Region
WC im Bahnhof ist «keine Aufgabe der Post»
Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 09.02.2010 4 Kommentare
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«Die Toiletten befinden sich in den Zügen», stand auf dem kleinen Plakat mit der bunten Spielzeugeisenbahn, darunter in kleinerer Schrift, dass «bei Fragen oder Anregungen» die Gemeindeverwaltung Lyssach zuständig sei. Auf schon fast spielerische Art versuchte das Plakat, die Passanten auf die neue Situation am Bahnhof Lyssach einzustimmen. Es war kurz vor Weihnachten – und erst ein paar Tage her, seit die Türen zum öffentlichen WC geschlossen blieben und sich die Passanten für ihre dringenden Bedürfnisse anderweitig umsehen mussten.
Indem sie zum Beispiel eben ihr Geschäft vertagten und auf die nächste S-Bahn warteten.
Von der SBB zur Post
Mittlerweile ist das Plakat zwar verschwunden, doch die Türen zu den Toiletten bleiben unverrückbar zu. Nicht ohne Grund, wie Gemeindeschreiber Stefan Flückiger mit einem Blick zurück erklärt. Jahrelang habe die Gemeinde die der SBB gehörende Anlage geputzt. Sie sei auch für die Behebung der Schäden aufgekommen, die von den Vandalen immer wieder angerichtet worden seien.
Doch letztes Jahr übernahm die Post, die im Bahnhof seit Jahr und Tag ihre Filiale Lyssach führt, das Gebäude im Baurecht – und damit änderten sich die althergebrachten Gepflogenheiten. Die neue Hausherrin liess die Gemeinde wissen, man werde nun für die Toilette Miete verlangen. Denn ein öffentliches WC zu führen, betont Sprecher Mariano Masserini, «ist keine Aufgabe der Post».
Doch diese Mehrkosten wollten die Lyssacher Behörden so nicht hinnehmen. Sie entschieden, die Toilette zu schliessen. Zumindest vorderhand – noch in diesem Monat, stellt Gemeindeschreiber Flückiger in Aussicht, werde man darüber diskutieren, wie es weitergehe.
Viele verschiedene Modelle
Die Bahnhoftoiletten sind auch andernorts regelmässig ein Thema. Allein in der Region Burgdorf gibt es in dieser Sache fast so viele Modelle, wie es Gemeinden gibt. In Burgdorf etwa werden die Leute zum WC im Espresso-Buffet verwiesen, als Alternative dient die Anlage neben der alten Unterführung, die von der Stadt geputzt und allenfalls auch repariert wird. Diese von Lyssach her bekannte Lösung kommt auch in Wynigen zum Tragen.
Anders verfährt die BLS auf ihrem Netz, wie das Beispiel von Kirchberg-Alchenflüh zeigt. Wer hier zur Toilette geht, steckt zwar etwas Münz in den Automaten an der Tür, ist dafür aber sicher, dass in der Anlage keine ungebetenen Gäste ihr Unwesen treiben. Für die Reinigung kommt die Bahn auf. Wieder anders verfährt Hindelbank. Hier dürfen die Passanten gratis das WC im nahen Landi-Shop benützen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.02.2010, 10:58 Uhr
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4 KOMMENTARE
Arogannte Post . Immer weniger Dienstleistung. In Niedermuhlern hat die Post nach der Schliessung der Poststelle die Gemeindeverwaltung angefragt für einen Schlüssel von der Turnhalle neben der Postautohaltestelle damit die Chauffeure vom Postautodienst auf die Toilette können. Bezahlt die Post in der Gemeinde wohl Miete. Ich denke nicht
Was verwundern sich die Leute bloss? Das ist die rot/grüne Verwässerungs- und Verharmlosungspolitik! Das ist die fehlende Erziehung, ausgelöst durch die rot/grün Alternativen! Das ist die Abkehr von Anstand und Ordnung! Kinder werden aufgestellt, dann schaue die Allgemeinheit! Das sind die vielen unfähigen Eltern! Weiter so! Nur weiter so!
In meiner Wohngemeinde (Münchenbuchsee) ist die öffentlich Toilette beim Bahnhof (aus den gleichen, bedauerlichen Gründen) seit Jahren geschlossen. Mit dem Resultat, dass die "Geschäfte" in der Unterführung gemacht werden ... - Mittels Videoüberwachung könnten man den Vadalismus eindämmen, das "Problem" der WC-Miete würde bestehen bleiben.
"....indem sie zum Beispiel eben ihr Geschäft vertagten und auf die nächste S-Bahn warteten...", heisst es im Bericht. Und wenn die Zeit zum Vertagen bzw. bis zum nächsten Zug nicht reicht? Muss man dann hinter einen Pfosten machen? In letzterem Fall und in akuter Not ist die Bahnunterführung auch geeignet - speziell fürs dicke Geschäft, das etwas länger dauern kann.
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