René Strickler schielt nach Wiedlisbach

Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 23.07.2010

Jetzt steigt auch Wiedlisbach ins Rennen: René Strickler sucht eine neue Bleibe für seinen Raubtierpark in Subingen SO und liebäugelt mit einem Standort im Städtli. Die Hürden für das Riesenprojekt sind allerdings hoch.

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Vertrautes Verhältnis: Dompteur René Strickler posiert mit seinem weissen Tiger Arisha. (Bild: Fred Struchen)

Strickler: «Ich bin frustriert»

Im November 2009 sah alles noch gut aus: Damals liebäugelte René Strickler in den Medien mit dem Bau seines neuen Raubtierparks in Langenthal. Er traf Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) und Burgergemeindepräsident Marc Howald zu einem Gespräch. Die Behördenvertreter meldeten zwar Bedenken vor allem bezüglich der Grösse des Projekts an, zeigten sich aber auch nicht abgeneigt: «Wir sind immer interessiert an guten Ideen», sagte Rufener.

Und so vereinbarten die Parteien, sich allenfalls im Januar dieses Jahres erneut zu treffen. Doch bisher haben keine Gespräche mehr stattgefunden, wie Strickler der BZ sagte. «Enttäuscht und frustriert» sei er deswegen.

Harzig verlaufen auch die Verhandlungen mit Grenchen, das ebenfalls Interesse am neuen Raubtierpark bekundet hatte. Er habe bisher «keine Antwort» erhalten, sagte Strickler. Er frage sich, ob dies der «politische Stil in der Schweiz» sei.

Das Gerücht verbreitet sich so schnell, wie ein jagender Gepard rennt: Der Raubtierpark aus Subingen SO von Dompteur René Strickler soll nach Wiedlisbach gezügelt werden. So zumindest heisst es im Städtli. Den Park in Subingen muss Strickler nämlich im Jahr 2013 räumen. Der Besitzer des Areals will das gesamte Bauland an einen Interessenten verkaufen. Strickler selber wäre bloss bereit, einen Teil der Parzelle zu kaufen.

Im Moos an der Autobahn

Und tatsächlich: Wiedlisbach scheint als neuer Standort für den Park mit den über 100 Raubtieren gut im Rennen zu sein. Ein erstes Gespräch mit Gemeindepräsidentin Katharina Hofer habe stattgefunden, bestätigt Strickler. Das Interesse der Gemeinde sei vorhanden. In Frage kommt laut Strickler das Gebiet Moos an der Autobahn, «ein absolut guter Standort».

Dennoch bleibt Strickler vorsichtig. «Hinter dem Projekt in Wiedlisbach steht noch ein grosses Fragezeichen.» Der Grund: Das Land gehört der Armasuisse, die für das Militärdepartement die Immobilien verwaltet. Unklar sei noch, sagt Strickler, ob es diese auch abtrete.

Beuteatrappen im Gehege

Denn Land bräuchte Strickler für seinen neuen Raubtierpark reichlich. Jungleworld, wie das Projekt heisst, soll auf einer Fläche von rund 42000 Quadratmetern Platz für Grosskatzen und Bären aus drei Kontinenten bieten. Die Kosten sind auf 35 Millionen Franken veranschlagt. Bezahlt werden soll der Betrag mit Spenden und Eigenmitteln des Parks. Gemäss Projektbeschrieb leben die Tiere im Park in Landschaften, die ihren natürlichen Lebensräumen nachempfunden sind. Strickler legt grossen Wert darauf, dass seine Grosskatzen und Bären animiert werden. So versteckt er etwa Fleischhappen und zieht Beuteattrappen durchs Gehege – alles vor den Augen der Besucher. Teil von Jungleworld sollen zudem eine Panorama-Lodge, eine Eventhalle und ein Gehege eigens für die verhaltensbiologische Forschung sein.

Ob Dompteur Strickler mit seinen Raubtieren dereinst wirklich nach Wiedlisbach zügelt, hängt aber nicht nur von der Armasuisse ab. Im Rennen um Jungleworld mischen nämlich auch noch Grenchen und das freiburgische Dompierre mit. Kurze Zeit galt sogar die Stadt Langenthal als Kandidatin. Doch diese Pläne dürften sich mittlerweile zerschlagen haben.

Berchten: Zeit wird knapp

Die Wiedlisbacher Behörden begrüssen Stricklers Pläne. Damit würde das Städtli an Attraktivität gewinnen, sagt Gemeinderat Beat Berchten (SVP). Und auf dem Landstück Moos wäre der Raubtierpark durchaus realisierbar. Allerdings gibt Berchten zu bedenken, dass die Zeit für die Planung bis zum Jahr 2013 wohl knapp wird. Denn der Kanton beabsichtigt, das Land im Moos der Armasuisse abzukaufen und in eine strategische Arbeitszone umzuwandeln. Strickler könnte später allenfalls als Mieter des Kantons auftreten. Aber bis die Behörden so weit sind, kann es noch lange dauern. Zumal die Verhandlungen zwischen dem Kanton und der Armasuisse noch nicht einmal laufen.

Bei der Armasuisse war für eine Stellungnahme niemand erreichbar. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.07.2010, 09:38 Uhr

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