SVP profitiert von der Islam-Debatte
Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 19.06.2010
Die Diskussion um das Minarett polarisiert und soll der SVP im Oberaargau jetzt 200 neue Mitglieder bringen. (Bild: Keystone )
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In der Islam-Debatte schreit die SVP besonders laut. Auch im Oberaargau. Geht es um Minarett- oder Burkaverbote, ist die Partei zur Stelle.
Jetzt zeigt sich: Die Schreie werden gehört vom Volk. Die Sektion Oberaargau hat in den letzten Monaten neue Mitglieder gewonnen. Das zumindest behauptet Aliki Panayides, Generalsekretärin der SVP Kanton Bern. Ein Grund für den Zulauf ist nicht zuletzt die Furcht der Bevölkerung vor dem Minarett und der Burka. Die grassierende Islam-Debatte.
Christian Hadorn, Grossrat und Präsident der SVP Oberaargau, präzisiert allerdings: Man habe im Zuge der Islam-Debatte nicht direkt neue Mitglieder gewonnen, aber viele neue Sympathisanten. Doch was nicht ist, soll nun noch werden: Die SVP Oberaargau will den Schwung aus der Islam-Debatte jetzt nutzen, um neue Mitglieder anzuwerben, wie sie in einem Communiqué schreibt. Und die «Gefahr der Islamisierung» bannen. Das Ziel sind 2000 Mitglieder, aktuell zählt die Partei 1800 Mitglieder. Um das zu erreichen, hat die SVP eigens eine Arbeitsgruppe gegründet. An der Spitze steht der junge Hardliner Patrick Freudiger.
Die Mitglieder schwinden
Die Nomination des Langenthaler SVP-Stadtrats ist kein Zufall. Der Jurist ist ein Minarett-Gegner der ersten Stunde, und er hat den Text der Anti-Minarett-Initiative mitverfasst. Bei den Grossratswahlen hatte er über 5800 Stimmen erzielt, damit ist er erster Ersatz in den Reihen der SVP Oberaargau.
In Langenthal zeigt Freudigers scharfe Zunge gegen die angebliche «Islamisierung» bereits Wirkung. Innerhalb weniger Monate gewann die lokale SVP 5neue Mitglieder.
Das klingt nach wenig. Doch Politologe Andreas Ladner sagt, dass andere Parteien schon froh wären, wenn sie nur ein neues Mitglied begrüssen könnten. Denn momentan würden alle Parteien unter einem klaren Mitgliederschwund leiden. Und auch Freudiger frohlockt: «Die Zahl liegt über dem Durchschnitt.»
JSVP legt am meisten zu
Am grössten ist der Gewinn hingegen bei der Jungen SVP Kanton Bern, die keine lokalen Sektionen kennt. In der Region Oberaargau beträgt der Zuwachs der JSVP seit der Anti-Minarett-Abstimmung satte 10 Prozent.
Für Patrick Freudiger, Vizepräsident der JSVP Kanton Bern, steht fest: «Das Islamisierungsthema steht bei den Neumitgliedern ganz vorne.» Das zeigten die Gespräche mit neuen Mitgliedern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.06.2010, 14:05 Uhr
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