Verkehr: Schulwege bewegen die Gemüter

Von Sebastian Weber. Aktualisiert am 13.03.2010

Das Thema Verkehr sorgt in Aarwangen für Gesprächsstoff. Gerade bei der Sicherheit der Schulwege bestehe dringend Handlungsbedarf. Dies zeigte der Informationsanlass des Netzwerks Verkehr Oberaargau.

Eine Lösung muss her: Tägliche Blechlawinen durchs Dorf gefährden die Schulwege.

Thomas Peter

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Die tägliche Blechlawine durch das Dorf beschäftigt die Arwangerinnen und Aarwanger seit längerem. Diese schwierige Verkehrssituation in Aarwangen war auch das Thema einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Gasthof Zum Wilden Mann, zu welchem das Netzwerk Verkehr Oberaargau eingeladen hatte. Unter dem Oberthema «Verkehr in Aarwangen: Lösungen für alle» wurde an drei Tischen über die Schulwegsicherheit, die Fussgänger und die Velos bis spät in den Abend diskutiert.

Eine rege und emotionale Diskussion fand dabei am Thementisch über die Sicherung der Schulwege statt. Die Problematik: Die meisten Kinder müssen in Aarwangen die Hauptstrasse benützen, um zur Schule zu kommen.

Lage hat sich verschärft

Mehrere Eltern drückten ihre Sorgen in Bezug auf den Schulweg aus. «Ich bin so weit, dass ich meinen Kindern rate mit ihrem Velo teils auf dem Trottoir zu fahren», sagte eine aufgebrachte Mutter. Dabei bekam auch der Kanton sein Fett weg: Durch die Zusammenlegung der Schulen in der Region habe man die Lage zusätzlich verschärft, hiess es von Seiten mehrerer Anwesender. Moderator Christoph Waber vom VCS Schweiz aber stellte klar: «Die Verantwortung für den Schulweg liegt grundsätzlich in den Händen der Eltern.» Einen wesentlichen Teil des Problems sei selbst gemacht: «Die Eltern haben die grösste Angst. Viele bringen deswegen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule», meinte Waber. Dies wiederum trage nicht zu einer Entschärfung bei. Im Gegenteil: Studien würden zeigen, dass jene Eltern, die mit dem Auto ihre Kinder abholen, die grösste Gefährdung für die Kinder auf dem Schulweg seien.

Kritik am Kanton

Unterschiedliche Meinungen herrschten darüber, was der Kanton zur Lösung des Problems beitragen kann, ja muss. Während sich die einen über mangelnde Unterstützung ärgerten und die Behäbigkeit der Behörden bei der Realisierung von Projekten kritisierten, nahmen andere den Kanton in Schutz. «Der Kanton hat wenig Mittel», erklärte Christoph Waber. Er habe es jetzt schon schwierig, alle eingereichten Bauprojekte zu realisieren. Es sei deshalb wichtig, riet Waber den anwesenden Aarwangern, auf den Kanton zuzugehen, sich einzubringen und nicht darauf zu warten, bis der Kanton sich endlich melde.

Einig war man sich darüber, dass sich die Situation in Zukunft durch den geplanten Autobahnzubringer verbessern könnte. Doch bis dahin vergeht noch viel Zeit.

Keine perfekte Lösung

«Wir brauchen jetzt, kurzfristig, schnelle Lösungen zur Sicherung der Schulwege.» Die Beteiligten diskutierten mehrere Ideen. So auch den Vorschlag, die Hauptstrasse für die Autofahrer unattraktiver zu machen.

Die perfekte Lösung des Problems konnte aber auch Christoph Waber nicht präsentieren. «Wir vom VCS können nur aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt.» Waber stellte die Kampagne «Pedibus» des VCS vor. Hier werden Kinder von erwachsenen Personen auf einer festgelegten Route zur Schule begleitet.

Denn eines sei für ihn klar, so Waber, auch wenn der Autobahnzubringer komme, blieben die Probleme mit der Sicherheit der Schulwege weiterhin bestehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2010, 11:15 Uhr

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