Spieler und Stadion sind bereit

Von Tobias Granwehr. Aktualisiert am 15.02.2013

Gerade rechtzeitig zum Playoff-Start konnten die Kunsteisbahn Langenthal AG und der SC Langenthal verschiedene Verbesserungen im Schoren abschliessen.

Diskutieren über die letzten Bauarbeiten im Stadion: SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf (links) und Stefan Costa, Verwaltungsratspräsident der Kunsteisbahn AG, vor der neuen Spielerbank. Dahinter ist einer der neuen Notausgänge zu sehen.

Diskutieren über die letzten Bauarbeiten im Stadion: SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf (links) und Stefan Costa, Verwaltungsratspräsident der Kunsteisbahn AG, vor der neuen Spielerbank. Dahinter ist einer der neuen Notausgänge zu sehen.
Bild: Thomas Peter

Auf dem Eis trainieren die Spieler des SC Langenthal konzentriert, aber mit viel Freude. Auch neben dem Eisfeld wird konzentriert gearbeitet. Denn bis zum ersten Playoff-Heimspiel gegen die GCK Lions heute Abend müssen nicht nur die Spieler bereit, sondern im Stadion auch alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Die Kunsteisbahn Langenthal AG (KEB) als Betreiberin des Stadions Schoren hat in den vergangenen Monaten in verschiedene Sicherheitsmassnahmen investiert. Damit werden Auflagen sowohl der Nationalliga wie auch der Berner Gebäudeversicherung (GVB) erfüllt. «Diese Auflagen wurden uns nicht wegen des Titelgewinns im vergangenen Jahr auferlegt», stellt SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf klar. «Es war der Liga und den Clubs schon lange ein Bedürfnis, Verbesserungen anzustreben.» Es seien alle Stadien der Nationalliga-B-Clubs erfasst worden mit dem Ziel, punkto Sicherheit alle auf ein ähnliches Level zu bringen, so Kämpf.

Spielerbank und Notausgänge

Vor Ort erläutert Stefan Costa, Verwaltungsratspräsident der KEB AG, was verbessert wurde. Er zeigt die zusätzlichen Notausgänge, die eingebaut wurden. Zum Beispiel hinter der Spielerbank oder in zwei Ecken. Dadurch konnten laut Costa auch die Fluchtwege deutlich verbreitert werden. Kämpf ergänzt: Die Erneuerung der Spielerbank sei seit längerem ein Thema gewesen. Da dahinter ohnehin ein neuer Notausgang geplant worden sei, habe man diese beiden Massnahmen kombinieren können. Damit entspricht die Sicherheit jetzt den Liga-Standards und die Spielerbank jenen des internationalen Eishockeys.

KEB und SCL bauen nicht einfach ins Blaue hinaus, sondern nach einem Konzept, das die beiden Partner zusammen mit der Stadt als Hallenbesitzerin, mit der GVB und der Burgergemeinde Schoren als Grundstücksbesitzerin erarbeitet haben. «Dabei war es wichtig, dass die Zuschauerkapazität erhalten werden kann», sagt Costa. Diese liegt bei 4500 Zuschauern. Zwar kommen in der Qualifikation nur in den Derbys gegen Olten mehr als 3500 Fans ins Stadion. Doch die Playoffs im vergangenen Winter haben gezeigt: Spielt der SCL vor vollem Haus, wirds in der Halle eng. «Zwar hätten wir auf Verbesserungen verzichten können, dadurch wäre die Zuschauerkapazität aber eingeschränkt worden», erklärt Costa.

Alle Beteiligten seien sich jedoch einig gewesen: «Wir wollen keinen Rückschritt.» Denn will sich der SCL als NLB-Spitzenteam etablieren, sei ein Stadion mit 4500 Plätzen nötig, so Kämpf. «Sonst müssten wir unsere Strategie anpassen, was bis zu einem geordneten Rückzug in die 1.Liga hätte führen können.» Auch Länderspiele, wie es in den vergangenen Jahren einige gegeben hat, wären in Langenthal nicht mehr möglich.

Bis 2021 im Schoren

Von einem Rückzug kann dank der jetzt angestrebten Verbesserungen zum Glück keine Rede sein. Costa, von Berufes wegen Geschäftsführer der Region Oberaargau, sieht den SC Langenthal als Botschafter der Stadt und der Region. Es gebe also durchaus übergeordnete Gründe, das Stadion auch künftig NLB-tauglich zu halten. Deshalb planen KEB und SCL auch langfristig – «mit einem mehrstufigen Konzept», wie es Costa nennt. Bis 2015 wird die Eishockeyliga bezüglich Sicherheit nämlich noch einmal zusätzliche Massnahmen fordern. «Unser Ziel ist es, dass das Stadion Schoren dann von der Liga für weitere fünf Jahre abgenommen wird.» 2020/2021 endet ohnehin der Baurechtsvertrag zwischen Burgergemeinde und KEB. Bis 2015 wollen KEB und SCL zudem ein glaubwürdiges Alternativprojekt präsentieren. Für die Umsetzung eines neuen Stadionprojekts bliebe dann noch genügend Zeit.

Regional denken

Costa sagt: «Es ist nun Aufgabe von mir und des gesamten KEB-Verwaltungsrates, die Diskussion über ein neues Stadion an einem alternativen Standort zu lancieren.» Denn es sei klar: «In Schoren ist ein neues Stadion nicht realistisch.» Dabei müsse regional gedacht werden. Der SCL sei ja nicht bloss in Langenthal verwurzelt, sondern im ganzen Oberaargau – einer Region mit gut 100'000 Einwohnern. Kämpf begrüsst Costas Denkweise: «Wenn der SCL ein regionaler Leuchtturm sein soll, braucht es Leute, die regional denken.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.02.2013, 06:16 Uhr

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