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Umweltschonende Energie soll zum Erlebnis werden

Von Stefan Kammermann. Aktualisiert am 04.11.2010

Lässt sich nachhaltige Energie erleben? Ja, sagt der Emmentaler Verein Energie plus. Unter dem Titel «Energieerlebnis» startete am Mittwoch in Langnau ein Projekt, das den Umgang mit nachhaltiger Energie zum Inhalt hat.

Projektleiter Anton Küchler hat im Ilfis Center die erste Ausstellung des Projekts «Energieerlebnis Langnau» eröffnet.

Projektleiter Anton Küchler hat im Ilfis Center die erste Ausstellung des Projekts «Energieerlebnis Langnau» eröffnet.
Bild: Thomas Peter

Heimische Energie nutzen

Das «Energieerlebnis Langnau» will den nachhaltigen Umgang mit Energie sichtbar machen, weil die im Emmental benötigte Energie in der Form von Strom, Wärme und Treibstoffen heute zu 94 Prozent importiert wird. Wie Berechnungen zeigen, fliessen dabei rund 200 Millionen Franken jährlich aus dem Emmental ab.
Gemäss einer Potenzialstudie der Energieregion Emmental könnten rund 80 Prozent der benötigten Energie regional und erneuerbar bereitgestellt werden. Dies bedeute Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region sowie eine krisensichere und CO2-neutrale Energieversorgung. Zu einer Wende beitragen könnten aber ebenso eine nachhaltige Nutzung einheimischer Energien, konsequentes Umsetzen von Energiespartechniken und eine dosierte Mobilität mit geringem Einsatz von Fremdenergie.

Stichworte

«Das Potenzial liegt vor der Haustüre.» Anton Küchler, Projektleiter der Energieregion Emmental, sprach ein Thema an, das nach seiner Ansicht im Emmental viele Reserven hat. Gemeint ist der Umgang mit nachhaltiger Energie. Der Energiefachmann präsentierte Mittwochnachmittag in Langnau gleich ein Beispiel, wie aus einem Kühlregal für Lebensmittel mit dessen Abwärme eine Sitzbank mit wohltuender Wärme versorgt werden kann.

Wie es sich anfühlt

Das Beispiel ist Teil der ersten Energie-Ausstellung im Rahmen des Projekts «Energieerlebnis Langnau» und wurde im Eingangsbereich des Ilfis Center eingerichtet. «Wir wollen damit aufzeigen, wie sich nachhaltige Energiegewinnung anfühlt», erläuterte Anton Küchler.

Der Standort im Ilfis Center war für den Auftakt des Projekts nicht zufällig gewählt. «Das Coop-Gebäude ist ein Leuchtturm für den Minergiestandard», sagte der Projektleiter. Insbesondere deshalb, weil das Einkaufszentrum dank einer gut gedämmten Gebäudehülle und ausgeklügelter Haustechnik schweizweit als Vorbild gilt.

Ziel sind zehn Standorte

Genau diese Vorbildfunktion wollen auch die Macher des Projekts «Energieerlebnis Langnau» wahrnehmen und bis im Herbst 2011 an zehn Standorten in der Gemeinde Langnau nachhaltige Energie erlebbar machen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Langnau sind – bis auf die Windenergie – in sämtlichen relevanten Bereichen der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz beispielhafte Objekte vorhanden. Sie sind zum Teil in privatem, zum Teil auch im Besitz der Gemeinde Langnau. Das «Energieerlebnis Langnau» macht sie nun öffentlich zugänglich.

Neben der Ausstellung im Ilfis Center organisieren die Initianten zurzeit auch Führungen in der Heizzentrale des Wärmeverbundes Langnau, die Einblicke in die Welt der modernen Holzenergienutzung gibt, sowie in den Wasserkraftwerken am Langnauer Gewerbekanal. Dort liefern acht Kleinkraftwerke genügend Strom für rund 300 Haushalte.

Grosse Chance

Angesprochen sind mit den Führungen vor allem Schulklassen und weitere Interessierte. «Das Nutzen von erneuerbaren Energien bedeutet sowohl ökologisch wie auch wirtschaftlich eine grosse Chance», zeigte sich Anton Küchler überzeugt. Und kam noch einmal auf das Potenzial vor der Haustüre zurück. «Sonnenenergie, Biomasse, Wind, Wasser und Geothermie sind Beispiele», sagte er. Um diese Potenziale zu nutzen, brauche es kluge Köpfe, zündende Ideen und Menschen mit Eigenverantwortung.

«Energieerlebnis Langnau» ist eine Initiative des Vereins Energie plus und der Energieregion Emmental. Es wird von diversen Unternehmen, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, der Region Emmental und vom Bund unterstützt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.11.2010, 07:28 Uhr

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