Schulhaus Herzogenbuchsee zum Schnäppchenpreis

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 19.03.2010 1 Kommentar

Das alte Oberfeldschulhaus in Herzogenbuchsee hat neue Besitzer. Die Buchser Andreas Beer und Martin Würgler haben gestern vier der sechs unfertigen Wohnungen ersteigert. Sie wollen einen Neubau realisieren.

Den Zuschlag erhalten: Gantrufer Karl Wagner (hinten) zeigt auf die beiden Käufer. Die Steigerung lockte gestern 27 Personen ins Schloss Wangen.

Thomas Peter

Die neuen Besitzer: Die Buchser Martin Würgler (links) und Andreas Beer haben den Hauptteil des Gebäudes ersteigert.

Die neuen Besitzer: Die Buchser Martin Würgler (links) und Andreas Beer haben den Hauptteil des Gebäudes ersteigert. (Bild: Thomas Peter)

Bald am Ende: Das alte Schulhaus in Herzogenbuchsee.

Bald am Ende: Das alte Schulhaus in Herzogenbuchsee. (Bild: hrh)

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Für das alte Oberfeldschulhaus in Herzogenbuchsee naht das Ende. Gestern sind vier der sechs Wohnungen im Gebäude, die sich im Rohbau befinden, versteigert worden. Und die neuen Besitzer liessen durchblicken, dass sie das Gebäude nicht erhalten wollen.

Ausbau abgebrochen

Vor fünf Jahren hatte die freiburgische Immobilienfirma Begrag AG das Schulhaus der Gemeinde abgekauft. Die sanierungsbedürftigen Wohnungen sollten zu modernen Eigentumswohnungen umgebaut werden. Doch die begonnenenen Arbeiten gerieten wegen Geldmangels ins Stocken, 2008 folgte der Konkurs der Firma.

Die gestrige Steigerung im Schloss Wangen an der Aare stiess auf grosses Interesse: Nicht weniger als 27 Personen sassen im Saal, darunter eine Delegation der Gemeinde Herzogenbuchsee – inklusive Gemeindepräsidentin Charlotte Ruf.

Steigerer kann nicht zahlen

Gantrufer Karl Wagner lässt zuerst Gebote für jede einzelne Wohnung inklusive Landanteil (Stockwerkeigentum) machen. Die Wohnungen gehen für 1000 bis 3000 Franken weg – allerdings nur provisorisch. Denn anschliessend gibt es noch einen Gesamtaufruf für alle Wohnungen. Würde dort ein höheres Gebot vorliegen, so gingen die Wohnungen im Gesamtpaket weg.

Drei Parteien beginnen sich zu überbieten. Ab dem Startpreis von 10'000 Franken geht es hoch, manchmal in 1000-Franken-Schritten, manchmal ist das nächste Angebot mehrere tausend Franken höher. Als Karl Wagner «zum Dritten» ruft, liegt der Preis bei 85'000 Franken. Doch der Ersteigerer von der Firma Hydron Cyclon in Luterbach SO kann die in den Steigerungsbedingungen geforderte Anzahlung nicht sofort leisten. «Somit gilt das zweitletzte Gebot von 82'000 Franken», entscheidet Steigerungsleiter René Howald vom Konkursamt Emmental-Oberaargau. Da mischt sich der Langenthaler Immobilienhändler Otto Tona ein: Die Parteien hätten sich hochgetrieben, auch wenn die eine die Steigerungsbedingungen nicht erfüllt habe, sagt er. «Muss da nicht noch einmal von vorne begonnen werden?» Howald blättert eine Weile im Gesetzbuch, dann bekräftigt er: Das zweitletzte Gebot von 82'000 Franken gilt. Es stammte von Andreas Beer, Herzogenbuchsee. Der Baufachmann hat die vier Wohnungen zusammen mit dem Buchser Martin Würgler ersteigert. 82'000 Franken – ein Schnäppchen, denn nur schon das Grundstück dürfte über 300'000 Franken Wert sein.

Neues Bauprojekt geplant

Zwei der unfertigen Wohnungen im Schulhaus sind nicht unter den Hammer gekommen. Sie gehören zwei Einzelpersonen, welche sie der Firma Begrag vor Jahren abkauften. «Vor der Steigerung hatte ich Kontakt mit den jetzigen Käufern», sagt einer von ihnen gegenüber der BZ «Wir werden eine Lösung finden.»

Was soll nun mit dem alten Schulhaus geschehen? «Die Bausubstanz ist zu stark zerstört, man kann das Haus nicht mehr ausbauen», sagt Andreas Beer. Er und sein Partner wollen nun eine Lösung mit einem neuen Projekt suchen. Das hiesse: Abbruch und Neubau.

Geht das überhaupt? Das Gebäude gilt nämlich als «schützenswert». Doch bei der Gemeinde Herzogenbuchsee tönt es anders. Gemäss Auskunft der Bauverwaltung sei die Denkmalpflege bereit, auf die Einstufung zu verzichten. Damit scheint klar: Dem alten Oberfeldschulhaus, Baujahr 1870, wird bald einmal die letzte Stunde schlagen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.03.2010, 07:46 Uhr

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1 Kommentar

Edith Bieri

19.03.2010, 08:22 Uhr
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Dieses Dorf ist immer mehr eine Schande. In den Wohngebieten werden die Strassen durch die Anwohner als Autoabstellplätze genutzt!!!! Kein Durchkommen für Lieferanten von Heizoel. Aber das ist typisch für Buchsi Antworten



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