TV-Bauer Peter: «Wer mich kennt, weiss, wie ich bin»
Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 22.12.2011 1 Kommentar
Ob er mittlerweile zur Schweizer Prominenz gehört? Peter Baumgartner weiss es nicht so recht. Ganz von der Hand weissen kann der Landwirt und Aussendienstler aus Trub die Vermutung aber nicht. Erst vorgestern hatte er wieder einen Auftritt im «Blick»: «TV-Bauer Peter ist begeistert», stand in dicken Buchstaben über dem Bild, das ihn mit dem neuen erotisch angehauchten Girl-Kalender des nationalen Boulevardblatts zeigte.
Peter Baumgartner, Bauer, ledig, auf der Suche: Gleich mehrfach hat der 30-Jährige, der mit seinem Bruder im Truber Hügelland ein 20 Hektar-Heimet führt und gleichzeitig für eine Firma aus Hasle Milchkühlanlagen verkauft, für Schlagzeilen gesorgt. Losgegangen ist es im letzten August, als der Privatsender 3plus mit einer neuen, auf vier Monate angelegten Staffel der Kuppelsoap «Bauer, ledig, sucht» an den Start ging.
Von allem Anfang an verkauften ihn die Fernsehmacher als Schönling, der mit sanften Händen seine Tiere und wohl auch bald seine Angebetete massiert. Der «Blick» stimmte bald in dieses Loblied über den «schönsten TV-Bauern» aller Zeiten ein – um ihm nur kurze Zeit später und leicht entrüstet den Stempel als «Bauer Nimmersatt» mit dem «grossen Frauenverschleiss» aufzudrücken. Natürlich stets schön garniert mit Bildern, die ihn mit nacktem Oberkörper und damit entsprechend sexy zeigten. Dass nun, da er an der Schwelle zum Jahr 2012 einmal mehr für den «Blick» posiert, erneut viel nackte Haut zu sehen ist, passt förmlich ins Klischee. Auch wenn auf diesem Bild ja nicht er, sondern das Kalender-Girl nur leicht bekleite dasteht.
Nicht vor laufender Kamera
Peter Baumgartner lacht. Klar sei er für die Sendung in ein Schema gedrückt worden, das nicht in allen Bereichen seiner Person entspreche, sagt er. Genauso eindeutig steht für ihn aber auch fest, «dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe». Das Seilziehen mit den Leuten von 3plus hat ihm ganz offensichtlich nichts ausgemacht, ja fast scheint es, als ob er diesen Kampf zwischen selber bestimmen zu können und fremdbestimmt zu werden mit einer gewissen Spielfreude ausgefochten hat. Was fremde Leute über ihn dächten, betont er denn auch, störe ihn weniger. «Und wer mich persönlich kennt, weiss ja, wie ich bin.»
Er habe halt «keine 08/15-Geschichte» bieten wollen, fährt Peter Baumgartner fort. So sei es für ihn nicht in Frage gekommen, sich vor laufender Kamera einer Liebelei hinzugeben, unbeachtet dessen, dass solches Tun in der Sendung eigentlich sehr gefragt wäre. «Das mache ich nicht, fertig, Punkt» – diesen Standpunkt, betont er, habe er stets deutlich vertreten.
Vielleicht, fügt er ein Stück nachdenklicher an, sei er genau aus diesem Grund zuweilen etwas zu arrogant herübergekommen. Als Macho eben, der er doch gar nicht sei.
Etwas bahnt sich an
Vor zwei Wochen ist die Staffel definitiv zu Ende gegangen. Was bleibt? Sicher das Erlebnis Fernsehen; «ich weiss jetzt, wie so eine Sendung funktioniert, das war eine gute Erfahrung». Weiter der Absatz für das Beer-Beef, die mit Bier produzierte Fleischspezialität von seinem Hof; «unser Kundenkreis hat sich nicht zuletzt dank der Sendung merklich erweitert». Und schliesslich eine gewisse Bekanntheit, die er trotz allem geniesst; «ich werde noch heute angesprochen».
Intreressant sei übrigens, dass dies in der Ostschweiz viel offensiver geschehe als im Bernbiet. Das sei ihm im Hebst beim Besuch der Landwirtschaftsmesse Olma in St. Gallen so richtig bewusst geworden.
Plötzlich wird Peter Baumgartner geheimnisvoll. Zum Schluss soll er nämlich noch auf die Frage aller Fragen antworten, soll verraten, ob er noch immer Bauer, ledig, auf der Suche ist. «Es tut sich etwas», meint er nur vielsagend, um auf Nachfrage immerhin noch zu ergänzen: Zustande gekommen sei der Kontakt über die Sendung, aufgetreten sei die Frau in der Staffel aber nie. Vielleicht werde sie irgendwann doch noch im Fernsehen zu sehen sein, mehr dürfe er zurzeit noch nicht verraten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.12.2011, 06:25 Uhr
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