Region

Schlittenfahrten stören das Wild

Neue Kritik an der Huskyfarm von Wolf Fritz Bühler: Er störe mit seinen Hundeschlittenfahrten im Honegggebiet die Wildtiere. Trotzdem steht die Gemeinde Röthenbach hinter Bühler und erlässt ihm die Hälfte der Hundetaxe.

Huskyhalter Wolf Fritz Bühler in seiner Anlage.

Claudia Langenegger

Nicht gern gesehen: Die Schlittenhundefahrten auf der Honegg sollen eingeschränkt werden.

Nicht gern gesehen: Die Schlittenhundefahrten auf der Honegg sollen eingeschränkt werden. (Bild: Claudia Langenegger)

Gemeindepräsident Rudolf Megert lässt ihn gewähren.

Gemeindepräsident Rudolf Megert lässt ihn gewähren. (Bild: Marcel Bieri)

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Für Wolf Fritz Bühler wird es immer schwieriger, auf der Schyneggschwand am Schallenberg seine «Huskyfarm Emmental» zu betreiben. Bühler bietet auf dem abgelegenen Bauernhof Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhlaufen und Fliegenfischen an. Der kantonale Veterinärdienst hat ihm das Züchten von Welpen zum Verkauf massiv eingeschränkt. Zudem erfüllt Bühler die Voraussetzungen nicht, so viele Hunde zu halten. Denn mit 29 erwachsenen Tieren gilt sein Rudel als Gewerbe.

Stört die Wildtiere

Nach Kantonspolizei und Veterinärdienst bereiten dem Hundeschlittenführer nun auch die Wildhut und die staatliche Waldabteilung Sorgen. Diesmal geht es nicht um die Zucht und die Haltung der Huskys, sondern um Bühlers Routen, auf denen er mit den Touristen Hundeschlittenfahrten durchführt und mit seinen Huskys trainiert.

Die Honegg ist eines der grössten zusammenhängenden Waldgebiete im Kanton Bern. Hier finden Rehe, Gämsen und Hirsche einen geschützten Lebensraum. Das Gebiet wird von der Waldabteilung Thun betreut. Gemäss Oberförster Heinz Zimmer versucht die Abteilung seit Jahren, mit «Fahrverboten und Schranken die Honegg zu beruhigen». Wer nicht berechtigt ist und nicht über die nötigen Bewilligungen verfügt, darf die Wege nicht befahren. Gemäss Zimmer läuft Bühlers Angebot für Touristen aus der ganzen Schweiz den Anstrengungen zuwider. «Wer sich nicht an die Verbote hält, muss mit einer Anzeige rechnen», so der Oberförster.

Streunende Huskys

Auch Wildhüter Fritz Dürig findet am Treiben auf der Schyneggschwand nicht immer Gefallen. Er hat im vergangenen Jahr zwei Mal festgestellt, dass mehrere Huskys von Bühler ausgerissen waren und unbeaufsichtigt im Wald umherstreiften. Er liess Bühler jeweils wissen, wo er die Tiere abholen konnte. Er habe zwar nie gehört, dass die Huskys Rehe jagten. Aber: «Unbeaufsichtigte Hunde sind eine grosse Gefahr für das Wild», sagt Dürig. Nicht nur die unbeaufsichtigten Hunde stören die Wildtiere: «Auch die Hundeschlittenfahrten taxiert die Wildhut als Störung», sagt Dürig. Deshalb soll Bühler die Waldwege auf der Honegg nicht mehr befahren dürfen.

Hündin büxt aus

Dass Bühler seine Huskys nicht immer unter Kontrolle hat, zeigte sich auch bei einem Besuch dieser Zeitung auf dem Hof auf der Schyneggschwand. Eine Hündin, die sechs Welpen säugte, kletterte den rund zwei Meter hohen Zaun hoch und erweiterte ihren Radius bis in die verschneiten Weiden. Auch durch den elektrischen Viehhüter oben an ihrem Gehege liess sich die Hündin nicht zurückhalten. Zwei weitere junge Huskys gruben neben der Zufahrt zum Hof im Schnee. Von Wolf Fritz Bühler war an diesem Morgen keine Spur zu sehen.

«Er soll zur Ruhe kommen»

Trotz des Eingreifens des Kantons: Die Gemeinde Röthenbach stellt sich schützend vor ihren Bürger. «Wir wollen Wolf Fritz Bühler die Möglichkeit geben – im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, versteht sich –, seine Huskyfarm zu betreiben», sagt Gemeindepräsident Rudolf Megert. Der Gemeinderat setze Bühler bewusst keinen Druck auf, weil er ihm «den Eindruck eines Gejagten» mache. «Wir hatten bisher einen langen Atem und sehr viel Geduld.»

Der Gemeinderat ist Bühler auch bei der Hundetaxe entgegengekommen. Für seine 29 Hunde müsste der Huskyhalter eigentlich 1'160 Franken bezahlen. Weil Bühler «finanziell nicht auf Rosen gebettet» sei, habe ihm der Gemeinderat nur die halbe Hundetaxe, 580 Franken, in Rechnung gestellt, so Megert. Die Hundetaxe habe er schliesslich bar bezahlt.

Keine Baubewilligung

Auch als Wolf Fritz Bühler hinter dem Bauernhaus auf der Schyneggschwand die Zwingeranlage aus Bauzäunen, Hundehütten und Käfigen aufstellte, sah sich die Gemeinde Röthenbach gemäss Megert nicht dazu veranlasst, eine Baubewilligung einzufordern. «Die baulichen Massnahmen im Hühnerhof scheinen uns minim», so Megert.

Das sahen die Baubehörden der Gemeinde Rüschegg 2008 anders. Im Weiler Mamishaus hatte Bühler ohne Bewilligung eine ähnliche Zwingeranlage errichtet. Schliesslich verfügte die Gemeinde die Zwangsräumung. Bühler suchte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vorher mit seinen Huskys das Weite. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.02.2010, 10:09 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

1 Kommentar

silvi dattz

25.02.2010, 11:35 Uhr
Melden

Ich verstehe das alles nicht, dann muss man diesen Mann genaue Auflagen geben, wenn er sich nicht daran hält folgen Geldstrafen, wenn er diese nicht bezahlen kann muss er diese Abarbeiten, Gemeindearbeiten leisten. Das er seine Hunde zu Gebärmaschinen missbraucht, um seinen Unterhalt zu finanzieren, warum wird da nicht gnadenlos eingegriffen? Habe für solche Menschen kein Verständnis. Antworten



Region

Populär auf Facebook Privatsphäre

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Weitere Videos Videothek öffnen


Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.