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Trübe Aussichten fürs Spital Langnau

Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 18.03.2011

Ab 2012 werde es für das Spital schwierig, sagt Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud. Das neue Krankenversicherungsgesetz sei nicht für Randregionen gemacht.

Das Regionalspital Emmental in Langnau.

Das Regionalspital Emmental in Langnau.
Bild: Thomas Peter

Hat das Spital in Langnau längerfristig überhaupt noch eine Chance? Die Frage brannte den versammelten SPlerinnen und SPlern unter den Nägeln. Ausführlich hatte Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud, auch er ein Genosse, an ihrer Hauptversammlung über die Spitallandschaft der Zukunft referiert, war dabei auch auf das neue Krankenversicherungsgesetz zu reden gekommen, wie es ab 2012 gelten soll. Es beschert den Spitälern sogenannte Fallpauschalen und damit mehr finanziellen Druck – eigentlich, so Perrenoud, sei diese Revision ganz auf ein kompakt besiedeltes Gebiet wie das Mittelland zugeschnitten. Und nicht auf eine topografisch schwierige und entsprechend dünner besiedelte Region wie das Emmental, wo die Versorgung pro Kopf automatisch teurer sei, «hier gibt es Probleme».

Deshalb brauche es neue Modelle – Perrenoud sprach von Gesundheitszentren, zu denen die Spitäler am Rand werden könnten. Dank solcher «Teilzeitspitälern», die ohne Notfall und damit nicht mehr rund um die Uhr betrieben würden, bleibe wenigstens «ein Bezug zum Gesundheitswesen» erhalten. Den Hausärzten biete ein solches Zentrum zudem die Gelegenheit, sich anzugliedern und ihre Kräfte zu bündeln. Zugleich helfe es mit, die hausärztliche Grundversorgung zu sichern – angesichts der hohen Kosten und der grossen Arbeitsbelastung könnten sich ja immer weniger junge Berufsleute für die klassische Einzelpraxis begeistern.

Gesundheitszentren? Für sie sei das Wort «nur eine leere Floskel», hielt dem die Grossrätin und Ärztin Danielle Lemann entgegen. Ein Modell der Zusammenarbeit, wie es Perrenoud vorschwebe, werde in Langnau bereits heute gelebt, allerdings «nicht unter dem gleichen Dach, sondern im gleichen Dorf». Für die Ärzte sei ein Spital, das nicht in Teilzeit, sondern rund um die Uhr arbeite, viel wichtiger. Seis, weil es im Notfalldienst entlaste, seis, weil es fachlichen Rückhalt gebe – «ich weiss von einer Kollegin, die nur deshalb nach Langnau gekommen ist, weil wir hier über ein Spital verfügen».

Die Region habe das Schicksal ihres Spitals zu einem guten Teil selber in der Hand, konterte wiederum Perrenoud. Er erinnerte daran, dass die Langnauer rund die Hälfte aller Behandlungen im Zentrum Bern beziehen, führte weiter aus, dass das Regionalspital Emmental mit den Häusern Burgdorf und Langnau ein Problem habe. Mit zwei Standorten werde es unter dem neuen Krankenversicherungsgesetz schwierig, wobei: «Ich sage nicht, dass es unmöglich ist.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.03.2011, 09:11 Uhr

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