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Rekordverdächtiges Jahr steht bevor

Von Markus Zahno. Aktualisiert am 09.11.2011 2 Kommentare

Die Gemeinde will nächstes Jahr über 15 Millionen Franken investieren. Auch deshalb schliesst das Budget 1,4 Millionen im Minus – von einer Steuererhöhung sieht der Gemeinderat aber ab.

In Langnau will man mit Investitionen zurückhaltender sein.

In Langnau will man mit Investitionen zurückhaltender sein.
Bild: Keystone

«Wir schlagen einen mutigen Weg ein», sagt sogar der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Heinz Lauenstein (FDP). Und es sei klar: «In Zukunft werden wir mit Investitionen zurückhaltender sein müssen.»

Die Gemeinde Langnau hat gestern ihr Budget 2012 vorgestellt. Es schliesst bei einem Umsatz von gut 43 Millionen Franken mit einem Minus von 1,4 Millionen. Das sei zu erwarten gewesen, erklärt Lauenstein. Schliesslich steht Langnau vor einem rekordverdächtigen Jahr: Nicht weniger als 15,28 Millionen Franken sollen nämlich investiert werden, das ist viereinhalbmal mehr als in der Stadt Burgdorf (3,4 Millionen). Die grössten Brocken sind die Sanierung des Ilfisstadions und der Bau der neuen Curlinganlage. Die Gemeinde steckt aber auch 1,4 Millionen in den Strassenunterhalt, 980000 Franken in eine neue Autodrehleiter oder 500000 Franken in den Kauf des Parkplatzes auf dem Zeughausareal. Und 1 Million Franken ist als Projektierungskredit für die neue Sporthalle Oberfeld eingestellt – dort seien weitere Verzögerungen aber nicht ausgeschlossen, erklärt Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP). Diese hätten mit der Denkmalpflege zu tun, die verhindern wolle, dass die alte Oberfeld-Turnhalle verschwinde. Die Gemeinde hingegen ist für einen Abriss. In einem Projektwettbewerb sollen Architekten nun Lösungen aufzeigen.

Die Folgen des Filag

Die hohen Investitionen führen dazu, dass die Gemeinde nächstes Jahr 1,3 Millionen Franken mehr abschreiben muss. Zu spüren bekommt Langnau aber auch den neuen Finanz- und Lastenausgleich (Filag), der beispielsweise zur Folge hat, dass der Kanton nächstes Jahr 420000 Franken weniger an die Gemeindestrassen zahlt. Insgesamt bringe die Filag-Revision Mehrbelastungen von 473000 Franken, was in Langnau einem halben Steuerzehntel entspreche, rechnet Lauenstein vor.

Um dieses halbe Zehntel hätte der Gemeinderat die Steueranlage in eigener Kompetenz erhöhen können – also ohne das Budget dem Parlament (GGR) oder dem Stimmvolk vorzulegen. Nach eingehender Diskussion habe man allerdings beschlossen, die Steueranlage vorderhand bei 1,82 Einheiten zu belassen, sagt Heinz Lauenstein. Zuerst wolle man «die Ausgaben und Investitionen restriktiv anpassen», erst danach werde eine Steuererhöhung zum Thema.

Der GGR entscheidet

Dieser Verzicht auf eine Erhöhung erstaunt nicht. Schliesslich wollte der Gemeinderat die Steueranlage letztes Jahr sogar um ein Zehntel senken. Der GGR goutierte dies aber nicht und blieb bei 1,82 Einheiten – denn nur so könnten die anstehenden Grossinvestitionen verkraftet werden, lautete der Tenor. Am kommenden 12.Dezember wird der GGR nun über das Budget 2012 abstimmen. Ob er Ja zum mutigen Weg des Gemeinderates sagt oder die vorsichtige Variante mit Steuererhöhung wählt, sei völlig offen, erklärt Bernhard Antener. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.11.2011, 09:00 Uhr

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2 Kommentare

Andreas Strahm

09.11.2011, 20:48 Uhr
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Vielen Dank aber auch für die schönen, aber auch schön teuren Luxusprojekte! Nun sollen also die Steuerzahler dafür die Quittung erhalten. Das haben uns die zuständigen Behörden bisher aber listig verschwiegen. Eine Steuerer- und Gebührenhöhung kommt für mich nicht in Frage. Zuerst muss gespart werden, vor allem bei der Verwaltung. Antworten


Fritz Meyer

10.11.2011, 08:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ja liebe Langnauer, ihr habt das Ilfisstadion bei der Abstimmung angenommen und jetzt kommt schon bald die Rechnung dafür. Es ist nur eine kleine Frage der Zeit bis die Steuern steigen oder habt ihr gedacht es komme nicht so. Die Folgekosten sind noch nicht einmal dabei. Das ist halt so wenn nur auf ein Pferd gesetzt wird, hofft nur der Sportliche Erfolg wird bleiben, sonst kommt es noch teurer. Antworten



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