Provozierte der Fasnachts-Muezzin ausländische Zuschauer?
Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 23.02.2010 48 Kommentare
Umzug Fasnacht 2010 in Langenthal: Ein Minarett-Wagen löste eine Massenschlägerei aus. (Bild: Thomas Peter)
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Böses Ende für die Langenthaler Fasnacht: Nach dem sonntäglichen Umzug kam es bei der Markthalle zu einer Massenschlägerei zwischen Fasnächtlern und jungen Ausländern. Laut Augenzeugen wurden mehrere Personen verletzt.
Der Grund für die Schlägerei: ein Fasnachtswagen der Clique Freaks mit einem Minarett. Nach BZ-Informationen handelt es sich bei dieser Gruppe um junge Dachdecker aus der Region, die den Wagen im Rahmen ihrer Abschlussarbeit gezimmert hatten. Auf dem Minarett stand ein als Gebetsrufer verkleideter Fasnächtler, ein Muezzin. An dem Türmchen prangte das Plakat der Anti-Minarett-Initiative.
Junge Ausländer beleidigt
Wie ein Beobachter berichtet, sollen die Mitglieder der Clique betrunken gewesen sein. Der Gebetsrufer auf dem Minarett habe während des Umzugs «gröbere Sprüche» gemacht und «blöd heruntergeplärrt». Er habe junge Ausländer, die dem Umzug beigewohnt hätten, provoziert. So soll er «Dreckstürken» durch sein Megafon gerufen haben.
Als der Minarettwagen nach dem Umzug bei der Markthalle zur Demontage stoppte, begann die Schlägerei. Laut den Aussagen mehrerer Augenzeugen sollen rund dreissig junge Ausländer den Wagen der Freaks eingekesselt haben, um ihn zu demolieren. Doch die Fasnächtler wehrten sich: Sie hätten die Angreifer mit Faustschlägen und Holzlatten in die Flucht geschlagen. Dabei ist offenbar einer der Ausländer am Kopf verletzt worden. Erst als die Polizei mit Streifenwagen anrückte, löste sich die Schlägerei auf.
Waren es Muslime?
Laut einem Augenzeugen soll es sich bei den Ausländern vor allem um Türken gehandelt haben. Zumindest schliesse er wegen ihres Akzents darauf. Ein anderer Beobachter behauptet, die jungen Angreifer seien «vermutlich Muslime» gewesen, die wegen des Minarettwagens beleidigt gewesen seien.
Polizeisprecher Stefan von Below wollte auf Anfrage weder zur Nationalität noch zur Religion der jungen Ausländer Auskunft geben. Er bestätigte aber den Sachverhalt. Zu einer Anzeige ist es laut von Below bis gestern Abend nicht gekommen.
Freaks: Keine Fasnächtler
Nach BZ-Informationen handelt es sich bei der Freaks-Clique nicht um waschechte Fasnächtler. Die jungen Männer waren mit ihrem Wagen zum ersten Mal beim Umzug dabei. Zudem folgten sie auch nicht dem Brauch, wonach die Personen auf den Wagen maskiert sein müssen.
Fasnachtsober Markus Gfeller überlegt sich nun, neue Cliquen und deren Wagen in Zukunft genauer unter die Lupe zu nehmen. Bisher sei das aber nicht nötig gewesen. «Wir hatten noch nie Probleme.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.02.2010, 08:44 Uhr
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