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Schöni will nach Rothrist ziehen

Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 12.01.2012 1 Kommentar

Einer der grossen Arbeitgeber will dem Oberaargau den Rücken kehren: Die Schöni Transport AG plant in Rothrist das neue Logistikzentrum, das vor zwei Jahren in Oberbipp am Widerstand der Bevölkerung gescheitert ist.

Auf dem Absprung: Klappt es mit dem Landkauf in Rothrist,  verlegt die Schöni Transport AG ihren Sitz von Wynau nach  Rothrist.

Auf dem Absprung: Klappt es mit dem Landkauf in Rothrist, verlegt die Schöni Transport AG ihren Sitz von Wynau nach Rothrist.
Bild: Thomas Peter

Schöni Holding AG

Die Schöni Transport AG mit Sitz in Wynau gehört in der Schweiz zu den Grossen der Branche. Sie beschäftigt rund 400 Mitarbeitende (70 in Wynau) und verfügt über eine Flotte von 350 Fahrzeugen. Damit ist sie das Herzstück einer Holding. Doch diese macht noch ganz anderes, als Waren zu transportieren. Neben der Schöni Transport AG gehören zur Schöni-Holding auch die 2009 in Betrieb genommene Sauerkrautfabrik in Oberbipp

(Finefood AG), ferner die Gloggner Reststoff AG in Perlen LU

und die Freitag Transport AG

in Bilten GL. Insgesamt beschäftigt die Schöni-Holding AG rund 700 Mitarbeitende.

Letztes Jahr hat die Holding nach eigenen Angaben einen Umsatz von 180 Millionen Franken erwirtschaftet.

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Schon wieder eine Hiobsbotschaft für die Oberaargauer Wirtschaft: Nach dem Stellenabbau bei der Bystronic Glass in Bützberg will jetzt die Schöni Transport AG von Wynau wegziehen. Das seit 1969 im Oberaargauer Dorf ansässige Unternehmen beabsichtigt, nach Rothrist im Aargau zu ziehen. Das haben die Rothrister Behörden und die Transportfirma Schöni am Dienstagabend an einer Informationsveranstaltung in Rothrist bekannt gegeben.

Neue Firmenzentrale

Ganz überraschend kommen die Pläne nicht. Nachdem die Firma Schöni ihr neues Logistikzentrum nicht hatte in Oberbipp bauen können, suchte sie einen neuen Standort. Jetzt ist sie in Rothrist fündig geworden: Auf dem sogenannten Ford-Areal hat sie sich ein 68000-Quadratmeter-Grundstück mit einem Vorvertrag gesichert. Das Areal mit einer Fläche von über neun Fussballfeldern gehört, nach dem Wegzug der Ford Motor Company, der Gemeinde Rothrist. Der vereinbarte Verkaufspreis beträgt 21,6 Millionen Franken.

Die Schöni Transport AG möchte ihre Standorte Wynau und Neuendorf SO am künftigen Standort Rothrist konzentrieren und dort eine eigentliche «Firmenzentrale» bauen. Vorgesehen sind unter anderem eine Umschlagplattform für den nationalen und internationalen Stückgutverkehr, ein Büro- und Verwaltungsgebäude, eine Werkstatt, Waschanlage, Tankstelle, ein Lagerhaus, ein Personalrestaurant und sogar ein Kinderhort. Insgesamt dürften dereinst zwischen 250 und 300 Leute in Rothrist arbeiten.

Damit hat die Firma Schöni ihr Logistikzentrum, das sie ursprünglich in Oberbipp realisieren wollte, fast identisch nach Rothrist gezügelt. Zur Erinnerung: In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Schöni Transport AG ihre Logistik im Oberbipper Gebiet Santiklaus zusammenlegen wollen. Firmenchef Daniel Schöni sagte damals: «Wir fühlen uns als Berner Unternehmen.»

Debakel in Oberbipp

Doch trotz Unterstützung der Gemeindebehörden und des Kantons (Wirtschaftsförderung) erlitt das 70-Millionen-Projekt Schiffbruch. Der Verein Pro Ortsbild und Landschaftsschutz und eine Bürgerinitiative machten mobil gegen das Grossprojekt. Dazu kam, dass die Firma Schöni zu jener Zeit in Oberbipp auch wegen ihrer Sauerkrautfabrik und der Geruchsemissionen in der Kritik stand. Als die Kampagne gegen das Logistikzentrum auch vor der Familie Schöni, die in Oberbipp wohnt, nicht haltmachte, gab Daniel Schöni zermürbt auf und zog das Projekt zurück.

Stimmbürger entscheiden

Jetzt der neue Versuch in Rothrist. An der öffentlichen Information am Dienstag nahmen die Rothrister die Schöni-Pläne mehrheitlich wohlwollend auf – zumindest die, die sich zu Wort meldeten. «Das Projekt imponiert mir», sagte ein Teilnehmer. Ein anderer : «Das ist eine Firma, die man wenigstens kennt.» Einzig ein junger Mann meinte, die Gemeinde solle noch zuwarten, bis es weitere Interessenten für das Land gebe. Es war der Sohn des bekannten SVP-Nationalrats Ulrich Giezendanner: Dieser betreibt in Rothrist ebenfalls ein Transportunternehmen.

Das letzte Wort haben die Rothrister Stimmberechtigten: Am 8.März entscheiden sie an einer ausserordentlichen Versammlung, ob die Gemeinde das Ford-Areal an die Firma Schöni verkaufen soll. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2012, 08:48 Uhr

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1 Kommentar

Jörg Will

13.01.2012, 08:38 Uhr
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So geht's , wenn man Unternehmer verärgert. Im Oberaargau gibt es Gemeinden , die verpassen es immer wieder, gute Firmen anzusiedeln. Es beginnt mit dem Zurverfügungstellen von Industrieland bis zu, das muss man festhalten, nicht optimalen Steueranlagen im Kanton Bern. So verlieren wir immer mehr Marktanteile und Steuereingänge. Der Kanton Bern wird zunehmend schwächer. Wir sind aber selber schuld Antworten



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