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SRO auf Sparkurs: Jetzt bluten Ärzte

Von Kathrin Holzer. Aktualisiert am 06.09.2011 2 Kommentare

Die Spital Region Oberaargau AG hat ihren 42 Kaderärzten per Ende Jahr den Vertrag gekündet. Bei den Ärzten und ihren Dachorganisationen sorgen die Änderungskündigungen nun für heftige Kritik.

Ärzteschaft unter Druck: die SRO AG hat ihren 42 Kaderärzten die laufenden Verträge gekündigt. Bis Ende Jahr sollen sie neue Verträge mit einem neuen Lohnmodell unterschreiben.

Ärzteschaft unter Druck: die SRO AG hat ihren 42 Kaderärzten die laufenden Verträge gekündigt. Bis Ende Jahr sollen sie neue Verträge mit einem neuen Lohnmodell unterschreiben.
Bild: Keystone

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Erst vor einem knappen Monat wurde publik, dass die Spital Region Oberaargau (SRO) AG per Ende Jahr 30 Stellen abbauen will. Sind von der geplanten Streichung 40 Mitarbeitende aus dem nichtärztlichen Bereich betroffen, macht der Sparkurs der SRO aber auch vor der Ärzteschaft nicht halt. Wie der stellvertretende Spitaldirektor Dieter Widmer gestern auf Anfrage bestätigte, hat die SRO ihren 42 Kaderärzten Ende Juni die Verträge per Ende Jahr gekündigt. Bis spätestens dann sollen mit den Betroffenen nun neue, «zukunftstauglichere» Verträge ausgehandelt werden.

Spareffekt nur zweitrangig?

Im Vordergrund stünden – anders als beim Stellenabbau – aber nicht Sparmassnahmen, so Widmer. Das neue Lohnmodell mit einer fixen und einer variablen Komponente diene vielmehr einer «Verstetigung der Honorare» und führe zu nur geringen, individuellen Lohneinbussen. Die SRO erziele damit kleine Einsparungen, die von der Ärzteschaft nicht bestritten würden.

Das bestätigt auf Anfrage einer der betroffenen leitenden Ärzte der SRO. Der «Spareffekt» werde von der Ärzteschaft akzeptiert. Auf weniger Verständnis stosse indes das Vorgehen der Spitaldirektion. Die Ärzte seien Anfang Juni erstmals offiziell über die geplanten Änderungskündigungen informiert worden. «Ende Juni kamen dann die neuen Verträge – mit gewissen Unterschieden zu dem, was angekündigt worden war», so der Arzt. Zu den Inhalten will er zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. Diese würden derzeit verhandelt.

Betroffene unter Druck

Scharfe Kritik an den Änderungskündigungen der Spitaldirektion bleibt aber auch ausserhalb der SRO nicht aus. Rosmarie Glauser, Geschäftsführerin des Verbands Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte Sektion Bern, spricht von einem «drastischen Mittel», das die Betroffenen unter starken Druck setze.

Auch der Verein der leitenden Spitalärzte der Schweiz, zu dessen Mitgliedern ein Grossteil der leitenden SRO-Ärzte zählt, verurteilt das Vorgehen der SRO. «Vertragsänderungen kann man in Gesprächen herbeiführen», kritisiert Vereinspräsident Carlo Moll, selber Chefarzt. Die Kündigung aber nehme den betroffenen Ärzten jeden Verhandlungsspielraum. «Entweder du bist einverstanden, oder du gehst – das hat man mehreren unserer Mitglieder im SRO so gesagt», erzählt Moll.

Die betroffenen Ärzte selber haben bereits reagiert. Um bei den Verhandlungen gegenüber der Spitaldirektion gestärkt auftreten zu können, hat sich der Grossteil von ihnen Anfang Juli zu einem Verein zusammengeschlossen. Gemäss eines Mitglieds hat die Spitaldirektion den Ärzten gegenüber mittlerweile denn auch erste Zugeständnisse gemacht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.09.2011, 07:47 Uhr

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2 Kommentare

Beat Kellerhals

07.09.2011, 08:47 Uhr
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Ich frage mich nur warum es einen neu stellvertretenden Direktor braucht? Dieter Widmer war ja Verwaltungsratspräsident und hat sich jetz eine Stelle geschaffen als Stv. Direktor. Ich denke bei dieser Stelle wäre grosses Sparpotenzial und mit diesem Lohn könnte man zwei wenn nicht 3 Pflegende anstellen. wie sich solche Politiker immer wieder Stellen schaffen unglaublich! Antworten



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