Parteien können mit deutlich grösserer Kelle anrichten: Die FDP hat 40'000 Franken budgetiert, die SVP ebenfalls 40'000 Franken, wovon 15'000 Franken von Sponsoren stammen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.03.2010, 10:34 Uhr

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2 Kommentare

Priska Grütter

17.03.2010, 10:52 Uhr
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Die SP hat in der letzten Legislatur in jeder Session gezeigt, für was sie sich einsetzt: sichere Jobs, erneuerbare Energien, sichere Renten, gute Bildung, etc. Die SP verkauft sich nicht der Wirtschaft. Daher ist das Budget kleiner. Wer nach der Anzahl Plakat wählt, hat etwas nicht begriffen: die Leistung der letzten 4 Jahre zählt. Darum SP Liste 5 wählen! Antworten


Ulrich Scheidegger

17.03.2010, 13:11 Uhr
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Man sieht schon an den Plakatfarben an wo noch Geld vorhanden ist. An den vielen Köpfen auf den Plakaten könnte man fast meinen, da sind alle ein wenig PolitikerInnen, oder auch -man wähnt sich an einer JeKaMi Veranstaltung. Ob jedoch die Fähigkeiten dieser vieler Köpfe wohl ausreichen für ein solches Amt, dass darf der Wähler noch entscheiden. Welche Farbe -haben die letzten vier Jahre gezeigt. Antworten



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