Samro will jede dritte Stelle streichen
Von Markus Zahno. Aktualisiert am 12.01.2012 1 Kommentar
Der Name Samro ist untrennbar mit den Kartoffelvollerntern verbunden, welche die Firma jahrzehntelang in der Burgdorfer Buchmatt herstellte. 2005 wurde die Produktion der Erntemaschinen beendet. Ein spanisches Unternehmen beabsichtigte zwar, sie in Lizenz zu produzieren – doch daraus sei nichts geworden, erklärt Peter Zumstein, CEO der Samro AG.
Heute hat die Samro AG andere Standbeine. Einerseits liefert sie nach wie vor Ersatzteile für die Kartoffelvollernter. Andererseits führt sie für verschiedenste Kunden Aufträge aus: Schweissarbeiten, Blechbiegungen, Oberflächenbeschichtungen und dergleichen. Sie fertigt ganze Baugruppen und Maschinen.
Auf Ende Januar
Bis Ende 2008 habe Samro erfolgreich geschäftet, sagt Zumstein. Dann begann die Wirtschaftskrise. Die Aufträge in der Kundenfertigung gingen zurück, der Preiskampf stieg, und der starke Franken sorgte für zusätzlichen Druck. Im vierten Quartal 2011 habe sich die Auftragslage erneut massiv verschlechtert, «und die Prognosen für 2012 zeigten einen weiteren Umsatzrückgang», teilt Samro mit. Trotz interner Kosteneinsparungen und der «Prüfung von Massnahmen mit verschiedenen Partnern» sei die Firma «von der heutigen Realität in der Metallindustrie eingeholt worden». Die Folge sind eine Restrukturierung und der geplante Abbau von 15 Stellen per Ende Januar. Die betroffenen Mitarbeiter würden aktiv bei der Suche neuer Arbeitsplätze unterstützt, so Zumstein. Man habe auch bereits Anfragen von anderen Firmen erhalten.
Heute zählt die Samro AG insgesamt 42 Angestellte, künftig werden es also noch knapp 30 sein. Durch diese Verkleinerung könne man «Kräfte bündeln», schreibt das Unternehmen. Der Tätigkeitsbereich werde der Gleiche bleiben, auch der Ersatzteildienst für die Kartoffelvollernter bleibe bestehen.
Ein Familienunternehmen
Die Firma hat eine lange Tradition. Begonnen hat sie mit dem Burgdorfer Bauernsohn Hans Kunz, der den ersten sogenannten Sammelroder – Abkürzung Samro – entwickelte. Kunz gründete die Firma in den Fünfzigerjahren, 1977 verkaufte er sie an die Bystronic AG.
Bevor die Bystronic Anfang der Neunzigerjahre in den Besitz der Conzzetta-Holding überging, wurde Samro wieder ausgegliedert. Seither geschäftet die Firma als eigenständiger Familienbetrieb. Damit, erklärt CEO Peter Zumstein, bestehe auch kein Zusammenhang mit den Plänen der Conzzetta-Holding, die am Bystronic-Standort Bützberg insgesamt 60 Stellen abbauen will. (Berner Zeitung)
Erstellt: 12.01.2012, 09:08 Uhr
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