Robyman, der Robydog für Menschen
Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 30.01.2012 2 Kommentare
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Dieser Robydog hat es in sich. Das heisst, eigentlich müsste man von einem Robyman reden, denn der kleine Holzkasten, ein liebevoll gefertigtes Hüsli mit einem Herzen vorn in der Tür, ist für den Menschen bestimmt. Und nicht etwa für seinen Vierbeiner, der gewöhnlich auf dem Spaziergang irgendwo sein Häufchen liegen lässt und so zum Ärgernis für viele wird – jedenfalls dann, wenn Herrchen es versäumt, die Bescherung aufzuputzen und das Ganze in einer dieser grünen Boxen namens Robydog zu versorgen.
Nein, dieses Hüsli hat ganz andere, eben menschliche Häufchen im Visier. Die sind nämlich zum Problem geworden, seit hier oben, im Gauchernwald bei Röthenbach, ein mittlerweile sehr bekannter Aussichtsturm steht. Gerade an schönen Tagen strömen die Leute in Scharen herbei, um knapp 40 Meter über Boden über die Tannenwipfel weg ins Land hinauszuschauen. Imposant bauen sich bei klarer Sicht in der Ferne die Alpen mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau auf – allerdings muss dieses Erlebnis mit nicht weniger als 195 Treppenstufen verdient sein. Dabei scheint der eine oder die andere nicht nur gehörig ins Schnaufen zu kommen, sondern auch ganz plötzlich in ganz andere Nöte zu geraten.
Von einem grossen Problem will in Röthenbach zwar niemand reden, immerhin aber von einem kleineren, zumal die ungeliebten, meist vom Dickicht gut getarnten Überraschungen schon für einige unappetitliche Zwischenfälle gesorgt haben. Bei den Kindern der Spielgruppe etwa, die hin und wieder im Gauchernwald unterwegs sind – doch was tun? Einfach an die Vernunft der Gäste appellieren und hoffen, dass sich das Problem so von allein löst? Oder nicht doch lieber gleich ein WC fest aufstellen? Wobei dieses ja nur wieder Kosten nach sich ziehen würde, nicht allein für den Kauf oder die Miete übrigens, sondern auch für die regelmässige Reinigung.
Weil der Turm schon heute Jahr für Jahr gut 7000 Franken Unterhalt kostet und die Spenden im Kässeli vor Ort dafür nur knapp ausreichen, und weil sowieso fraglich ist, wie schön eine solche Kabine anzuschauen wäre, suchten die Verantwortlichen nach einem anderen Weg. Die zündende Idee mit dem Robydog für den Menschen hatte der örtliche Verkehrsverein. Noch vor Einbruch des Winters stellte er das hölzerne Hüsli auf und stattete es mit dem nötigen Inhalt aus. Gleich zwei Rollen WC-Papier warten heute darauf, benutzt zu werden, weiter orange Plastiksäckchen, in denen die Bescherung, sauber eingepackt, zum echten Robydog gleich vis-à-vis getragen werden kann. Nicht fehlen darf, welch ein Luxus, eine Schachtel Feuchttüchlein in Blau zur verdienten Erfrischung nach getaner Arbeit.
Noch weiss keiner so recht, ob das Hüsli seinen Zweck bereits erfüllt. Der Winter ist ja nicht gerade die Jahreszeit mit den meisten Besuchern, dazu kommt, dass das kalte Wetter ohnehin nicht zu Sitzungen in freier Natur einlädt. Vor allem die Erfrischungstüchlein erfreuen sich derzeit einer gewissen Nachfrage, doch ob sie tatsächlich vor Ort zum Einsatz kommen? Vielleicht und vielleicht auch nicht, denn es könnte ja sein, dass sie quasi als Notreserve für später in Rucksäcken und Taschen verschwinden. Was nicht weiter schlimm wäre – schliesslich sind die Betroffenen auch anderswo froh, wenn sie von ungebetenen Hinterlassenschaften ihrer Gäste verschont bleiben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.01.2012, 07:09 Uhr
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2 Kommentare
Die Idee ist Super, aber die Menschen werden Ihr Säcklein genauso am Wegrand deponieren, wie die von den Hunden, leider aber wahr! Toi-Toi's werden verschmiert oder umgekippt, leider muss alles kaputt gehen,
bevor man sich verbessert, zum Leidwesen, jehner welche wissen wie man sich im Normalfall benimmt!
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welch Super-Idee!! Das finde ich nun wirklich genial, denn solche Hinterlassenschaften finden manche Hunde auch "zum fressen gern". Als Hundebesitzerin, immer ausgerüstet mit genügend Robidog-Säckli muss ich sagen: Hoffentlich gibt es bald Nachahmer-Gemeinden, denn es gibt so viele schöne Orte (Pic-Nic-Plätze, wo diese genialeIdee auch Nachahmer finden sollte!! Bravo!! Antworten
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