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Terrasoles zahlt Tierbetreuer nicht

Aktualisiert am 22.10.2011 4 Kommentare

Die Tierbetreuungsfirma Terrasoles aus Herzogenbuchsee gerät in die Schusslinie: Ehemalige Angestellte beklagen sich, sie hätten ihre Löhne nicht erhalten. Der Firmeninhaber gelobt Besserung, er will zahlen. Allerdings ist der Mann hoch verschuldet.

Thomas Siegenthaler ist ein Tierfreund: Der Langenthaler hat bei der Tierbetreuungsfirma Terrasoles gearbeitet, aber nie Lohn erhalten. Jetzt macht er als Selbstständiger weiter. Hier kümmert er sich um Hündin Sira.

Thomas Siegenthaler ist ein Tierfreund: Der Langenthaler hat bei der Tierbetreuungsfirma Terrasoles gearbeitet, aber nie Lohn erhalten. Jetzt macht er als Selbstständiger weiter. Hier kümmert er sich um Hündin Sira.
Bild: Thomas Peter

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Thomas Siegenthaler mag Tiere. Das ist auch der Grund, warum der Langenthaler im August 2010 bei Terrasoles angeheuert hat. Die Firma aus Herzogenbuchsee bietet gemäss ihrer Internetseite Dienstleistungen rund um Haustiere an: Das Angebot reicht von Hundesitting über einen Haushüterservice bis hin zur Vermittlung von Ferienplätzen. Sechs Monate hat Siegenthaler für Terrasoles gearbeitet, Geld hat er keins erhalten. «Es läuft ein Betreibungsverfahren», sagt er. Es geht um rund 2500 Franken.

Siegenthaler ist nicht der Einzige, der mit Terrasoles eine Rechnung offen hat. Der BZ liegen Klagen zahlreicher ehemaliger Angestellter und Freelancer vor: Die Forderungen reichen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Franken. Nicht in allen Fällen laufen Betreibungen.

Sogar ein Prozess ist möglich

Betroffen ist auch Daniel Schild aus Freimettigen. Er hat während einiger Monate bis Januar 2011 für Terrasoles als Regionalleiter gearbeitet. Aus dieser Zeit sind gemäss Schild Lohnzahlungen von rund 6000 Franken ausstehend. Betrieben hat er den Terrasoles-Inhaber nicht. Hinzu kommen zusätzliche 3000 Franken aus einem Vergleich: Weil Schild vom Terrasoles-Inhaber beleidigt worden war, hat er diesen wegen Ehrverletzung eingeklagt. Die Parteien einigten sich Mitte August auf einen Vergleich. Doch bis heute hat Schild das Geld nicht erhalten.

Andrea Müller von der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland bestätigt den Fall. Unklar ist, wie es jetzt weitergeht. Möglich ist, dass das Verfahren trotz ausstehender Zahlung eingestellt wird. Es könnte aber auch zu einem Strafbefehl oder sogar zu einem Prozess kommen.

57 offene Verlustscheine

Schild rechnet indessen nicht damit, dass er jemals Geld erhalten wird. Beim Inhaber von Terrasoles sei nichts zu holen. Ein Betreibungsregisterauszug vom Februar 2011 scheint ihm recht zu geben: Gemäss dem Papier, das der BZ vorliegt, sind beim Terrasoles-Inhaber für die Zeit von 1992 bis Februar 2011 nicht weniger als 57 Verlustscheine im Gesamtbetrag von rund 240000 Franken offen. Von Juni 2009 bis Februar 2011 sind elf Betreibungsverfahren im Totalbetrag von rund 8000 Franken vermerkt. Allerdings hat der Terrasoles-Inhaber in mindestens zehn Fällen Rechtsvorschlag erhoben.

Auf der Liste der Gläubiger des Terrasoles-Inhabers steht auch André Held aus Aarwangen. Seine offene Rechnung beläuft sich auf rund 2000 Franken. In einem Bericht von TeleBärn diesen Frühling hatte Held noch Auskunft gegeben. Heute sagt er aber: «Für mich ist der Fall erledigt.» Den Terrasoles-Inhaber werde er bei Gelegenheit noch persönlich zur Rede stellen.

Firma ist «nicht mehr aktiv»

Abgeschlossen ist allem Anschein nach auch die Geschichte der Firma selber. Terrasoles sei «nicht mehr aktiv» und sogar schon aufgelöst worden, schreibt der Inhaber in einem Mail. Die Inhalte auf der Internetseite von Terrasoles wurden im Verlauf der BZ-Recherchen vom Netz genommen. Die Seite selber blieb aber aufgeschaltet.

Die ausstehenden Zahlungen an frühere Angestellte will der Inhaber laut eigenen Aussagen bald begleichen. Er liege derzeit wegen einer schweren Krankheit im Spital, schreibt er dazu. In etwa zehn Tagen werde er entlassen, dann sitze er mit seinem Treuhänder zusammen, «und der wird alle bestehenden Forderungen begleichen». Zum Vergleich mit dem Ex-Regionalleiter Schild schreibt der Inhaber: Diese Forderung sei berechtigt. Allerdings sei ihm dabei die Krankheit in die Quere gekommen.

Die Firma Terrasoles wurde laut der Internetseite von der Heidenmoosstrasse 40 in Herzogenbuchsee betrieben. Das Haus an dieser Adresse ist gemäss Grundbuchamt Ende August verkauft worden. Der Terrasoles-Inhaber schreibt dazu bloss: «Ich bin nach wie vor in Herzogenbuchsee angemeldet, und meine Postanschrift ist auch in Herzogenbuchsee.» Weitere Fragen lässt er unbeantwortet. Diese seien ihm zu persönlich.

«Ich bin immer gut gefahren»

Trotz der Probleme des Terrasoles-Inhabers: Einen schlechten Ruf geniesset der Mann deswegen in der Region nicht. «Ich bin immer gut gefahren mit ihm», sagt Susanne Hirschi, Inhaberin der Hundeschule Sitz-Platz in Oberönz. Sie habe ihre Hündin jeweils in die Obhut des Firmeninhabers gegeben. Der Mann sei zuverlässig gewesen.

Auch der Langenthaler Tierliebhaber Siegenthaler mag nicht zürnen. Er denke nicht, dass er jemals Geld sehen werde, sagt er. Aber dafür hat er etwas anderes mitgenommen: Heute betreut Siegenthaler im Nebenerwerb einige seiner früheren Terrasoles-Kunden.

Erstellt: 22.10.2011, 17:32 Uhr

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4 Kommentare

Franziska Scheidegger

01.01.2012, 19:51 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Habe mein Geld auch nie gesehen, Herr Probst hat mich, wie wohl andere auch, an der Nase herum geführt...Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! In dem Sinne habe ich mein Geld einfach abgeschrieben!
Liebe Leute, haltet einen "Sicherheitsabstand" zu dieser Firma!!!
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brigitte stampfli

24.10.2011, 13:32 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Geschädigte in Zürich
Wir haben Aufträge von Terrasoles, einer Irene Ammann im August für vier Wochen zur vollsten
Zufriedenheit der Kunden im Bereiche Hundebetreuung wahrgenommen. Die Kunden haben die Rechnung bezahlt, nur wir haben weder Abrechnung noch Geld gesehen. Nur Vertröstungen. Eine Betreibung lohnt sich
nicht, sondern eine Strafanzeige wegen "Erschleichung von Dienstleistungen".
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